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Ein Porträt. Holger Spitzki, Hemingway Bar Erfurt.

Eisberg, Sammler und Macher. Über 30 Jahre Berufserfahrung und an der Entwicklung der Barkultur beteiligt seit der ersten Stunde.

MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit Holger Spitzki, dem Freund des guten Geschmacks .

Die Karriere des Erfurter Bartenders und Gastronomen Holger Spitzki nimmt seit 1982 ihren Lauf. Im zarten Alter von 15 Jahren wird der junge Spitzki in das harte Geschäft der Gastronomie geworfen. „Tja, da bin ich einfach ins kalte Wasser geworfen worden. In der Bar meiner Schwester herrschte damals Personalmangel“, erinnert sich Spitzki. 32 Jahre später kann er amüsiert auf die ersten Tresenerfahrungen zurückblicken. Seit dem hat sich eine Menge getan.

Die große Liebe

Nachdem er sich gegen eine gastronomische Ausbildung entschieden hat, erlernte er den Beruf des Kaufmanns. Wie viele Andere auch, konnte sich Spitzki nicht den weitreichenden Fängen und dem Bann der Gastronomie entziehen und sie holte ihn sich zurück. Vor rund zwei Dekaden fand er sich in der Funktion des leitenden Geschäftsführers eines kleinen Hotels mit Restaurant wieder. 1997 fand er seine große Liebe – Die Hemingway Bar.

Das Geheimnis des Eisbergs

Schon im Folgejahr erarbeitete er sich den Posten des Geschäftsführers und weitere drei Jahre später konnte er das Hemingways sein Eigen nennen. Das Erfolgskonzept sind Ehrlichkeit und Qualität. „Mache das, was du kannst und verbiege dich nicht um etwas darzustellen, was du nicht bist!“ sagt Spitzki überzeugt. Er selbst ist, neben der Hemingway Bar, mit seinem Geschäftspartner in verschiedene Projekte involviert. Diese Unternehmungen werden, wie auch Details über seine Familie, mit charmanter Diskretion behandelt.

Wie Ernest Hemingway einst schon sagte: „Die Würde, die in der Bewegung eines Eisberges liegt, beruht darauf, dass nur ein Achtel von ihm über Wasser zusehen ist.“ Es trifft als Beschreibung auf Spitzki zu. Ruhig, mit großer Kraft und einfach cool.

Der Sammler

Gerne berät, verführt und überrascht Spitzki seine Gäste mit kleinen Schätzen in seiner Bar. Persönliche Favoriten und Kostbarkeiten für seine Kundschaft sind beispielsweise ein Trois Rivières Vieux, ein Jahrgangs  Rhum Agricole von 1977. Jedoch ist dieser nur einer von vielen. Beim Spirituosengrundstock des Sammlers schlagen des Connaisseurs Herzen höher. 210 Sorten Rum, 115 verschiede Gin und weitere 114 Sorten Vodka schmücken und rüsten die Hemingway Bar. Sollte die Menge und die Auswahl die Gäste nicht beeindrucken, steckt hinter jedem einzelnen Produkt noch eine Geschichte, die Spitzki seinen Gästen näherbringen kann.

Spitzki selbst trinkt am liebsten einen Old Fashioned, aus Ardbeg Whisky und einem selbst zubereiteten Zitronengrassirup. Jedoch ist er einem Feldversuch und im Zuge der mixologischen Wissenschaft nicht abgeneigt, die wildesten Gin & Tonic Varianten auszuprobieren. An einer Verkostung und Gin-Schulung mit Gästen hat er immer wieder Spaß.

Inspirieren lässt er sich gerne von seinem Vorbild Dale DeGroff. Größten Respekt spricht Spitzki seinem Erfurter  Kollegen Thorsten Spuhn aus. Von diesen Herren würde er sich „zu jeder Zeit und an jedem Platz der Welt“ einen Drink mixen lassen. Er selbst bleibt bescheiden, aber anspruchsvoll.

So fordert und fördert er sein Barteam. Spitzki sagt: „Cocktailwettbewerbe, sind eine wichtige Leistungsshow und eine grandiose Plattform, um ein flächendeckendes Netzwerk zu schaffen. Meine Bartender müssen regelmäßig daran teilnehmen.“

Die Zukunft

Für die kommenden 10 Jahre wünscht er sich, die deutsche Barkultur mitzugestalten und freut sich auf neue Akzente. „Junge Bartender sollten immer Augen und Ohren offen halten und zu jeder Zeit sich selber treu zu sein“, sagt Holger Spitzki. Nach „Der alte Mann und das Meer“ wird er es eventuell etwas ruhiger angehen lassen.

 

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