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Haku Vodka ist Suntorys neuer Premium-Vodka

Es gibt Reis, Baby! Der neue Premium Vodka Haku von Suntory punktet mit Klarheit und subtiler Süße

Der Haku Vodka erzählt von Helden und Alkoholgeschichten, Heldengeschichten und Alkohol: Die Historie ist voll von derartigen Paarungen. Von Odysseus, der seinen zyklopischen Gegner nur mit Hilfe von schwerem Wein zu besiegen wusste, über die berühmte Witwe Cliquot, die (fast) im Alleingang die Champagnerherstellung revolutionierte, bis zum Literaten Bukowski, dessen Verhältnis zum Suff heute noch ganze Autorengenerationen inspiriert.

Es gibt indes aber auch leisere, unbekanntere Geschichten: zum Beispiel die eines zwanzigjährigen Japaners, der sich Ende des 19. Jahrhunderts in den Kopf setzt, in seiner Heimat europäische Spirituosen von Top-Rang zu produzieren. Die Rede ist von Shinjirō Torii, dem umtriebigen Tüftler und Gründungsvater des heutigen Getränke-Riesen Suntory.

» Von Odysseus, der seinen zyklopischen Gegner nur mit Hilfe von schwerem Wein zu besiegen wusste. «

Haku Vodka von Beam Suntory
Umami Mary eine Variation mit Haku-Vodka.

Harte Lehrjahre bis zur Marktführerschaft

Der gelernte Winzer begann seine Laufbahn als Händler und Produzent japanischer Weine. Seine eigentliche Faszination galt jedoch dem Hochprozentigen. Insbesodere schottischer Whisky hatte es ihm angetan. Gemeinsam mit Masataka Taketsuru, dem späteren Gründer von Nikka Whisky, versuchte sich Torii bereits in den 1930er-Jahren an der Herstellung eigener Chargen von Whisky, Gin und anderer Spirituosen. Eine Aufgabe für Helden, wenn man bedenkt, dass im damaligen Japan der Marktanteil westlicher Spirituosen noch weit unter 5% lag.

Einige der Produkte, die von Torii im Laufe dieser Zeit entwickelt wurden, sind heute weltweit erhältlich. Der Melonenlikör Midori beispielsweise wurde nach dem verlorenen Weltkrieg von amerikanischen Besatzungssoldaten in die neue Welt getragen. Andere, wie (Sun)Toriis Orange Bitters, werden seit Jahren nicht mehr produziert und taxieren heute dreistellig auf entsprechenden Raritätenbörsen. Auch ohne sie macht die heutige Suntory-Gruppe freilich Milliardenumsätze – und sucht doch den Weg zu ihren handwerklichen Anfängen.

Haku Vodka: Mit der Kraft von Reis und Pilzen

Denn dass sich Biographien wie die von Gründer Shinjirō Torii im Zuge der Craft- und Heritage-Bewegung als pures Vermarktungsgold erweisen, weiß man auch in der Konzernzentrale in Osaka. Nach den Premium-Spirituosen Toki Whisky und Roku Gin, die sich beide auf den Ursprung des Hauses Suntory beziehen, kommt nun also der dritte Streich aus dem Craft-Bereich auf den Markt: „Haku“ heißt der Vodka auf Reis-Basis, was in der Landessprache für die Farbe „weiß“ steht, aber auch mit „makellos“ umschrieben werden kann.

Die Haku-Deutschland-Premiere in einem Münchener Loft macht auf jeden Fall etwas her. Durchaus makellos zeigt sich der Vodka in schwerer Relief-Glasflasche mit blütenweißem, handgeschöpftem Papierband und kalligrafiertem Schriftzug. Bevor die Gäste nippen dürfen, spricht jedoch erst der eigens aus Japan angereiste Master Distiller, Kazuyuki Torii. Seine Erläuterungen haben durchaus ihren Grund: Denn im Gegensatz zu seiner polnischen oder russischen Verwandtschaft baut Haku ganz auf japanischen Reis als Ausgangsbasis.

Und mehr noch: Vor dem Brennen wird die Maische mit eben jenem Koji-Hefepilz versetzt, der sich auch für das würzige Geschmacksbild von Sake und Shōchū verantwortlich zeigt. Diese Methodik ist zwar nicht gänzlich neu (die in der Provinz Gifu beheimatete Vodka-Brennerei Takagi Shuzo nutzt das Verfahren bereits seit den 1960er-Jahren), war aber in Deutschland nur mit Mühe erhältlich. Nun also gibt es das Produkten masse, gleichwohl mit limitiertem Charakter. Wie schmeckt’s?

Haku Reis Vodka von Beam Suntory
Haku Reis-Vodka ist Suntorys neuer Premium-Vodka.

Das Urteil über Haku Vodka: sanft, süß, klar.

Um es vorweg zu sagen: wirklich gut. Der Reis als Ursprungsbasis bleibt trotz dreifacher Destillation durchweg erkennbar und sorgt für einen pastösen Geschmackskern aus weicher, zarter Süße. Auch der Koji-Pilz hat sich offenbar durch die Bambuskohle-Filtration retten können und punktet in der Nase mit reizvollen, floralen Akzenten. Unten dagegen herrscht eher ein fester Bariton vor, irgendwo zwischen – Achtung, Triggerwarnung – „Umami“, überreifem Pfirsich und Kiesel.

Dieser milde, aber ganz eigene, zarte und gleichwohl erdig-warme Charakter macht Haku vor allem für Highballs interessant, sofern sie der „Andersartigkeit“ dieses Vodkas Respekt zollen. Die vom Hersteller veröffentlichten Rezeptvorschläge machen sich vergleichsweise brav aus. Dabei könnte ein Skinny Bitch, mit einer leichten Infusion aus Kaktusfeige, Hibiskus und rotem Pfeffer, schnell zur „Skinny Geisha“ aufgehübscht werden.

Jetzt müssen die Bar-Tüftler an den Haku

Am Ende jedoch muss man konstatieren: Mit dem Haku hat Suntory grundsolide Arbeit geleistet und einen geschmacklich reizvollen wie handwerklich sauberen Premium Vodka auf den Markt gebracht. Daraus nun etwas zu machen, ist wiederum Aufgabe der Tüftler und Helden von heute.

Credits

Foto: Beam Suntory

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