Happy Birthday Daddy! 150 Jahre Bartenders Guide.

Geschichte 19.7.2012

Professor Jerry Thomas. Er wird als Vater aller Bartender bezeichnet. Nach ihm wurden Homepages, Bars und sonstige Projekte benannt. Partys werden unter seinem Namen gefeiert, weltweit wird sein angeblicher Geburtstag zelebriert und am Tag seines Ablebens wird ihm gedacht. Auch wir gedenken ihm heute. Genauer gesagt, seinem Cocktail-Buch.

Jerry Thomas‘ Bartenders Guide, auch bekannt unter dem Namen How to Mix Drinks oder A Bon Vivant‘s Companion, feiert in diesem Jahr ein rundes Fest. 150 Jahre ist es her, seit die Erstauflage des Buches mit wunderbaren 236 kategorisierten Rezepten veröffentlicht wurde. Es war das erste Cocktailbuch in den USA. Und wie sich im Laufe der Jahrzehnte herausstellte, sollte es bis heute ein wegweisender Kanon der Cocktailgeschichte und eine Sammlung an Rezepten bleiben. Dieses Buch ist – und wird es wohl auch immer bleiben – für die meisten Bartender, Barflys und Cocktail-Nerds der Klassiker schlechthin und ein unabdingbares Standardwerk der Szene.

Stories and Drinks

Lange Zeit war das Leben des von Bartender liebevoll als Professor oder Vater bezeichneten Jerry Thomas von vielen Mythen und Legenden umwoben. Doch die Zeiten ändern sich und der Schleier wurde in den letzten Jahren immer weiter gelüftet, Maßgeblich daran beteiligt war der international renommierte Cocktail-Historiker David Wondrich, der mit seinem Buch Imbibe! von 2007 dem Professor Thomas ein Denkmal aus „Stories und Drinks“ setze.

Wer heute, 150 Jahre nach dem Erscheinen des Bartenders Guide, in der Geschichte und derselben großartigen Drinks stöbern möchte, legt sich am besten beide Bücher nebeneinander und beginnt dann seine Reise. Eins vorab: Auf diesem Trip gibt es einiges zu erleben. Eine ganze Reihe an Mischgetränken werden hier erstmalig aufgeführt. Egal ob Mint Julep, Daisys, Flips, Fizzes und Sours. Im Bartenders Guide ist man am Gaumenzäpfchen des guten Geschmacks angekommen.

Feurige Innovation

Auch mangelte es Jerry Thomas nicht an weiterer Innovation. Egal, ob es die Zubereitungstechnik seines Blue Blazers, das Einsetzen von besonderen Zutaten wie speziellem Zucker, Musik, Bildern und Spiegeln in der Bar oder die Einführung von Zitruszesten als Garnitur für Drinks ist. Professor Jerry Thomas war ein Bartender und Showman, der dies alles – und noch mehr – geprägt hat. Damit war der Grundstein für das gelegt, was wir heute noch in guten Bars so schätzen: hervorragende Drinks und angenehme Atmosphäre.

Zum 150. Jubiläum der Erstausgabe gibt es dafür von uns ein dickes Dankeschön und für alle Leser noch mal das Rezept des Blue Blazers zum Nachmachen mit Anmerkungen von David Wondrich. Mit der zusätzlichen Bitte der Rezeptur respektvoll gegenüberzutreten. Oder anders gesagt: Verbrennen sie sich nicht!

 

Blue Blazer

2 Stück Zitronenschale

2 Teelöffel Demerara Zucker

12 cl Scotch in Fassstärke

Glas: Feuerfester Tumbler oder Metallbecher.

Zubereitung:

1. Place a piece of lemon peel in each of two teacups or small, heavy glasses.

2. To prevent house fires, pour some water into a baking sheet over which you will make blue blazers.

3. Dim lights. Have ready two one-pint mugs, ideally metal with a flared lip. Pour sugar and 3 ounces of boiling water into one mug and then add Scotch. Ignite alcohol with a long match and pour about half the liquid into empty mug, then pour that back into the first mug. Repeat four or five times. Proceed quickly but with great caution.

4. Pour flaming drink into teacups or glasses and cover with mug to extinguish flames.

Yield: Two drinks and, with luck, generous applause.

Note: It is imperative to practice this drink with water, and no fire, before attempting the combustible version.

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