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Die richtigen Gewürze für den Glühwein: Weniger ist mehr

Glühwein: Diese fünf Gewürze müssen sein.

Ein echter, handgemachter Glühwein ist eine winterliche Delikatesse – und er braucht nur fünf Gewürze. Das Ergebnis hat nichts zu tun mit der Zuckerplörre, die auf allen Weihnachtsmärkten ausgeschenkt wird. Stattdessen sollten schlicht die Aromen des Weins gekonnt in Szene gesetzt werden. Wir verraten, mit welchen fünf Zutaten der Glühwein garantiert gelingt!

Es gibt nichts Schlimmeres als Glühwein. Das ist zumeist vollkommen zutreffend, solange man sich im Dunstkreis sogenannter Weihnachtsmärkte bewegt. Wie schon der Schriftsteller Max Goldt vor einigen Jahren schrieb, sollte man an Weihnachtsmärkten lieber „seitlich dranvorbeigehen“ – und auch er bezog sich dabei unter anderem auf den schlechten, zuckerverklebten sogenannten Glühwein, der auf deutschen Christkindlmärkten meist serviert wird.

Glühwein, klassisch

Zutaten

1 Flasche (750 ml) nicht zu schwerer, trockener Rotwein (z.B. Spätburgunder)
1 Zimtstange
Schale von 1 Orange (Bio)
5 Gewürznelken
3 bis 4 Kapseln grüner Kardamom
1 bis 2 Sternanis
Agavendicksaft, Honig oder weißer Rohrzucker

Weniger ist mehr, auch beim Glühwein

Dabei gibt es nach einem kalten Tag eigentlich kaum etwas Schöneres als Glühwein! Doch wie bei allem, was köstlich sein soll, gilt: An Qualität führt kein Weg vorbei, und weniger ist mehr – auch beim Glühwein. Wer im Supermarkt € 1,99 für einen Liter Fertigmischung zahlt, darf sich nicht wundern, dass er quasi Traubensirup mit Alkohol bekommt. Und wer beim Selberkochen achtunddreißig Gewürze in den Glühweinkessel wirft, hat am Ende kein Vergnügen.
Denn beim Glühwein geht es darum, mit ein paar Gewürzen die Aromen des Rotweins zu unterstreichen und für einen weihnachtlichen Touch zu sorgen. Natürlich kann man immer noch individuell nachgestalten. Aber an unseren fünf wichtigsten Gewürzen für den besten Glühwein sollte stets festgehalten werden!

Zimt – die Glühwein-Basis

Die aromatische Baumrinde (cinnamomun verum) ist für viele Menschen das wahrscheinlich weihnachtlichste und winterlichste Gewürz überhaupt – schließlich gibt es ohne Zimt keine Zimtsterne, und auch Gewürzspekulatius ist ohne nicht denkbar.
Gleiches gilt aber auch für den Glühwein. Die herzhaften, leicht pikanten und wärmenden Noten des Zimts geben dem Wein Tiefe und Fülle. Dazu kommt die wichtige Assoziation zu süßem Gebäck: Durch sie erhält der Glühwein eine abstrakte Süße, ohne dass gezuckert werden muss. Beim Erwärmen des Weins sollte schlicht eine in mehrere grobe Splitter zerstoßene Zimtstange verwendet werden. Den Zimt nicht hinein reiben, das könnte seine Note im fertigen Glühwein zu penetrant und scharf werden lassen.

Gewürznelken – der Alleskönner

Die Gewürznelke (syzygium aromaticum) ist ein echter Tausendsassa an der Bar – etwa als Bestandteil zahlreicher Liköre oder als zentrale Zutat in vielen Aromatic Bitters. Mit ihrer dunklen Floralität, leicht erdigen Tönen und den Nuancen getrockneter Beeren legt sie ein warmes Fundament unter die ohnehin vorhandenen Rotwein-Aromen und verdichtet den Geschmack. Zusammen mit dem Zimt ist es vor allem Gewürznelke, die dem Glühwein jenen Duft gibt, der die meisten Leute an Weihnachten denken lässt. Damit diese Aromatik nicht zu stumpf wirkt, fächern wir sie aber weiter auf!

Orangenschalen – für die Frische

Die vollmundige, saftige Fruchtigkeit der Orangenschale gibt dem Glühwein einen echten Frische-Kick und balanciert die eher erdig-pikanten Aromen der anderen Gewürze. Durch die Erwärmung im heißen Wein werden die Schale und die in ihr enthaltenen Öle teilweise karamellisiert und erreichen so eine fast konfitürenähnliche Note. Wer sich noch etwas mehr Frische und Spritzigkeit wünscht, kann gern zusätzlich ein wenig frisch ausgepressten Saft aus der Orange mit in den Glühwein geben. Oder gar am Ende statt mit Zucker lieber mit einem selbstgemachten Oleo Saccharum süßen. Grundsätzlich passt Orange für einen Glühwein besser als Zitronenschale. Aber es darf natürlich experimentiert werden.

Grüner Kardamom – es lebe die Komplexität

Grüner Kardamom (elettaria cardamomum) ist zwar ein typisches Gewürz in der Adventsbäckerei, in Glühwein-Rezepten findet er sich allerdings seltener. Wie eigenartig! Denn mit seinem Aromenmix aus Mineralität, Frische, malziger Süße und dunkler Schokolade bereichert er den Glühwein immens! Verarbeitet werden sollten natürlich am besten stets nur ganze, noch nicht aufgebrochene, grüne Kapseln – und äußerst sparsam.

Sternanis – die „dunkle“ Seite

Was nun noch fehlt, sind die lakritzig-deftigen Aromen. Sie sollen auf keinen Fall zu deutlich vorschmecken, sind aber im Wein ohnehin vorhanden und bilden das Fundament für alle anderen Nuancen. In jedem Fall sollte Echter Sternanis (illicium verum) verwendet werden. In ihm verbinden sich die typischen Anistöne mit öliger Komplexität, leichter Süße und feiner Schärfe. Je nach Qualität und Intensität genügen pro Flasche Wein bereits ein bis zwei „Sterne“.
Wie Sie aus diesen fünf Gewürzen einen köstlichen, aromatischen und nicht zu süßen Glühwein zubereiten, finden Sie in unserem genauen Rezept

Credits

Foto: Hannah Pemberton on Unsplash

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