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FÜNF! besondere Termine bis zum Sommer

Wohin, wohin? Die Zahl der Bar-Shows wächst von Jahr zu Jahr. Doch auch für Bartender und Drink-Liebhaber gibt es noch viel mehr als öde Messen. Wir geben FÜNF! Tips. Bevor im Sommer alle in die Sonne fahren, geben wir Ratschläge, wie man freie Zeit und Bildung in diesem Frühjahr und Frühling bestens verbinden kann.

Es gibt mittlerweile so dermaßen viele und große Fachveranstaltungen für die Bar, dass man sich bisweilen fragt, wer dort eigentlich überall so hingehen soll. Und in vielen Fällen geht es am Ende nur um Messestände von Marken, ohne Mehrwert, ohne Nachhaltigkeit, ohne Weiterbildung.

Und die Urlaubstage eines Bartenders sind rar gesät, da möchte man sie wahrlich nicht verpulvern, um vier Mal im Jahr vor denselben Marketinggesichtern zu stehen, die einem die nächste Ultra-Premium-Abfüllung (ohne Altersangabe) unter die Nase halten. Bevor also der Sommer kommt und alle sowieso nur „irgendwie in die Sonne“ fliegen, haben wir ein wenig im Kalender gekramt und FÜNF! Events versammelt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber allesamt nicht so ganz von der Stange sind und die ihren Besuchern praktisch unter Garantie im Gedächtnis bleiben.

1) Braukunst Live! (26. bis 28. Februar 2016, München)

Die „Braukunst“ ist für viele Bierliebhaber das wichtigste Wochenende im Jahr. Hier trifft sich die deutschsprachige Szene, und auch internationale Brauer, sowohl Industriegiganten als auch Crafties, sind gut vertreten. Hier bringt man sich auf den neuesten Stand, findet spannende Produkte, die es vielleicht noch nirgendwo gibt. Und man kommt mit so vielen Brauern ins Gespräch, wie sonst wohl nirgendwo in Deutschland.

Doch was die Messe im historischen Museum der Münchener Verkehrsgesellschaft so besonders macht, ist oft das skurrile Aufeinandertreffen der ach so gegensätzlichen Bier-Universen: hier fachsimpelt der Loden tragende Traditionsbrauer mit dem tätowierten Craft-Brauer über den Einsatz von Dinkel im Bier, während sich 10 Meter weiter der vollbärtige Alm-Öhi in Lederhosen nur ein Münchener Hell wünscht und deswegen in Streit mit dem bemützten Gypsy-Brauer aus Berlin gerät, der nur noch Berliner Weisse, Barley Wine und Oyster Stout am Start hat. Kenner warten übrigens bis zum Sonntag, da die ersten beiden Messetage, vor allem der Samstag, meist grässlich überfüllt sind. Tagestickets sind für 22,50 Euro online erhältlich.

2) Reykjavik Bar Summit (29. Februar bis 3. März 2016, Reykjavik, Island)

Der kleine Inselstaat im Nordatlantik ist nicht nur berühmt dafür, dass die lokale Elfen-Lobby durchaus mal ein Großbauprojekt stoppt, sondern auch für sein reines Wasser. Das haben sich einige Spirituosenhersteller, beispielsweise Martin Miller’s, bereits zunutze gemacht. Wesentlich weniger bekannt ist hingegen, dass die Hauptstadt Reykjavik (übrigens die nördlichste Kapitale der Welt) zwar klein ist, aber ein feines, quirliges und von internationalen Trends geprägtes Nacht- und Barleben zu bieten hat.

Zum zweiten Male nach 2015 (MIXOLOGY hatte das Glück, im letzten Jahr vor Ort zu sein) findet darum dieses Jahr pünktlich zum Ende der Polarnacht der internationale Reykjavik Bar Summit statt, übrigens unterstützt vom nationalen Tourismusverband. Dabei ist der „Gipfel“ vor allem eine Bartender-Veranstaltung, im Zentrum des Events stehen Networking und vor allem ein großer, mehrtägiger Wettbewerb zwischen verschiedenen (und zwar sehr namhaften) europäischen und nordamerikanischen Barteams. Abgerundet wird der Summit durch viel Nebenprogramm in den Bars der Stadt. Tickets für den „Summit“ kosten umgerechnet rund 70 Euro, Flüge gibt es via Iceland Air ab Frankfurt/Main.

Ein Event, das sicher ein wenig Trinkfestigkeit erfordert, aber auch jenseits etwaiger Polarlichter ein besonderes Erlebnis sein dürfte!

3) Destille Berlin Craft Spirits Festival (23. & 24. April 2016, Berlin)

Seit 2012 steht die Destille Berlin für einen angemessenen Rahmen, um handwerklich hergestellte Spirituosen in Augenschein zu nehmen und mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. Die in Kooperation mit dem Verein Slow Food und der Berliner Markthalle Neun abgehaltene Messe erfreut sich seit der Gründung immer größerer Beliebtheit und bringt Fachleute verschiedener Couleur – Bartender, Brenner, Händler, F&B-Manager, Journalisten & Blogger sowie Köche und natürlich Liebhaber zusammen.

Die von der „Destille“ verliehenen Medaillen sind in der Foodie- und Kennerszene bekannt und genießen einen hervorragenden Ruf. Zudem ist einfach die Location immer einen Besuch Wert: das Magazin der Heeresbäckerei in Kreuzberg, gar nicht weit von unserer MIXOLOGY-Redaktion, dürfte in der zarten Frühlingssonne ganz besonders charmant leuchten. Ticket sind ab 1. Februar verfügbar.

4) Fèis Ìle – The Islay Festival (20. bis 28. Mai 2016, Islay, Schottland)

Streng genommen ist das „Fèis Ìle“, so heißt „The Islay Festival“ in gälischer Sprache, gar nicht ein Event, sondern eher so etwas wie eine Art Festwoche mit zahlreichen einzelnen Veranstaltungen auf der Insel, die sich zu einer Reihe formen. Wir wissen aber, dass – einfach durch die Verwendung des Wortes „Islay“ – bei vielen Bartendern ein pawlow’scher Reflex samt Speichelfluss ausgelöst wird. Und immerhin besuchen laut Veranstalterangaben rund 100.000 Menschen das Fèis Ìle – es kann sich also nicht nur um hammerharte Folklore handeln.

Vor allem aber – und da wird es für den Spirituosenliebhaber interessant – zeichnet sich das Festival auch dadurch aus, dass traditionell  a l l e  Brennereien der Insel im Laufe der Woche offene Besuchertage abhalten. Wer aus eigener Erfahrung weiß, wie schwierig es mitunter ist, die eine oder andere kleine Hebridendestillerie von innen zu sehen, der versteht diesen Wink. Und auch sonst sollte es im Zuge des Fèis Ìle die Gelegenheit für den einen oder anderen Dram geben. Für Torf-Touristen und Malt-Maniacs die vielleicht schönste Woche im Jahr.

5) Made in GSA Competition 2016 (23. Mai 2016, Basel)

Ein wenig Eigenwerbung muss erlaubt sein. Und das auch nur, weil die hauseigene Cocktail-Competition von MIXOLOGY für uns – das Team – als auch für die Teilnehmer einen ganz besonderen Tag bedeutet. Denn noch immer sind wir froh und stolz über diesen Wettbewerb, der nicht nur Bartender aus drei Staaten gemeinsam an einer Bar zusammenbringt, sondern der außerdem vom wahrscheinlich größten und vielfältigsten Zusammenschluss an Spirituosenherstellern unterstützt und getragen wird. Ein toller Ausdruck für den Zusammenhalt der Szene.

Freilich gibt es, im Gegensatz zu den anderen vier Events keine Tickets zu kaufen. Wer sich jedoch für das Finale qualifiziert, der kann sich sicher sein, einen sehr besonderen Tag mit vielen neuen Bekanntschaften und Einflüssen zu erleben. Und das nicht nur in der Bar des Hotel Les Trois Rois in Basel, einer der schönsten Bars von GSA-Land, sondern diesmal auch unter den Augen von Barlegende Charles Schumann. Ab dem 1. März ist die Bewerbung möglich, weitere Informationen zu Regelwerk und Ablauf gibt es demnächst hier auf MIXOLOGY ONLINE.

Credits

Foto: Uhr via Shutterstock.

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