Das Pfefferbräu mit modernem Gesicht.

Drinks 29.11.2013

Wird Berlin wieder zur Braustadt? Die jüngsten Neueröffnungen lassen darauf hoffen. Der Pfefferberg hat seit Kurzem wieder eine Braustätte. Thorsten Schoppe, der bekannte Braumeister, wiederbelebt den Geist  der alten Gebräue. Dirk Hoplitschek hat sich vor Ort umgesehen.

Der Pfefferberg kann auf eine belebte Geschichte zurückblicken. Im Jahre 1841 von dem Bayern Joseph Pfeffer als Brauerei gegründet, wurde er später als Großbäckerei, Schokoladenfabrik und auch als Druckerei genutzt.

Nun kehrt die Braukunst endlich in die historische Anlage zurück! Im Rahmen der Rekonstruktion der alten Industriegebäude auf der kleinen Erhebung an der Barnimkante (denn es braucht schon ein Berliner Augenzwinkern, um so etwas als “Berg” zu bezeichnen), führt die VIA Schankhalle Pfefferberg GmbH die Marke Pfefferbräu wieder ein, gibt ihr jedoch ein modernes Gesicht: Thorsten Schoppe, bekannt als Braumeister aus dem Brauhaus Südstern und für Biere wie das famose XPA oder das RoggenRoll, schwingt den Braulöffel und versucht so, den Geist der alten Pfefferberggebräue wiederzuerwecken.

Das von Backstein, Eisenträgern, Holz und Sudkesseln dominierte Restaurant hat bereits seit dem 1. November 2013 geöffnet, doch erst am letzten Freitag erklommen die Aktiven, Freunde, Pressevertreter und einige geladene Gäste den Pfefferberggipfel an der Schönhauser Allee 176, um die offizielle Eröffnung zu feiern.

Zu diesem Anlass stach Thorsten Schoppe ein Fässchen eigens kreierten Eisbocks an. Dabei handelte es sich um eine stärkere Variante seines Pilseners, bei der nach teilweisem Einfrieren das Eis abgeschöpft wird, um einen noch intensiveren Geschmack zu erhalten. Beispiele der kulinarischen Kreationen aus der Küche begleiteten die Biere und vermittelten einen Eindruck von der Idee hinter Pfefferbräu: Klassische, deutsche Küche und Getränke, zubereitet auf hohem Niveau.

 

Pfeffer im Pilsener

Die Biere spiegeln dieses Konzept wieder. Zwar gab es bisher nur das Pilsener und das Dunkel zu verkosten, doch beide sind bereits ein Stück weg von den üblichen Berliner Braugasthausbieren. Das Dunkle ist unerwartet kräftig, süß und hat eine dichte, malzige Textur, während das Pilsener im Abgang mit einem trockenen, würzig-scharfen Hopfenstich aufwartet, wie man ihn von einem Pfeffer-Bräu erwarten kann. Schoppe hat bereits anklingen lassen, dass er dort einige Kapazitäten für Spezialbiere haben wird. Wenn die zwei Standardsorten hier die Marschrichtung für Kommendes vorgeben, freuen wir uns bereits auf weitere neue Gebräue aus dem alten Gemäuer.

Dennoch geht es bei der Neubelebung des Pfefferbergs nicht nur um Bier. Das Restaurant ist an ein Theater angeschlossen, betrieben von der Woesner Brothers Theaterproduktion. Hier wird man Dramen und Komödien nicht nur auf der Bühne, sondern bald auch auf Zelluloid erleben können. Restaurant und Theater gehören zu einem teils gemeindegeförderten Projekt zur Integration Behinderter in den Arbeitsalltag. Kultur, Unterhaltung, leckeres Essen und dieses wärmende Gefühl, gutes Bier für eine bessere Welt zu trinken? Auf zum Pfefferberg! Das Restaurant hat Dienstag bis Samstag ab 17:30 geöffnet. Für das kommende Frühjahr ist ein Biergarten geplant.

Pfefferberg

Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin

U 2 Senefelderplatz

Di – Sa: ab 17.30 Uhr
So & Mo geschlossen

Kartenzahlung: Ja

Rauchen: Ja

pfefferbraeu.de

Photo credit: CC BY Aidan Jones

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