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Nibelungen

Zaubertrank der Nibelungen? Gyld Kräuterelixier

Sagenumwobene Mythen und Geschichten waren schon immer eine gute Basis, um etwas im Grunde recht Einfaches an den Mann zu bringen. Beizeiten ist es aber gar nicht diese Geschichte, die einem unter die Nase gehalten wird, sondern nur Fragmente, die in das Gesamtpaket einfließen und erst bei näherem Hinsehen deutlich werden. Wie ein Lebenselexier in neuem Gewand das Licht der Welt erblickt.
Gyld Kräuterelixier ist ein solches Produkt. Hübsch verpackt und sehr gut durchdacht. Der Name hat etwas Geheimnisvolles und Raunendes – man denkt unwillkürlich an die Nibelungensaga –  und fordert zur Enträtselung auf.
Die Familiengeschichte
Produziert wird Gyld von den Brüdern Christoph und Philipp Elwert, Söhne einer Apothekerfamilie, in der das Rezept für ein Kräuterelixier schon seit zwei Generationen vorhanden ist und umgesetzt wird. Böhmenkircher Lebenselixier war der Name unter dem die Spirituose bereits seit beinahe 25 Jahren auf der schwäbischen Alb lokal vertrieben wurde.
Während Philipp Elwert in die Fußstapfen seiner Eltern treten wollte und Pharmazie studierte, wandte sich Christoph Elwert der Betriebswirtschaft zu und ist heute hauptberuflich für Musikfestivals und eine lokale Musikplattform tätig. Dennoch wollten beide Brüder ein gemeinsames Projekt verfolgen und entschieden sich, das Böhmenkircher Lebenselixier auf größere Füße zu stellen.
Die Grundrezeptur, die bereits der Großvater der Beiden ersonnen hat, wurde durch die Eltern verfeinert und in kleinem Stil vertrieben. Nach letzten kleinen Anpassung und der Herabsetzung des Alkoholgehalts tat man sich mit der Grafikagentur Kw neun in Augsburg zusammen, um das Produkt zeitgenössisch zu vermarkten. Christoph Elwert erklärt: „Gyld ist eine heutige Interpretation des dichterischen „gülden“ und soll die Farbe des Getränks betonen. Es soll weniger ein Geheimnis aus der Farbe gemacht werden, eher soll eine mysteriöse Produktwelt kreiert werden.“
Weniger verschlossen gibt man sich bei der Zusammensetzung von Gyld. Eine Gewürzmischung aus elf verschiedenen Kräutern, 96%iger Neutralalkohol, Wasser und Zuckersirup bestimmen den Geschmack von Gyld. Die Kräuter stammen aus der ganzen Welt und werden über einen pharmazeutischen Großhändler bezogen. Unter anderem sind es Angelikawurzel, Kardamom, Vanille und Ingwer, die sich neben Pomeranzenschale um den Vorrang unter den Aromen streiten. Dabei wird vergleichsweise wenig Zucker verwendet. „Auf die Flasche gerechnet liegt der Zuckergehalt unter 20%. Uns ist es dabei sehr wichtig, dass Gyld nicht zu süß ist, um das Bittere nicht ganz zu überdecken“, begründet Elwert diese Einstellung.
Die Verkostung
Goldglänzend schimmert die Spirituose in der hübschen 0,5-Liter Flasche, deren Etikett sich im Design an dem Film „Die Nibelungen“ von Fritz Lang aus dem Jahre 1924 orientiert.
Im Glas glänzt das Elixier und wirkt durchaus leicht. In der Nase ist es eine Mischung aus Orangenschalen und der leichten Schärfe von Ingwer die zu Beginn sehr präsent ist. Kräuterig und mit einer sehr zurückhaltenden Süße erinnert Gyld in der Nase beinahe an Chartreuse Jaune. Dieser Eindruck wird vom Geschmack allerdings gleich beiseite gewischt. Mild aber ohne sehr süß zu sein, sind es Ingwer, Anis und wieder die Pomeranzenschale, die das Aroma maßgeblich bestimmen. Sehr lang präsent bleibt Gyld allerdings nicht, hinterlässt aber den Wunsch noch einmal nachzuschenken. Leicht gekühlt, am besten auf Eis, wird das Aroma intensiviert. Die Schärfe tritt leicht hervor und insgesamt bleibt der Geschmack länger am Gaumen.
Unter der gewünschten Zielgruppe, nämlich alle von jung bis alt, die Christoph und Philipp Elwert ansprechen will, findet Gyld sicherlich seine Freunde, auch wenn die Komplexität nicht ganz so ausufernd ist, wie die Nibelungensage.


 

Credits

Foto: Peter von Cornelius Hagen versenkt den Nibelungenhort via Wikipedia

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