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Diageo World Class 2022: das sind die Gewinner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die nationalen Finals der Diageo World Class 2022 für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vorüber. Vor beeindruckender Kulisse sichern sich Oliver Schmidt, Michael Scheffler und Dominik Oswald die Tickets zum großen Finale in Australien. Doch vorher galt es – wie gewohnt – zahlreiche Hürden und Challenges zu nehmen.

30 blieben übrig. 30 von ursprünglich gut 150, die sich um die Krone der World Class 2022 von Diageo bewarben. 30 – jeweils zehn aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um in diesem Spiel ohne Grenzen ihre Länder zu vertreten und ihre mixologischen Karrieren mit dem süßen Espuma des Sieges zu krönen.

Insofern war es Diageo von Anfang an ein Anliegen, den neun Finalistinnen und 21 Finalisten von Anfang an das Gefühl zu vermitteln, dass sie alle bereits einen Punkt jenseits der Niederlage erreicht hatten. Übrigens beachtlich: nach langen Jahren der Dürre hat sich der Anteil der weiblichen Bartender auf ein Drittel erhöht. Es steht zu erwarten, dass in Bälde der Frauenanteil nicht mehr sonders erwähnt werden muss. Gut so!

Hoch hinaus: Das Finale der deutschsprachigen Länder fand diesmal am Arlberg statt
30 Finalist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fanden sich für die Entscheidung ein
Wissen, was zu tun ist: Vorbereitung ist das A und O in einer Cocktail-Competition
Test the best: Auch die Beantwortung spezifischer Fragen war ein Bestandteil des Finales

Eine würdige Kulisse am Arlberg

Im Geiste des Wettbewerbs war auch die gewählte Location des Drei-Länder-Finales im Grunde bereits Teil der Belohnung: der Berghof in Lech am Arlberg bot eine in ihrer Pracht nicht zu überbietende Kulisse für das Aufeinandertreffen der Landesbesten. Nichtsdestominder kann das Ambiente nicht darüber hinwegtäuschen, dass entsprechend den umgebenden Bergen für die Kontrahenten einige Gipfel zu erklimmen sind: Schon kurz nach der Ankunft wird man mit einem Quiz konfrontiert, das einerseits natürlich banales Allgemeinwissen fordert – wie etwa die Frage, in welchem schottischen Städtchen die Walker-Family seinerzeit ihren Gemischtwarenladen eröffnete – bis hin zu eher echten Fachfragen wie jener nach der Lagerhöhe von Ron Zacapa. Immerhin hatten die Teilnehmer:innen bei den Antworten eine Bandbereite von plus oder minus 75 Metern zur Auswahl.

Auch eine Präsentation in einer fahrenden Gondel gehörte zum Programm

Drink und Spirituose als Fundament

Spätestens am nächsten Tag wird klar, dass sich die Komfortzone des Aufenthalts auf das Hotelzimmer beschränkt: Die Challenge des Tages findet in der Seilbahn hinauf zum Rüfikopf statt, womit die zentrale Spirituose – der Zacapa 23 – in etwa auf die am Vorabend gefragte Reifungshöhe transportiert wird. 900 Meter Höhendifferenz, die innerhalb von sieben Minuten überwunden werden, sorgen für größere Herausforderungen als das Ruckeln der Gondel.

Und die Aufgaben bleiben vielfältig, abwechslungsreich, fordernd und bilden letztlich eine umfassende Grundlage der Arbeit hinter der Bar ab: Der Drink ist das Fundament, auf das das Haus erst gebaut werden muss, und wer die Spirituose schätzt, muss ihr auch den Respekt erweisen, indem er ihr nicht nur die passenden Baustoffe beigesellt, sondern auch die Komplexität der Aufgabe insofern erfasst, indem er das Handwerk, die Präsentation, die Gastfreundschaft und auch all die unbeliebten und doch essentiellen Handlungen des Aufbauens und Abräumens nicht vernachlässigt.

Es gilt anschließend in der „Black Box Challenge“, die mitgebrachte Materialkiste an Singleton 12 zu messen und einen Bottled Drink zu kreieren – der Berg ist schön, und man hat zu beweisen, ob die eigene Ausrüstung reicht, ihn zu erklimmen. Und schließlich: Foodpairing? Ein Thema, das nicht ignoriert werden kann, also ist es auch Teil des Wettbewerbs. Kernspirituosen sind Tanqueray Ten und Belsazar Rosé, und es geht um den aufregenden Unterschied zwischen einem guten Drink und einem guten passenden Drink.

Der Gewinner für Deutschland, Oliver Schmidt, steht in der Bar Barock in Regensburg am Brett
Den Gewinner für Österreich, Dominik Oswald, findet man für gewöhnlich in der Hammond Bar in Wien
Der Gewinner für die Schweiz, Michael Scheffler, wechselte erst vor Kurzem aus Dresden nach Zürich in die bekannte Widder Bar

Am Ende gewinnen drei bescheidene Bartender

Das ganz große Finale hätte schließlich von Ennio Morricone orchestriert werden können: die neun Last-Bartender-Minuten. Als würde man nach einem Marathon noch einen Sprint einbauen, der Unterhaltung halber. Letztlich offenbarte der Wettbewerb großartige Persönlichkeiten und herausragende, kreative Arbeiter – und Sieger, die durch ihre Hingabe, ihre Kenntnisse und nicht zuletzt durch ihr Wesen überzeugten, das sich nie vor das Produkt drängte: Oliver Schmidt aus Deutschland (Bar Barock, Regensburg), Michael Scheffler aus der Schweiz (Widder Bar, Zürich) und der Österreicher Dominik Oswald (Hammond Bar, Wien).

Der Weg ist damit natürlich noch nicht zu Ende: Die drei werden die deutschsprachigen Länger beim globalen Finale Mitte September in Sydney vertreten. Und als Liebhaber des Barwesens darf man sich schlicht darauf freuen, was von diesen Menschen sonst noch alles kommen wird. Denn – es wird.

Credits

Foto: Diageo

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