TOP
1105_inventur

Inventur am 11. Mai 2014

Es ist wieder Sonntags und wir beschäftigen uns wieder mit den aktuellsten Neuigkeiten aus der Bar- und Gastronomieszene. Darunter finden sich der Zuwachs der österreichischen Bierszene, Niedriglöhnen in der Gastronomie, dem Personalkarussel in Bars, dem Krieg einer 17-Jährigen gegen Coca Cola und der Skandal einer Gastronomiegröße.

Auch die Augen der Redaktion waren am Donnerstagmittag auf den Livestream von N24 gerichtet, um zu erfahren, welche Jungs für uns in Brasilien antreten werden. Erfahrungsgemäß arten Diskussionen bei Reizthemen wie Fußball aus, vor allem bei der deutschen und schweizerischen Fraktion der Redaktion. Ruhiger verhält es sich da aufgrund der Nicht-Teilnahme bestimmt in Österreich, das jedoch beim Thema Bier stark im Wachsen begriffen ist.
Wien: Mit voller „Craft“ voraus
Die boomende österreichische Brau-Szene hat förmlich danach verlangt, nun haben drei Enthusiasten es „derhoben“: Vom 16. bis 18. Mai findet direkt am Donaukanal – und damit mit nicht ganz unwesentlicher U-Bahn-Anbindung – das erste Craft Bier-Fest statt. Der Treff der Brauer und Bierfreunde in der “Adria Wien” präsentiert fast 150 Biere aus 30 Austro-Manufakturen und internationalen Kreativbrauereien.
Aus Deutschland kommt die Auxburg City Brewery, vom Fass werden auch Brew Dog (Schottland), Mikkeller (Dänemark) und Baladin (Italien) gezapft. Das Organisationsteam, bestehend aus Micky Klemsch (vom Magazin „Biorama“), Martin Voigt (Gründer des Weblogs proBier.at) und Max Wurzer (Craft Beer-Shop mybier.at), verspricht einige Premieren. So wird Pannonia/Gols einen Spezialsud für die Messe brauen, auch das fassgereifte „Grand Reserve Barrique“ der Zillertaler Brauerei gibt es zu kosten. Dass Großbrauereien wie Hirter und Stiegl mitmischen (die Salzburger präsentieren ihr Kreativsegment), ermöglicht erst die günstigeren Stände für Unternehmen wie die 45m² große Xaver-Brauerei aus Ottakring.
Der Zugang erfolgt über den Erwerb des Startpakets um zehn Euro, das Jetons (im Gegenwert von einem Euro/Probe) und das Verkostungsglas umfasst. Micky Klemsch und Co. rechnen mit 3.000 Besuchern; die Übersicht über alle Brauer und Biere findet sich unter www.craftbierfest.at. – RG
Niedriglöhne in der Gastronomie
Erst kürzlich wurde auf MIXOLOGY ONLINE eine erregte Debatte über die Ausbeutung in der Gastronomie geführt. Der Autor hat anhand einer fiktiven Person einen solchen Fall geschildert und – da es sich um einen Debattenbeitrag handelte – polemisch beleuchtet. Viele Leser vermissten die Ausgewogenheit und die Fakten dahinter. Das ist dem Format auch nicht vorgesehen. Diese sollen ja eben in einer Debatte erörtert werden.

Nun hat die Hans-Böckler-Stiftung die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die genau die These des Artikels bestätigt. Nicht nur was die Härte der Arbeitsanforderungen und die Länge der Arbeitszeiten, sondern auch was die schlechte Bezahlung angeht, ist dieser Berufszweig im negativen Sinne spitze. Die verschiedenen Berufe im Gastgewerbe gehören zu den häufigsten Aufstockern durch Hartz IV. Das hat Folgen: Gleich 5 der Top-Ten der nicht ausreichend besetzten Ausbildungsplätze kommen aus der Gastronomie. Attraktivität sieht offenbar anders aus.
Zeit Online hat darüber berichtet und noch eine interessante Infografik beigesteuert. – MO

Personalkarussel in Bars und Neues

Ja, es ist Frühling und die Dinge geraten wieder in Bewegung, zum Guten wie zum Schlechten.
Die Bar Lebensstern in Schöneberg über dem legendären Café Einstein scheint ihre eigene Legende zu schreiben. Die meist kompetent besetzte Bartendercrew hat dort offenbar eine gefühlte Halbwertzeit von etwa zwei Jahren, dann ist Schluss. Und zwar komplett. Erst geht der Barchef und dann der Rest. Lapidar wünscht man auf der Facebookseite des Lebenssterns den “Gästen” einen schönen Sommer, da man den ohne Barbetrieb verbringe.

Auch in der Potsdamer Institution Bar Rückholz kam es zur kollektiven Barflucht. Das Team mag nicht mehr und stürzt seine zahlreichen Anhänger in tiefe Depressionen. Die Tonlage schwankt zwischen Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Hilfsangeboten, als sei ein schlimmes Unglück geschehen. Für Potsdam ist es wohl auch so.

Vor einigen Monaten hat die Bar am Lützowplatz einen ambitionierten Neustart gewagt. Sie hat sich vorgenommen das ramponierte Image mit neuer Philosophie zu überwinden. Eine Herkulesaufgabe. Die sollte das Barurgestein Thomas Pflanz als Barchef bewältigen. Das braucht Zeit und Vertrauen. Offenbar sind die Eigentümer hiermit nicht gesegnet und schnell nervös geworden. So freuen wir uns darauf, den sympathischen Bartender und Musiker Thomas bald an anderer Wirkungsstätte Labsale zubereiten zu sehen.

Aber es gibt auch Hoffnung. Dass der Prenzlauer Berg rund um den Kollwitzplatz gastronomisch umfangreich erschlossen ist, ist eine Banalität. Allein, es fehlte lange an Qualitätsbars. Das hat sich in den letzten beiden Jahren geändert. Neben der Zuchtanstalt für erstklassiges Trinken Becketts Kopf und dem Dauerbrenner Saphire Martini Lounge, ist mit der eigensinnigen Bar Immertreu noch das exzentrische Le Croco Bleu hinzugekommen, das am 17.Mai 2014 sein Einjähriges feiert. Diese Familie hat nun mit der Bryk Bar erneut Zuwachs erhalten und stärkt den Bar-Standort im Babykiez mit Hingabe und Sinn für kreatives Trinken. Wir wünschen langen Atem und freuen uns über den Mut, in der Spielplatzdiaspora beherzt auf Barkultur zu setzen. – MO

Sarahs Krieg gegen BVO
Sarah Kavanagh aus Hattisburgh, Mississippi,  hat auf der Plattform change.org eine Petition gestartet, die Coca Cola in die Knie zwang. Ziel war es, dass der Konzern BVO, bromiertes Pflanzenöl, aus allen seinen Produkten entfernt. Die von der 17-jährigen initiierte Petition begeisterte 60.000 Unterzeichner und ist nicht die erste ihrer Art. Sarah hat bereits im letzten Jahr mit dem gleichen Anliegen Pepsi dazu gebracht, den Stoff aus deren Produkt Gatorade zu entfernen. Coca Cola verspricht, BVO bis Ende des Jahres durch andere Zusatzstoffe zu ersetzen. Und was ist so schlimm an BVO? Der Stoff steht unter dem Verdacht, die Organe zu schädigen und ist in der EU nicht zugelassen. Zudem wird er auch dafür verwendet, Möbel feuerfest zu machen. – SL
Das A steht für gesundheits-gefährdend
Jamie Olivers Gastroimperium erlitt einen herben (selbstinduzierten) Schlag, wie vergangene Woche vom The Guardian berichtet wurde. OLivers Edelmetzgerei Barbecoa mit angeschlossenem Restaurant Nähe der St. Pauls Kathedrale in der britischen Hauptstadt rückte bereits im Januar ins Visier der Lebensmittelinspektoren. Ergebnis ist die Bewertung der Situation mit einem  “A” und das steht für “hazardous” (gefährlich). Damit ist Olivers Metzgerei einer von insgesamt 19 Lebensmittelbetrieben in London, die eine derart schlechte Bewertung erhalten haben. Was wurde vorgefunden? Abgelaufenes Fleisch, Mäusekot, Schimmel, aufgerissene Böden und schmutzige Geräte.  In Olivers Stellungnahme hieß es, dass die Metzgerei im Anschluss auf das Ergebnis “freiwillig für 24 Stunden geschlossen” wurde um alle Mängel zu beheben. Na dann. – SL
 
Unser Glenfiddich-Gewinnspiel hat im Übrigen  Sven Lehnhoff  gewonnen. Er darf sich nun über ein Exemplar der Glenfiddich Explorer’s Collection, inklusive je eines 12-, 15- und 18-jährigen Single Malts sowie eines exklusiven Glenfiddich-Tasting-Glases freuen. Herzlichen Glückwunsch aus der Redaktion!

Credits

Foto: Reporter via Shutterstock

Comments (4)

  • Christian Kern

    Bombay Sapphire Lounge 🙂 ?? => Saphire Martini Lounge!! Grüße

    reply
  • Roland Hoppenheit

    Meine lieben Damen und Herren die korrekten Namen der “Dauerbrenner Saphire” sind Saphire Bar Berlin ( mit einen “p”- bitte!) und Saphire Martini Lounge.
    Die bar befindet sich in der Bötzowstr. 31 und die Lounge in der Sredzkistrasse 62!
    Besuchen Sie uns doch mal wir freuen uns auf Ihren Besuch.
    LG
    Roland Hoppenheit

    reply
  • Roland Hoppenheit

    reply

Kommentieren

Ich akzeptiere