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Ginger Beer Rezept & Geschichte

Ginger Beer! Eine scharfe Erklärung

Ginger Beer hat eine lange Tradition. Auf dem Weg in deutschsprachige Kühlschränke hatte die Ingwerlimonade einige Hürden zu überwinden. Wir erklären Geschichte, Herstellung und Verwendung in Cocktails.

» Die Geschichte des Ginger Beers begann als alkoholisches Getränk. «

Die meisten Cocktailliebhaber kennen Ginger Beer als Zutat des beliebten Moscow Mule oder der Variante Munich Mule. Und diese beliebten Longdrinks sind tatsächlich auch der Grund, wieso wir heute in den Kühlschränken der Supermärkte scharfe Ingwerlimonaden verschiedener Hersteller finden.

Begonnen hat die Geschichte des Ginger Beers allerdings als alkoholisches Getränk. Die aus Asien stammende Knolle kam über den Kolonialhandel nach Europa. Auf den britischen Inseln begann man ab dem 18. Jahrhundert, aus Ingwer, Zucker und Zitronensaft ein erfrischendes, leicht alkoholisches Getränk zu brauen.

Moscow Mule

Zutaten

5 cl Vodka
1 cl frischer Limettensaft
10-12 cl Ginger Beer

Zubereitung

1. Glas mit Eiswürfeln füllen
2. Vodka und Saft dazugeben
3. Mit Ginger Beer auffüllen und kurz umrühren.

Glas

Kupferbecher / Highball

Garnitur

Limettenspalte (klassisch) / Gurkenscheibe (modern)

Erst die Kohlensäure brachte die Limonade

Hersteller wie Fentimans aus Hexham bei Newcastle upon Tyne arbeiten immer noch in dieser Tradition. Die wenigen, heute vertriebenen alkoholischen Ingwerbiere wie Crabbie’s, Hollow‘s oder Stone’s haben einen Alkoholgehalt von 4 bis 5 % Vol.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen mit der Technik der künstlichen Karbonisierung Rezepte für alkoholfreie Ingwerlimonaden in Umlauf. Die Basis hierfür bildete ein Ingwersirup aus Zucker, Wasser und Ingwer, der mit Sodawasser gemischt wurde.

Und dies ist das Ginger Beer, wie es heute verwendet wird. Eine alkoholfreie Limonade mit deutlich präsentem Ingwergeschmack.

Moscow Mule Cocktail | Mixology - Magazin für Barkultur

Was ist der Unterschied zwischen Ginger Beer und Ginger Ale?

Bevor Ginger Beer durch den Aufstieg der Cocktailkultur populär wurde, war hierzulande das eng verwandte Ginger Ale erhältlich. Der Name dieser Limonadenvariante verweist ebenfalls auf die frühere alkoholische Tradition dieses Getränks. Mit „Ales“ werden im Englischen obergärige Biere bezeichnet.
Zwar ist nach allgemeinem Verständnis und zum Teil auch gesetzlicher Definition wie etwa durch das US-amerikanische Agrarministerium auch bei Ginger Ale Ingweraroma die geschmackliche Basis. Die kommerziell vertrieben Varianten von Ginger Ale wie zum Beispiel von Schweppes wiesen über lange Zeit aber nahezu keine ausgeprägten Ingwernoten auf.

Sie schmeckten darüber hinaus deutlich süßer. Erst mit dem Aufstieg von Ginger Beer sieht man auch im Segment der Ginger Ales mehr und mehr Marken, die Produkte mit präsenteren Ingweraromen abfüllen.

Ginger Ale kann dem heutigen Verständnis nach als eine sehr milde Variante von Ginger Beer bezeichnet werden.

Das Comeback des Ginger Beers im 21. Jahrhundert

Im deutschen Sprachraum hatte diese Getränkekategorie bis ins 21. Jahrhundert keine Geschichte und Tradition. Erst mit der Cocktail-Renaissance in den Nullerjahren kamen erste Import-Produkte nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Bartender benötigten sie, um die immer populärer werdenden Drinks wie „Dark and Stormy“ und Moscow Mule herstellen konnten.

Auch im Heimatmarkt Großbritannien erlebte Ginger Beer ein Comeback, das in der Gründung mehrere neuer Marken und Firmen resultierte.

Das Reinheitsgebot als Spassbremse

Als ab dem Jahr 2010 mit Thomas Henry erstmals ein Hersteller in Deutschland unter dem Namen Ginger Beer eine Ingwerlimonade abfüllte, kam es zu einem skurrilen Rechtsstreit, den wir von MIXOLOGY damals ausführlich kommentierten.

Ein Verein namens „Schutzverband gegen Unwesen in der Wirtschaft e.V.“ erwirkte 2011 ein Gerichtsurteil, das die Verwendung des Namens „Ginger Beer“ untersagte. Sie sei irreführend im Sinn des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Der Durchschnittsverbraucher verstehe „Ginger Beer“ als Hinweis auf Bier, was im fraglichen Produkt aber nicht enthalten sei.

Inländische Hersteller umschifften diese Rechtslage in der Folge mit Namen wie „Spicy Ginger“ (Thomas Henry) und „Ginger B.“ (Schweppes). Im Jahr 2017 hob das Landgericht München dieses Urteil auf und verwies unter anderem auf den allgemeinen Sprachgebrauch. Seitdem darf die würzig-scharfe Limonadenwelle ungehemmt durch die Lande schwappen.

Ginger Beer

Zutaten

6 cl Ingwersaft ( aus ca. 100 gr frischem Ingwer)
12 cl frischer, abgesiebter Zitronensaft (aus ca. 3 – 4 Zitronen)
12 cl Zuckersirup
70 cl kaltes Wasser

Zubereitung

1. Die Ingwerknolle schälen und entsaften.
2. Die Zitronen auspressen und das verbliebene Fruchtfleisch im Saft aussieben.
3. Ingwersaft, Zitronensaft, Zuckersirup und Wasser in einem Gefäß verrühren.
4. In Soda Siphon füllen, Siphon schließen und mit Co2 Patrone(n) laden.
5. Soda Siphon kurz schütteln und im Kühlschrank kalt stellen.
6. Sobald der Siphon durchgekühlt ist, ist das Ginger Beer für den Einsatz in Cocktails bereit.

Geschichte und Verwendung von Ginger Beer in Cocktails

Wie bereits eingangs erwähnt, verdankt Ginger Beer seine Popularität vor allem dem Einsatz in Cocktails. In erster Linie wird Ginger Beer in Kombination mit einer Spirituose in Longdrinks verwendet. In Cocktailkarten findet man diese Getränke häufig unter der Bezeichnung „Mules“.

Dieser Name geht auf die Prägung eines kickenden Maultiers auf Kupferbechern zurück. Mit Hilfe dieser Trinkgefäße vermarktete die Vodkamarke Smirnoff den Cocktail Moscow Mule in den 1940er- und 1950er-Jahren erfolgreich in den Vereinigten Staaten.

» Ginger Beer verdankt seine Popularität vor allem dem Einsatz in Cocktails. «

Bartender tauschten in der Folge die Basisspirituose aus. Daraus entstanden der „Gin Mule“, bekannt in Süddeutschland als Munich Mule. Eine enorm populäre Variante dieses Cocktails ist der von der US-Amerikanerin Audrey Saunders kreierte Gin Gin Mule.

Wenn man statt Vodka Rum verwendet, bekommt man wiederum einen „Rum Mule“, zu finden auf vielen Cocktailkarten auch als „Dark and Stormy“ (Dark ’n Stormy). Bei dieser Bezeichnung ist zu beachten, dass die Marke Gosling’s sie sich unter Verwendung des eigenen Rums gesetzlich schützen ließ.

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