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FÜNF! gute Vorsätze für Bartender

Das Bar-Jahr geht zu Ende, das nächste kündigt sich an. Auch in der Redaktion fragt man sich, was Bartender und Bartenderin im kommenden Jahr vielleicht besser machen könnten. Hier kommen zum letzten Mal in diesem Jahr unsere beliebten FÜNF! Diesmal mit guten Vorsätzen fürs neue Jahr.
Mit Vorsätzen ist das so eine Sache. An allen Ecken und Enden findet man sie dieser Tage. Der Mensch neigt dazu, Vergangenes und Kommendes romantisch zu verklären: das alte Jahr wird im Rückspiegel emotional aufgeladen, und das neue zur Projektionsfläche aller guten Absichten und Hoffnungen hochstilisiert. Vor derartigen Wallungen ist aber tatsächlich kaum jemand gefeit, so dass auch wir uns gefragt haben, was das nächste Jahr vielleicht dem einen oder anderen Tresenkünstler gut tun würde. Vorhang auf für unsere FÜNF! Vorsätze.
1) Mehr Freizeit
Viele Bartender neigen zur gedanklichen Monomanie. Bereits vor einigen Tagen gab sich Phil Duff an dieser Stelle die Ehre und gab stolz die These preis: jeder Bartender braucht ein Hobby. Es sollte klar sein, dass damit eben nicht das Sammeln von Spirituosen oder Bartools gemeint ist.
Liebe zum Beruf ist etwas wunderbares, aber nichts ist schlimmer als eine Person, die jenseits der Arbeit keine Interessen hat. Wer partout keine Hobbys pflegt, sollte sich wenigstens Zeit für die Familie oder regelmäßige Spaziergänge nehmen. Dann ist die Leichenblässe am Tresen wenigstens nicht mehr ganz so kalkweiß.
2) Yoga
Es ist ein billiges Klischee, doch sprechen wir es einmal aus: Yoga tut wirklich und ausnahmslos allen Menschen gut. Niemand wird verlangen, dass man den freien Tag dazu nutzt, um sich im Detail mit sämtlichen Feinheiten der philosophischen Rahmenbedingungen des Yogas zu befassen. Aber allein 15 Minuten täglicher Übungen durchströmen nicht nur den Leib mit Wärme und Kraft, sondern auch der Geist wird aufgeräumt und in andere Bahnen gelenkt.
Der Abend am Tresen fühlt sich anders an, wenn man sich tagsüber die Zeit genommen hat, um sich mit ein wenig Yoga in Form zu halten. Und ein wenig mehr Gleichmut tut manchmal herrlich gut.
3) Weniger Wettbewerbe
Cocktailwettbewerbe sind fraglos eine Bereicherung in der Barwelt. Niemand will diese Tatsache anzweifeln. Doch in den letzten Jahren hat die Zahl der groß aufgezogenen, auch international Wellen schlagenden Copmetitions ebenso zugenommen wie deren Beachtung innerhalb der Szene. Auch daran ist prinzipiell nichts schlecht.
Aber es scheint bisweilen, als ob so mancher Bartender der Meinung ist, dass Wettbewerbe zwingend erforderlicher Teil einer Karriere sind. Teilweise im Monatstakt finden sich immer wieder die selben Gesichter bei den verschiedensten Veranstaltungen. Freilich bleibt es jedem selbst überlassen, doch mitunter wirken Wettbewerbsteilnahmen in der Endlosschleife ein klein wenig entwürdigend für alle Beteiligten. 15 Marken in 12 Monaten. Und jeder macht man sich dienstbar? Nicht nur in vielen klassischen Drinks ist weniger oft mehr.
4) Weniger Saufen
Noch ein Klischee, das aber ebenfalls manchmal seine traurige Berechtigung erfährt. Viele Barmänner und -frauen scheuen den einen oder anderen Drink nicht. Damit soll nicht nur die Arbeit selbst gemeint sein, sondern ebenso die Stunden nach dem Feierabend oder freie Tage, an denen häufig umso hemmungsloser ins Glas geschaut wird.
Noch immer haben einige Angehörige der Szene ein problematisches Verhältnis zum nun einmal omnipräsenten Alkohol. Das wird auch bis ans Ende aller Tage so bleiben, soviel ist sicher. Dennoch empfiehlt sich der Vorsatz, so manchen Tag ohne Drinks zu beenden. Der Körper – und noch mehr der Geist – werden es täglich danken!
5) Mehr Gleichmut
Dieser Vorsatz ist gewissermaßen die Konsequenz der anderen. Es wird immer junge Wilde geben, die sich dem Beruf mit Hingabe, Leidenschaft, Eifer und manchmal auch einer Spur zuviel Temperament widmen. Zu jeder Zeit wird es sie geben, und sie nehmen sich keine Freizeit, trinken zu viel und sie nehmen an reihenweise Wettbewerben teil. Und das Temperament, das Feuer gedeiht. Was der ewigen Jugend, die der Bar-Beruf bisweilen verspricht, manchmal innewohnt, ist ein kleiner Mangel an Gleichmut.
Doch eine lange Karriere hinter der Bar braucht genau das: Gleichmut und manchmal ein dickes Fell. Das kann nur derjenige leisten, der sich mit sich selbst im Reinen befindet. Derjenige, der auf sich Acht gibt und für den der Beruf zwar wichtig, aber nicht alles ist. Versuchen wir, im Kommenden Jahr etwas mehr auf uns zu achten!
 

Credits

Foto: Familie beim festlichen Dinner via Shutterstock

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