Debatte

Gedankenschlürfen. Die gelehrte Fehde, wenn Bartender streiten.

Debatte 25.9.2011 21 comments

Heute schlürfen wir eine ganz besondere Medizin und es sind auch einige ungenießbare Tinkturen dabei, die sich wie zäh und klebrig auf die Synapsen legen. Ausgehend von der letzten Kommentarschlacht zwischen Herrn Hubert und Herrn Meyer über das Thema „Wenn der Verkäufer König wird“, die bis auf wenige Ausnahmen sehr niveauvoll war und in der auch das Profil von Gedankenschlürfen thematisiert wurde, haben wir uns mal auf einigen der wichtigsten Bartender-Blogs umgesehen und die Kommunikationskultur ins Visier genommen. Verstärkt wurde diese Wahrnehmung noch durch den täglich der Redaktion zugetragenen Szene-Tratsch und die teils armseligen Lästermaulereien auf Veranstaltungen. Aber der Reihe nach.

Das Format Gedankenschlürfen setzt sich sonntags mit einem aktuellen Thema auseinander, das die Woche über die Branche beschäftigt hat, oder es beleuchtet übergreifend relevante Themen. In der Form ist es eine klassische Kolumne, die sich verschiedener Stilmittel bedient. Der Ironie, der Analyse, des Diskurses und – ja, Herr Meyer – auch der Polemik, nie aber der Demagogie und der Denunziation. Die Polemik ist eine alte rhetorische Kunstform, sofern sie mit dem Florett und nicht mit dem Säbel betrieben wird. Niemand wird einen Kopf kürzer gemacht oder herabgewürdigt. Auf persönliche Beleidigungen wird ebenso verzichtet wie auf alle Formen der Ehrabschneidung. Es wird eben mit offenem Visier gefochten. Erlaubt und gewollt sind Zuspitzungen, eine starke und pointierte Meinung, kunstvoller Streit, oder, wie es bei Wikipedia so schön heißt, „eine gelehrte Fehde“.

Marktplatz der Meinungen

Nur leider ist von einer Streitkunst in der Bloggerwelt der Barszene nicht viel zu sehen. Es ähnelt eher einer zünftigen Rauferei nach einem ordentlichen Zechgelage. In Kommentaren wird anonym gepöbelt, oberlehrerhaft korrigiert, eitel sich aufgeplustert, ellenlang substanzlos schwadroniert und persönlich jeder Respekt beiseitegelassen. Ein paar Beispiele. Herr Meinke und Herr Meyer diskutieren auf „Das Gastronom“ mit harten, aber noch zulässigen Bandagen und auch einigem Humor das Alkoholverbot in der Hamburger U-Bahn, bis ein gewisser Anonymus Herrn Meinke in Kommentaren voller eigener grammatischer und sonstiger Fehler auffordert, doch endlich vernünftige und fehlerfreie Texte abzuliefern. Sachdebatte erledigt. Wer sich mal in der Blogszene – egal auf welchem Gebiet – umsieht und insbesondere die Kommentare liest, stellt schnell fest, dass hier keine Deutschlehrer oder professionell Autoren schreiben, sondern Leute, die sich austauschen wollen.

Blogs sind die moderne Polis, der moderne Marktplatz des Meinungsaustausches. Man könnte Herrn Mutlos aka Anonymus auch gerne zugestehen, dass es der Ästhetik und der Leselust zuträglich ist, wenn sie weitgehend fehlerfrei und auch rhythmisch geschrieben sind. Aber die Art, in der er das vorträgt, verschlingt sofort sein Argument und lässt es nicht wirken. Mal ganz davon abgesehen, dass die Netzanonymität – die es ohnehin nicht gibt – gerade in Foren, auf Blogs mit legalen Inhalten und in Kommentaren in mehr als zweifelhaftem Ruf steht. Oder Herr Pannek auf „Das Bartender Labor“. Er befasst sich – völlig legitim – kritisch mit den Auswahlkriterien der Jury der Mixology Bar Awards. Wählt aber einen derart reißerischen Titel, dass seinen diskutablen Argumenten sofort ein demagogischer Subtext gegeben wird. Wäre dieser Artikel, den Sie gerade lesen, überschrieben: Bartender kommunizieren wie Neandertaler, hätte man sicherlich sofort einen hohen Traffic, aber der Leser fühlte sich dann auch unmittelbar und zu Recht beleidigt und jedes weitere Wort wäre überflüssig, da die Mauer zwischen Autor und Leser unüberwindbar wäre.

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Herrlich in ihrer Hilflosigkeit und Weinerlichkeit sind auch die immer wieder durchschimmernden Eitelkeiten. Da wird auf eigene jahrelange Erfahrungen gepocht, es wird beleidigt, man fühlt sich beleidigt, Kompetenzen werden infrage gestellt, Bildung behauptet, akademische Grade monolithisch ins Feld geführt und sonstige Kronen und Weihungen sich selbst salbungsvoll aufgesetzt. Das Argument und der eigene Standpunkt werden auch so klar, wenn Kraft und Substanz dahinter stecken. Wer die Materie nicht durchdringt und am Thema vorbeiredet, dem ist auch mit päpstlicher Selbstbeweihräucherung nicht mehr geholfen. Im Gegenteil, die üblichen Verdächtigen sind schnell ausgemacht und werden halt mit durchgeschleppt.

Die tatsächlichen Diskutanten, die sich intensiv über ein Thema austauschen, bleiben ja meist auch sichtbar und das in einem manchmal strengen und polemischen Ton, Konsens ist ja nicht das vorrangige Ziel, sondern der Reiz besteht in der Vielfalt der Argumente für die jeweilige Sache. Es soll auch gar nicht verschwiegen werden, dass es auch hierfür wunderbare Beispiele gibt. Aber wie überall verirrt sich dann oft ein Pöbler in die Debatte oder jemand, der autistisch am Thema vorbeischreibt. Cool bleiben und ignorieren.

Oder wie soll man sonst damit umgehen, dass in Form und Inhalt auf äußerst fragwürdige Weise Nominierungen eingefordert oder abgelehnt werden? Es wird in Deutschland auf hohem Niveau hinter der Bar gearbeitet, was die Debattenkultur angeht, hat die Bruderschaft der Nacht aber noch deutlich Luft nach oben.

 

Letzten Sonntag in Gedankenschlürfen: Gute Musik für gute Bars.

 

(Anmerkung der Redaktion: Gedankenschlürfen erscheint immer am Sonntag und greift aktuelle Themen meinungsstark auf. MIXOLOGY ONLINE will damit zu Debatten einladen und freut sich wie immer über ebenso starke Meinungen.)

21 comments

  1. Jean-Pierre Ebert

    Lieber Markus,

    möchtest Du die Leute mundtot mit Deiner Schrift machen? Jeder hat das Recht, mehr oder weniger beholfen, eitel, oder unbetitelt, seine Meinung zu äußern. Du solltest eigentlich wissen, dass Polemik und der gepflegte Diskurs nicht das Mittel des Barmanns ist und i.A. sein kann!

    Lese ich auch Kritik an der Kritik? Warum solch‘ Empfindlichkeit? Ich zitiere: „Cool bleiben und ignorieren“.

    Herzlichst,
    Jean-Pierre

  2. Matthias Straka

    Hallo Freunde,
    Mir ist nicht so richtig klar was der Autor sagen will, wollen sie hier und jetzt eine Zensur über zu benutzende stilistische mittel heraufbeschwören? Oder belehren sie die Gemeinde, wie von ihnen gerügt, jetzt auch?
    Kumpelhafte, grossschnäuzige oder nur einfache stilistische Mittel sind durchaus respektable und vor allen Dingen leicht verständliche Wege seine Intentionen mitzuteilen.
    Ich gebe Herrn Ebert recht, manche können und andere wollen nicht im akademischen Zensus diskutieren, Bartender bleibt so bunt wie ihr seid, matthias

  3. Jean-Pierre Ebert

    Übrigens, Herr Orschiedt: Polemik at it’s best! Sehr schön.

    Matthias, die Motivation des Artikels ist weniger eine Bewertung. Er ist eher eine gut gemachte Provokation, mit Schlüsselreizen ausgestattet, auf die Du und ich angesprungen sind. Debatte.

    Nichtsdestrotz, recht hast Du!

  4. redaktion

    Lieber Jean-Pierre und Matthias,

    Ich stimme Eurer Kritik ausdrücklich zu, gebe aber zu bedenken, dass in dem Artikel weder Zensur gefordert oder die Buntheit – wie Matthias unterstellt -beschnitten werden soll, noch tatsächlich wird. (Siehe die beiden Zitate untenstehend).
    Ich habe mich lediglich gefragt, ob immer derart geholzt werden muss, dass die Debatten dann völlig aus dem Ruder laufen müssen – wie übrigens in allen möglichen Foren und Kommentaren unterschiedlicher Medien. Und ich denke im Gegensatz zu Jean-Pierre, dass auch Bartender zu feinerer Polemik fähig sind. Es erleichtert die Sache, da man dann mit seinen Argumenten schneller zum Ziel kommt.

    Aber letztlich kann es auch so weitergehen, hier wurde nur mal die Lampe reingehalten und nicht alles hat mir eben gefallen. Dafür gabs dann halt ein paar provokante Formulierungen. Der Rest ist Schweigen und Achselzucken.

    Beste Grüße – Markus

    „Die tatsächlichen Diskutanten, die sich intensiv über ein Thema austauschen, bleiben ja meist auch sichtbar und das in einem manchmal strengen und polemischen Ton, Konsens ist ja nicht das vorrangige Ziel, sondern der Reiz besteht in der Vielfalt der Argumente für die jeweilige Sache. Es soll auch gar nicht verschwiegen werden, dass es auch hierfür wunderbare Beispiele gibt. “

    „Wer sich mal in der Blogszene – egal auf welchem Gebiet – umsieht und insbesondere die Kommentare liest, stellt schnell fest, dass hier keine Deutschlehrer oder professionell Autoren schreiben, sondern Leute, die sich austauschen wollen.“

  5. horizont

    Sehr geehrter Herr Orschiedt,

    mir geht es nach dem Lesen ihres Beitrags ebenso wie Herrn Straka. Was will mir der Autor sagen. Gut es „gab ein paar provokante Formulierungen“ aber wozu, welche Debatte wollten Sie denn jetzt beginnen? Das einzige worüber man reden kann, wären die Art und Weise und das möchte ich hier kurz tun.

    Einige Verhaltensweisen die sie kritisieren muß ich bei Ihnen auch feststellen. Im Gegensatz zu Ihnen möchte ich meine Aussagen auch mit Beispielen bzw. Zitaten verdeutlichen:

    Zitat:
    „Herrlich in ihrer Hilflosigkeit und Weinerlichkeit sind auch die immer wieder durchschimmernden Eitelkeiten. Da wird auf eigene jahrelange Erfahrungen gepocht…….“

    –Respekt von Ihnen – gegenüber dem Schreibenden – kann ich hier auch nicht erkennen. Es ist schön wenn man scheinbar so über den Dingen steht wie sie, allerdings verstehe ich nicht warum sie unter „Autor“ dann feststellen: „Bevor er sich dem Schreiben zuwandte, betrieb und leitete er Bars und Clubs in Berlin.“ Haben Sie vielleicht Bedenken, daß man sie sonst für nicht kompetent hält?

    –Da möchte ich sie doch gleich selbst zitieren: „Das Argument und der eigene Standpunkt werden auch so klar, wenn Kraft und Substanz dahinter stecken.“

    –Warum darf jemand nicht erwähnen, daß er sich schon lange Zeit z.B. mit einem Thema befaßt, ohne von Ihnen als hilflos und weinerlich verunglimpft zu werden?

    –Ein weiterer Punkt der mir aufgefallen ist:

    Zitat:
    „Man könnte Herrn Mutlos aka Anonymus auch…“
    oder
    „Mal ganz davon abgesehen, dass die Netzanonymität – die es ohnehin nicht gibt – gerade in Foren, auf Blogs mit legalen Inhalten und in Kommentaren in mehr als zweifelhaftem Ruf steht.“

    –Selten habe ich so einen manipulierenden und falschen Satz gelesen. Ehrlich gesagt möchte ich gerne wissen, warum Sie solche Aussagen überhaupt machen? Man merkt auch, daß sie leider die Sensibilität wie sie Herr Ebert zum Ausdruck gebracht hat, nicht besitzen. Als Beispiel ihre Antwort:

    Zitat:
    gebe aber zu bedenken, dass in dem Artikel weder Zensur gefordert oder die Buntheit – wie Matthias unterstellt -beschnitten werden soll, noch tatsächlich wird.

    –Doch sie wird! Mich nervt es nur, aber ich werde mich trotzdem an interessanten Themen beteiligen. Auch wenn ich leider auf Diskussion mit Herrn Meyer verzichten muß, da er ja auf „Anonyme“ nicht antworten will. Andere Menschen, die auch gerne einen Nickname benutzen, werden sich aber vielleicht erst gar nicht beteiligen, da sie zu recht nicht als mutlos oder indirekt als zweifelhafte Typen bezeichnet werden wollen. Auch diese Haltung finde ich von Ihnen (und Herrn Meyer) respektlos.

    –Warum wollen Sie anderen Menschen ihre Haltung zum Verhalten im Netz aufdrängen. Konsequenz ist doch, entweder du machst es wie wir es wollen, oder ich würdige dich keines Kommentars und mit Feiglingen und zweifelhaften Typen wollen wir nichts zu tun haben, außerdem seid ihr lächerlich. An Ihnen scheint die ganze Debatte um die Problematik von Datenschutz vorbeizugehen, die andere vielleicht wichtig finden.

    –Und damit hier auch mal harte Fakten genannt werden, die ihre Aussagen als absurd deutlich machen:

    –Sowohl die Mitglieder im Forum von cocktaildreams.de, als auch im Forum von whisky.de – beide mit legalen Inhalten und zweifellos wichtige Foren – benutzen fast ausschließlich Nicknames. Ich denke das spricht für sich.

    Grüße Horizont

  6. Aron Buchholz

    Die Artikel der letzten Zeit sind derart zum Kotzen das ich darüber nachdenke dieses Medium sowie das Magazin nicht mehr in Anspruch zu nehmen!

    Dies gilt Herrn Orschied sowie dem Herrn Hubbert gleichermaßen.

  7. Helmut Adam

    @Aron Buchholz

    🙂 Ich hatte Deinen Kommentar gerade im Editor vor mir liegen und überlegte einen kurzen Moment, ob ich eine solch ausgefeilte Aussage überhaupt hochschalten soll. Das war tatsächlich das erste Mal, dass ich vor der Frage stand.

    Aber da sie die Aussage des Textes oben herrlich bestätigt, hebe ich sie gerne über den Spam-Filter hinüber ins Licht der Öffentlichkeit. Ich nehme an, Du hast die Namen der Autoren absichtlich falsch geschrieben?

  8. Aron Buchholz

    Das nicht. Ich bitte dahingehend um Verzeihen. 🙂

    Herr Adam. Warum nicht mehr die „alte“ Art und Weise? Gentleman-mäßig?

  9. marc stein

    guten tag,
    die gedanken von herrn orschied sind im ersten lesen für mich einleuchtend. ich verstehe was er sich jeden tag im netz anschauen muss, ich verstehe seine kritik, dennoch verstehe ich auch seine kritiker, und pefekt fand ich die zerpflückung seiner eigenen kritik durch herrn oder frau horizont. ganz besonders liebvoll fand ich den text von herrn buchholz!

    ich habe in den letzten jahren gewiss nicht oft geschrieben und wenn ich manche sachen von mir heute lese, würde ich sie sicherlich nicht genauso schreiben…
    meistens schreibe ich erst, wenn mich ein thema auf die palme bringt!!!
    vielleicht sollte ich das generell lassen, vielleicht sollte ich generell erst schreiben, wenn ich 4 wochen darüber nachgedacht habe, ob ein thema jetzt so wichtig ist, dass es von mir aufgegriffen wird. denn nichts wird so heiss gegessen wies gekocht wird!
    diesen eigenversuch wünsche ich mir auch bei gewissen leuten, auch bei leuten die ich kenne und zu schätzen weiß, auch bei leuten, die ich eigentlich nicht mag.

    kommen wir einfach zum größten beispiel: JP und JM 🙂
    ich glaube nicht, dass ihr euch gegenseitig überhaupt noch zuhört, obwohl ihr es müsstet, denn ihr seid beide grossartige vertreter der barzene und somit auch aushängeschild dieser.
    ich wette sogar, dass ihr in vielen punkten übereinstimmt.

    ich für meinen teil werde versuchen konstruktiver zu sein…
    man solle konstruktiver allerdings nicht mit zustimmung verwechseln.

  10. Helmut Adam

    Hallo Aron,

    gerne per „Du“ wenn es recht ist. Ich weiß nicht genau, woher Dein Eindruck kommt, dass hier eine „neue“ Art und Weise vorherrscht.

    Ein Medium ist ständig in Bewegung. Die Leserschaft ändert sich, Autoren kommen und gehen.

    Im Fall von MIXOLOGY und MIXOLOGY ONLINE ist die Zahl der Autoren beständig gewachsen. Das Medium ist vielstimmiger geworden und hat mit einem neuen Chefredakteur ab Mitte des letzten Jahres auch einen neuen Akzent hinzugewonnen.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass alle, die hier schreiben, durchaus Gentlemen sind. Da habe ich im Vergleich zu Orschiedt und Hubert in der Vergangenheit weitaus impulsiver und persönlicher geschrieben oder diskutiert.

    Falls sich Dein Kommentar auf den Artikel hier bezieht – mein Eindruck ist, dass die Kommentierenden ihn überhaupt nicht sorgfältig gelesen haben. Und auch Deine pauschalisierende Reaktion, die Artikel seien „zum Kotzen“ (wenn es denn überhaupt eine Reaktion ist) ist auch nicht wirklich hilfreich.

    Ein Medium, das nicht bewegt, hört auf zu existieren. In diesem Sinne können wir ja immerhin noch froh sein, dass es für einen Würgreiz reicht. Dir sollte nur klar sein, dass hinter dieser Plattform ein hart arbeitendes Team steckt, das Du in einem Halbsatz aburteilst.

    Grüße, HA.

  11. Aron Buchholz

    Nun gut.
    Wie der Kollege Stein schon schrieb: „[…] wenn es mich auf die Palme bringt!!!“ ( und dann sollte man wohl wirklich nicht schreiben)

    Das gesamte Team soll nicht herabgewürdigt sein. Ich entschüldige mich höflichst und öffentlich!

    Nun aber zum Grund meines „Schreibens“:

    Helmut, ich finde es (maximal) unmöglich wenn ich lese dass ein Barkeeper X, „gottesgleich“(!), nebem seinem „Pöbel“ von Team steht und glänzt, wiederum ein Haus weiter der Barkeeper Y, sagen wir, Daseinsberechtigung bekommt. Dieses im (Gesamt-) Rahmen von einer Debatte/Diskussion/Unterhaltung über Benimm und Anstand seitens der Barszene im Allgemeinen. Aber würden diese Themen nicht seitens der Autoren auf diese bestimmte Art aufgegriffen und vertreidigt, hätten wir, aus meiner Sicht, keine Diskussion ob eine Caipi (usw.) auf der Karte eines guten Barkeepers sein darf. Ursache – Wirkung.
    Meiner Meinung nach würden manche Dinge, der Zeit überlassen, einen besseren Lauf nehmen wenn man sie nicht auf die gewählte Art anspricht!
    Manche Dinge erledigen sich von Allein.

    Grüße.

  12. Helmut Adam

    „Helmut, ich finde es (maximal) unmöglich wenn ich lese dass ein Barkeeper X, “gottesgleich”(!), nebem seinem “Pöbel” von Team steht und glänzt, wiederum ein Haus weiter der Barkeeper Y, sagen wir, Daseinsberechtigung bekommt.“

    Meinst Du damit den Artikel über Hotelbars? Ich lese das von Dir geschilderte nicht heraus aus diesem Text. Für die Mitleser setze ich den Link:

    https://mixology.eu/bars_und_menschen/bars/curtain-club-und-vox-bar-die-burde-der-high-class-hotel-bars

    Sind die Worte „gottesgleich“ und „Pöbel“ Zitate? Ich kann sie in dem Text nicht finden. Und ich teile auch nicht Deine Interpretation des Artikels. Er ist das subjektive Erleben unseres Autors an einem Abend, ergänzt mit dem Vorwissen, das er über die Orte und ihre Tender hat. Und er ist auch nicht verreißend oder reißerisch geschrieben.

    Mein Abend in diesen Bars hätte anders ausgesehen. Und der von Markus Orschiedt auch. Und Deiner sicher auch. Denn wir sind andere Persönlichkeiten mit anderen Vorlieben. Ich persönlich z.B. bin ein großer Fan der Vox Bar. Wir haben mit MIXOLOGY dort viele Taste Foren abgehalten, unterstützt von den verschiedenen Teams, die dort gearbeitet haben unter Dominik Schachtsiek und Edgar Katzer. Das heutige Team hat in der Öffentlichkeit sicher nicht das Profil von früher. Lesenswert dazu auch der Kommentar von Dominik unter dem Artikel. Nichtsdestotrotz ist die Vox Bar ein gut geführter Tresen, an dem ich gerne trinke.

    „Dieses im (Gesamt-) Rahmen von einer Debatte/Diskussion/Unterhaltung über Benimm und Anstand seitens der Barszene im Allgemeinen. Aber würden diese Themen nicht seitens der Autoren auf diese bestimmte Art aufgegriffen und vertreidigt, hätten wir, aus meiner Sicht, keine Diskussion ob eine Caipi (usw.) auf der Karte eines guten Barkeepers sein darf. Ursache – Wirkung.
    Meiner Meinung nach würden manche Dinge, der Zeit überlassen, einen besseren Lauf nehmen wenn man sie nicht auf die gewählte Art anspricht!
    Manche Dinge erledigen sich von Allein.“

    Ich interpretiere Deinen Kommentar dahingehend, dass unsere Redaktion eine Agenda verfolgen sollte. In den Anfangsjahren hatten wir durchaus eine. Diese war das Promoten der klassischen Bar, von frischen Zutaten und professionellem Bartending. Wir haben das Jahr 2011 und die klassische Bar ist so was von da. Und das Selbstbewusstsein der Bartender ebenso.

    Wenn es bei MIXOLOGY und MIXOLOGY ONLINE heute eine Agenda gibt, dann ist es einzig die Leidenschaft für Bar in all ihren Facetten. Das war in den Anfangsjahren ebenfalls enthalten, keine Frage, aber unser Magazin widmete sich damals viel mehr dem Bildungsgedanken, denn es fiel in die Zeit als das Internet Fahrt aufnahm, die alten Klassiker wieder aufgelegt und verstanden wurden etc. Heute schreiben wir viel übergreifender, setzen neue Schwerpunkte, experimentieren und jonglieren mit Sachen, die wir entdecken. Denn auch unsere Leserschaft hat sich verändert. Wir haben uns verändert. Die Branche hat sich verändert.

    Du und auch andere Leser werden sich daran gewöhnen müssen, dass das Medium noch vielstimmiger wird, als es heute ist. Wieso sollen z.B. nicht auch zwei Autoren von MIXOLOGY unterschiedliche Meinungen vertreten können? (Und ich spreche hier nicht von Gastautoren.) Wir werden uns als Medium auch weiterhin das Recht nehmen, den Scheinwerfer dort hineinzuhalten, wo es der eine oder andere lieber dunkel hat. Allein die Resonanz zeigt, dass es richtig ist.

    Grüße, HA.

  13. marc stein

    helmut, ich stimme dir zu, das erste mal in allen teilen, naja nicht wirklich… was deine autoren schreiben… naja .. manchmal… auch wenn wir ab und zu streiten…. münchen war doch nicht wirklich ein streit… ein wenig betrunken vielleicht:)…. ich freu mich auf den bcb und ich bring alle meine freunde mit und wir trinken garantiert einen oder
    zwei zusammen

  14. Steffen Hubert

    Danke Helmut fürs ausfschlüsseln. Ich las gestern nachmittag dreimal über Arons letzten Kommentar und konnte nicht so wirklich was mit anfangen. Aber nun ist mir auch langsam ein Licht aufgegangen. Man brauch da ein wenig Mut zur Interpretation. Bzgl. Vox Bar hat Helmut zwar schon einiges gesagt, aber ich melde mich da bei Gelegenheit gerne noch ausführlicher auf Dominiks Kommentar. Leider bleibt meine Diskussionsfreude derzeit etwas hinter dem Stapel BCB-Arbeit zurück. In Richtung Aron möchte ich nur noch mal das „subjektiv“ unterstreichen, wäre doch langweilig, wenn wir alle die gleichen Läden super finden würden. Freue mich aber, dass Du nach etwas anfänglicher Radikalität, noch in eine Debattenebene gefunden hast.

    Mit leeren Kommentaren, wie deinem letzten mein lieber Marc, würde ich mich aber auch mit sehr viel Zeit nicht weiter auseinandersetzen. Und oje, wenn Du alle Deine Freund mitbringst, haben wir dann eine Art Dortmund Fanblock im Haus? 🙂

  15. Helmut Adam

    @Marc Stein

    Deine letzten Kommentare hier auf MIXOLOGY ONLINE waren erstaunlich differenzierter und ziviler Natur. Fast schon so, dass man sich Sorgen machen müsste. 😉

    Den Drink können wir natürlich gerne nehmen. Ich empfehle nur als Gesprächsthema dazu nicht die mangelnde Relevanz unserer Produkte MIXOLOGY und Bar Convent Berlin zu wählen. Wenn man sie augenscheinlich so intensiv nutzt wie Du, wirkt das nicht besonders überzeugend. 🙂

    Ansonsten schöne Grüße nach Dortmund und in den Rest der Republik. Herr Hubert und der Rest des Teams müssen in der Tat jetzt erst Mal an den Rest des BCB-Stapels ran. Mann, wird das eine Bescherung… 😉

  16. Jean-Pierre Ebert

    Anonymität im Netz wurde mehrfach aufgegriffen. Auch politisch ein Thema. Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich Anonymität ausgesprochen gut. Wer es für sich in Anspruch nehmen möchte, aus welchen Gründen auch immer, soll das tun! Das Löschen von anonymen Kommentaren ist eine große Kinderei.

    @Helmut: Die Unterstellung, alle Kommentatoren hätten Herrn Orschiedts Aufsatz nicht richtig gelesen, teile ich nicht. Ich gebe zu, beim Mixologystöbern bin ich selektiv und querlesend, Herrn Orschiedts Fingerarbeit lese ich aber gern – auch dreimal.

    @Markus: Bartender? Fähigkeit zu feinerer Polemik? Du sprichst nicht über aufgesetzte, töpelhaften Dialogversuche von den verschiedenen, schlecht gekleideten Scholl-Imitaten, die von Hamburg, zuhauf in Berlin und bis München, die durch die Barszene geistern?

  17. marc stein

    mmmh… hubert? steffen??? wer war das denn noch mal???

  18. Steffen Hubert

    Lieber Herr Stein, beleidigt? Besoffene Hunde bellen? Aber okay: dit is der, der zum Beispiel sehr deutlich mal sagt, er kann es nicht leiden, wenn Bartender besoffen Auto fahren. Denn damit gefährden diese das Ansehene des Berufsstandes. Und der, der im Zweifel noch nach Monaten manchen Leuten aufzählen kann, was sie an bestimmten Abenden getrunken haben. Und der, der mit uneinsichtigen Sturköpfen auch gerne einfach mal nichts mehr zu schaffen haben will 🙂 hau di über d`Häuser!

  19. marc stein

    herr hubert, ich denke nicht, dass ich mich von der meinung einer person, welche ich in meinem ganzen leben gerade mal 3 stunden gesehen und erlebt habe, abhängig mache… ich muss hier auch nicht noch einmal meine sicht der dinge revue passieren lassen… und ich kann sie beruhigen: wir haben auch gar nichts mit einander zu tun… ihre lebensweise hat für mich keine bedeutung und ich wundere mich darüber, dass sie hier als richter und henker versuchen aufzutreten, dabei ist das gar nicht nötig wenn ich ihnen doch nicht passe… manchmal ist es besser einfach nichts zu sagen/ schreiben… ich habe ihnen hier keinen anlaß gegeben die wutkeule zu schwingen, also halten sie sich bitte ein wenig zurück…
    mfg

  20. Steffen Hubert

    Dabei habe ich mich nur vorgestellt 🙂

    „manchmal ist es besser einfach nichts zu sagen/ schreiben…“

    Da unterschreib ich!

    Liebe Grüße

  21. Manuel Schlüßler

    Ich versteh die ganze Diskussion hier gar nicht… Der ursprüngliche Artikel sagt doch lediglich aus, dass Bartender in Blogs etwas mehr auf ihre Wortwahl achten sollten. Oder versteh ich da etwas falsch? Und das sollte doch auch für jeden Praktizierenden unserer Branche nicht allzu schwer sein, schließlich sind wir nicht Fließband- oder Hallenarbeiter und stehen in direktem Kundenkontakt. Was ist also falsch daran sich auch gegenseitig und nicht nur gegenüber des Gastes Respekt zu zollen?

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