Cocktail

Schnapsen Sie zu! FÜNF! Rezepte mit Fruchtbränden

Drinks 9.8.2018

Nachdem Gin schleicht sich der Fruchtbrand in die Longdrink-Gläser. Auch in Cocktails gewinnt er immer mehr an Bedeutung, wie diese fünf Rezepte verdeutlichen. Wer dem Mikro-Trend misstraut, wird vielleicht nach dieser geballten Liste – von Himbeere bis Enzian – anders denken. Spätestens bei der Tiki-Vogelbeere!

Ganz klar: es ist absolute Hochsaison in Sachen Obst! Beinahe alle Beerenfrüchte stehen in bester Qualität auf den Märkten, Steinfrüchte in Hülle und Fülle – und auch die Zeit von Apfel und Birne kommt näher. Grund genug also, dem Gin-Hype abermals entgegenzutreten und einen Streifzug durch einige der besten Bars zu unternehmen, nämlich mit der Frage: Was genau mixt Ihr derzeit mit Bränden und Geisten. Die schönsten FÜNF! davon haben wir zusammengetragen. Auf dass die fiese Hitze dieses Sommers nicht die Ernte verbrennt!

Tricolore Nr. 3 ( Teil des Negroni-Flights)

Dominik Mohr, Spirits Bar, Köln

„Die Regionalität, das Zurückgreifen auf heimische Erzeugnisse, wird dem Gast immer wichtiger“, nennt Dominik Mohr ein wesentliches Argument für den wachsenden Stock an Bränden und Geisten der Kölner Spirits Bar. Vor allem könne der Bartender mit einem Fruchtbrand auch andere Nuancen in Drinks und Cocktails herausarbeiten. Das mag etwa ein Barlöffel Bergamottengeist beim „Sherlock“ sein, noch augenfälliger wirkt aber der direkte Vergleich mit internationalen Spirituosen. Seit April kommt die Nummer 3 des „Trikolore“-Flights mit Negronis mit Florian Faudes Blutorangen-Brand zum Gast.

Serviert werden die Cocktails in 5 cl-Fläschchen samt Tumbler und Eisbrocken, statt Grappa oder Kaffee-Wermut sorgt bei der dritten Variante die Orange – im Verbund mit Pale Ale Bitters –  für Abwechslung. „Wir empfehlen den Gästen das ganze rückwärts zu trinken – 3, 2, 1 – um die filigranen Aromen der Blutorangen nicht durch den kräftigen Kaffee-Wermut von Fläschchen Nr. 1 zu überlagern“, lernt man dabei gleich auch etwas.

Rezept:

3 cl Gin

2,5 cl White Port

1 cl Faude Blutorangen-Brand

1 Barlöffel Pale Ale-Bitters

 

Glas: Mini-Fläschchen

Deko: Orangenzeste (am Tumbler)

Zubereitung:

Alle Zutaten über Eiswürfeln kalt rühren und den Drink in das Fläschchen abfüllen. Dazu Tumbler mit Ice Chunk reichen.

 

E.T. (Enzian Tonic)

Igor Mandic, 58 Bar/Meliá Vienna, Wien

Eine maskuline Variante des Gin & Tonic stellt Igor Mandic auf den Tresen, wenn es um das Thema heimische Brände geht. Der Enzian der Vorarlberger Brennerei Freihof ist kein Mazerat der Wurzel, sondern wird gebrannt. Das stahlige Aroma fällt somit deutlich herber aus und erinnert in seiner bitter-würzigen Art entfernt an Wacholder.

Der „E.T.“, wie man den Drink im 58. Stock des Meliá Hotels auf der Wiener Donauplatte nennt, ist nicht die einzige Longdrink-Variante von Mandic. Einem Blutorangen-Tonic gibt er mit Pink Grapefruit den sommerlichen Kick. Auch beim E.T. sorgt eine lange Zitronenzeste für Frische im betont bitteren Drink.

Rezept:

4 cl Freihof Enzian

20 cl Tonic Water (z.B.: Schweppes Original)

 

Glas: Longdrink

Garnitur: langer Zitronenzeste-Streifen

Zubereitung:

Longdrink-Glas mit Eis füllen, Enzianbrand zugeben und mit Tonic Water auffüllen. Vorsichtig umrühren und mit Zitronenzeste-Streifen garniert servieren.

 

Himbeer-Mojito

Alexander Mayer, One Trick Pony, Freiburg

Nicht weniger als „ein Klassiker bei uns im Südwesten“ ist der Himbeer-Mojito geworden, freut sich Fruchtbrand-Spezialist Alexander Mayer. Der Mann hinter dem Rubus Gin zeigt auch mit diesem Rezept, das er schon vor fünf Jahren in der Hemingway-Bar in Freiburg mixte, dass er Himbeeren einfach mag. Gleichzeitig baut diese Mojito-Variante eine Brücke von der Bar-Klassik zu den lokalen Brennern, die auch für Puristen gangbar ist.

Rezept:

3 cl leichter Rum (z. B.: Havana Club 3 Años)

3 cl Himbeergeist

3 cl Limette

2-3 Barlöffel Zucker

10 Minz-Blätter

Dash Soda

 

Glas: Longdrink

Garnitur: Minzzweig + Himbeere

Zubereitung:

Der Drink wird wie ein klassischer Mojito im Glas gebaut: Minze mit Limette und Zucker im Glas vorsichtig andrücken und etwas verrühren. Rum und Himbeergeist dazu geben und mit Eis auffüllen, kalt rühren und mit Soda toppen.

 

Tiki Beere

Sammy Walfisch, Botanical Garden, Wien

Die Verwandtschaft von Aromen zu nutzen, sieht wiederum Sammy Walfisch als Vorteil eines (ungesüßten) Fruchtbrands in Cocktails an. „Für mich verlängert etwa die Vogelbeere die Mandelnoten“, gibt der Wiener mit seinem Wildfrucht-Tiki-Drink ein eindrucksvolles Beispiel dieser Theorie. Der abseits des Digestif-Wagens kaum eingesetzte alpine Klassiker peppt im Botanical Garden einen Mai Tai-Twist auf. Wer hätte das gedacht?

Rezept:

2 cl Puchheimer „Mährische Vogelbeere“

2 cl hausgemachter Mandelsirup*

2 cl Limettensaft

5 cl weißer Rum

1 cl Dry Curaçao

 

Glas: Tiki Mug

Garnitur: Cocktail-Schirmchen, getrocknete Zitrusscheibe

Zubereitung:

Tiki-Becher vorkühlen und alle Zutaten (außer dem Curaçao) im Shaker mit Crushed Ice lange kalt schütteln. In den Tiki-Mug eingießen und mit Crushed Ice aufüllen. Dry Curaçao über einen Barlöffel langsam darauf gießen.

* Hausgemachter Mandelsirup

250 Gramm geriebene Mandeln in einem Küchentuch einwickeln. Das Tuch mit den Mandeln in einem Topf mit einem Liter Wasser eintauchen und vollsaugen lassen. Dann in einem anderen Topf ausdrücken. Den Vorgang wiederholen bis das ganze Wasser zu Mandelmilch konvertiert wird. Einen Liter Mandelmilch mit einem Kilogramm Kristallzucker aufkochen lassen und ca. 15 Minuten weiter köcheln lassen. Abkühlen lassen und abfüllen.

 

Camouflage

David Bandak, Widder Bar & Kitchen, Zürich

Dass im Fruchtbrand-Land Schweiz nicht nur das „Kirschli“ zum Fondue eingeschenkt wird, bestätigt Wolfgang Mayer aus der Zürcher Widder Bar & Kitchen. Sein Barchef David Bandak hat sich für die Verbindung zweier Schweiz-Klischees entschieden und bringt Schokolade und Birne zusammen. Der Cocktail mit der undurchsichtigen weißen Oberfläche heißt „Camouflage“. Kinder der 1980er werden dabei wohl den einzigen Hit von Stan Ridgway summen, doch der Name spielt nicht auf Vietnam an, sondern das gesprenkelte Schoko-Häubchen, unter dem der Zuger Brand von Thomas und Cordula Heiner seinen Auftritt als „Sour“ hat. Es soll auch in Zürich nicht der letzte Schnapsdrink sein, so Mayer: „Es gibt in der Schweiz ganz viele kleine Brennereien, die keiner kennt, und auf die wir in Zukunft auch bauen werden.“

Rezept:

5 cl Roter Williams (Heiners Zug)

3 cl Zitronensaft

2 cl Zuckersirup (1:1)

1 cl frisches Eiweiß vom Bio-Ei

2 Dashes Cherry Blossom Bitter (The Seventh Sense)

weißes Schokolade-Eis

 

Glas: tiefe (Tee-)Schale

Garnitur: Schokoraspel

Zubereitung:

Bis auf das weiße Schokolade-Eis alle Zutaten mit Eiswürfeln in den Shaker geben und kalt schütteln. Den Drink in eine tiefe Schale abseihen und die Kugel Eis darauf platzieren. Mit Schokoraspel garnieren.

Photo credit: Shutterstock

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