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fumado

Inventur am 13. April 2014

Doppelten Espresso aus der Maschine lassen und in die Sonne blinzeln. Dann Zentiliter schätzen, Flaschen zählen und Regale auswischen. Die Sonntags-Inventur von MIXOLOGY ONLINE befasst sich dieses Mal unter anderem mit Limetten so teuer wie Gold, der Hamburger Löwenvermehrung und flüssig-roten Nächten.

Den freien Blick aufs Wasser inklusive Bootssteg haben wir schon vor der Tür, nur die Berliner Sonne hat uns diese Woche leider zu früh verlassen. Also doch noch länger warten, bis es wieder Sommer ist. Allen Wetterwidrigkeiten zum Trotz haben wir dennoch diese Woche die neue Eis-Sorte Solero Mojito getestet. Versprochen wird Mojito-Geschmack und das Eis enthält dank Rum sogar 0,3 % Vol. Alkohol. Die minzige Frische des Wassereises ist vielleicht nichts für die Sazerac- und Old Fashioned-Anhänger unter unseren verehrten Lesern und Leserinnen, aber durchaus zu empfehlen.

Nicht zu süß, erfrischend und authentischer Geschmack – das Eis hat uns positiv überrascht.“Es ist durch seine herbe Note eine angenehme Bereicherung des zuckerlastigen und übersüßten Eisangebotes der letzten Jahre“, kommentiert Redaktionsmitglied Katrin nach eingehendem Tasting. Wir halten fest: Das Mojito-Eis schmeckt, der echte Mojito im Glas ganz ohne Limette aber nicht. Vor dieses Problem sind in Kanada und den USA aber derzeit viele Barbesucher gestellt, denn die dort sind die Limettenpreise in astronomische Höhen geschnellt.

Das grün-runde Gold

Kanada und die USA importieren die grünen Zitrusfrüchte hauptsächlich aus Mexiko und aufgrund eines starken Lieferengpasses hat sich der Preis in den letzten Wochen mehr als verdoppelt. Vormals bekam man eine Limette für rund 21 $ Cent, nun ist der Preis auf rund 53 $ Cent pro Stück angestiegen. Grund dafür ist einerseits eine schlechten Ernte, die aufgrund eines nassen Winters mit anschließender Dürre mager ausfiel. Dies betrifft die Hauptanbaugegenden um Colima, Guerrero und Oaxaca.

Zum anderen trug der Ausbruch einer Bakterienerkrankung zur Schmälerung des Ertrags bei, der viele Limettenbäume dahinraffte. Auch mexikanische Drogenkartelle spielen eine Rolle, die in manchen Gegenden die Limettenbauern und Zwischenhändler terrorisieren und Schutzgeld erpressen, was die Produktionskosten erhöht und sich direkt beim Einkauf für Endverbraucher oder die Bars bemerkbar macht. Da die Zitrusfrüchte derzeit außerordentlich wertvoll sind, kommt es auch zu Entführungen ganzer Limettentransporte durch Kartelle. So mancher Exporteur lässt die Limettenladungen derzeit nurmehr mit Begleitschutz zur amerikanischen Grenze bringen.

Die Prognosen sind, dass sich die Preise mit der neuen Ernte im Mai wieder auf das alte Niveau einpendeln werden. Solange bleibt die Hoffnung, dass sich der Engpass nicht auf die Preise auf den Cocktailkarten auswirkt und die Zitrone nicht länger als Notersatz herhalten muss. Denn eine Limette ist eine Limette ist eine Limette ist keine Zitrone. SL

Der Löwe expandiert

Die Le Lion Bar in Hamburg hat zusätzliche Räume in der Rathausstrasse angemietet. Die bauliche Erweiterung soll laut Geschäftsführer Jörg Meyer voraussichtlich ab Winter 2014 erfolgen, wie wir in einem Telefonat erfuhren. Im Rahmen der Erweiterung wurde auch die Laufzeit der Verträge für die bisher angemieteten Räume der Bar, die auf mehreren Blogs unter einer der besten der Welt rangiert, auf weitere 15 Jahre angepasst. Auf die Erweiterung der Bar darf man gespannt sein, das Konzept soll jedoch gleich bleiben.

Auf dem seinem  Blog schrieb der Jörg Meyer, der unter anderem auch Erfinder des Gin Basil Smash ist, bereits im Januar: „Zwei Dinge sind gewiss: 1.) Meine Glaubenssache: Gäste werden immer Value for Money zu schätzen wissen. Sprich: eine ehrlich gute Arbeit, zu einen angemessenen Preis, mit einem Lächeln serviert. Daran glaube ich und das wird auch in den kommenden 15 Jahren unser Mission Statement im Le Lion sein. 2.) Ein „harter“ Fakt: In den kommenden 15 Jahren werde ich knapp 1,2 Millionen Euro für Miete und Nebenkosten im Le Lion überweisen.“ AA

Bacardi gibt sich ungezähmt

Ab dem 15. April 2014 startet auch in Deutschland die weltweit geplante Dachmarkenkampagne von Bacardi, die das Familienunternehmen von seinem Karibik-Urlaubs-Image wegbringen soll und dafür auf die selbst definierte §Unzähmbarkeit“ der Marke eingeht. Über die Kanäle Print, Out-of-Home, Direktmarketing, POS, TV- und Kinospots soll die mehr als 150 Jahre lang bestehende Tradition und Beständigkeit der Marke kommuniziert werden. Die groß angelegte Kampagne ist von der englischen Agentur BETC initiiert, die gleichzeitig auch für die Erneuerung des Markenbildes verantwortlich ist. Kern der Kampagne ist ein dramatischer Kino-Spot, der die Geschichte der Marke von Gründung bis Gegenwart erzählt. AA

Weitere Marke verlässt Vertrieb BBS GmbH

Vergangenen Dienstag gab die Borgmann & Clausen GmbH bekannt, dass die Beverage Brands & Sale GmbH (BBS) mit sofortiger Wirkung nicht mehr für den Vertrieb des Borgmann-Likörs verantwortlich ist. Nach dem BBS schon seit 30. November 2013 nicht mehr den Vertrieb für Bitterlimonaden-Newcomer Thomas Henry macht, schrumpft das Portfolio nun auf vier Marken zusammen.

Auf der Internetseite der BBS prangte zur Zeit des Verfassens dieser Sonntags-Inventur allerdings noch das Logo des Kräuterlikörs mit Braunschweiger Erbe. Die Borgmann & Clausen GmbH, mit Hauptsitz in Berlin, machte seit Markteintritt unter anderem durch eine innovative Aluminium-Verpackaung sowie auffallende, wechselnde Designs und Sonder-Editionen auf ihr Produkt aufmerksam. AA

Die Nächte werden zum zweiten Mal rot

Die „Rote Nacht der Bars“ von Campari, die letztes Jahr in mehreren Großstädten Deutschlands stattfand, wird im Sommer 2014 neu aufgelegt. Mehr als 80 Bars in den Städten Stuttgart, München, Düsseldorf, Hamburg und Dresden werden laut Campari Deutschland GmbH Teil der Veranstaltung. Neben musikalischen Live Acts und  künstlerischen Inszenierungen, werden den Besuchern in den roten Nächten natürlich auch Drinks des roten Bitters geboten.

Eine Neuerung bei der diesjährigen Veranstaltung ist eine kostenlose App. Wie im letzten Jahr wird auch erneut ein kostenloser Shuttle-Service angeboten, der für den Transfer zwischen den teilnehmenden roten Tränken sorgt und ein reibungsloses Bar-Hopping garantiert. Start der Event-Reihe ist am 3. Mai 2014 in Stuttgart, gefolgt von München am 23. Mai, Düsseldorf am 16. August, Hamburg am 6. September und einem Finale in Dresden am 20. September 2014. Mehr Details zu der Roten Nacht der Bars und den Terminen findet man auf der Internetseite der Veranstaltungsreihe. AA

Meilensteine für Glenfiddich

Unsere Sonntags-Inventur ergab ein fettes Plus! Daher freut sich die MIXOLOGY-Redaktion darüber, ein Exemplar der Glenfiddich Explorer’s Collection, inklusive je eines 12-, 15- und 18-jährigen Single Malts sowie eines exklusiven Glenfiddich-Tasting-Glases in einem Wissenstest als Gewinn ausschreiben zu können. Alles was wir von unseren Lesern dabei benötigen, ist das Beschreiben eines Meilensteins in der Geschichte von Glenfiddich in einem Satz (!) als Kommentar unter dieser Sonntags-Inventur.

Die beste Recherche und das beste Whisky-Wissen wird von der Redaktion mit dem Gewinn der Collection belohnt. Teilnehmen dürfen Personen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben. Bereits als Kommentar veröffentlichte Meilensteine können nicht erneut gepostet werden, um am Wissenstest teilzunehmen. Die Redaktion wird über den besten Beitrag entscheiden. Glenfiddich-Meilensteine können bis Mittwoch, 16. April 2014 um 24 Uhr hier direkt unter den Artikel als Kommentar gepostet werden. Vor- und Nachnahme sowie E-Mail-Adresse sind ebenfalls Teilnahmevorraussetzung. Viel Erfolg! SL

 

Credits

Foto: Inventur via Shutterstock

Comments (13)

  • Marcus

    Als die Familie Grant 1963 keinen Blended Whisky mehr produzieren konnte, da kein Grain-Whisky verfügbar war, entschied man sich, Whisky aus reinem Gerstenmalz abzufüllen und zu vermarkten und schrieb damit das erste Kapitel der Erfolgsgeschichte „Single Malt“.

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  • Jan-Peter

    William Grant, späterer Gründer von Glenfiddich, erlernte das Handwerk des Brenners in der bis heute bestehenden und Single Malts herstellenden Destillerie Mortlach in Dufftown/Speyside, bevor er den Grundstein für die größte Malt Distillery Schottlands legte.

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  • Andreas Schmeckenbecher

    Die Brennerei Glenfiddich (Gaelic für Tal der Hirsche) im gleichnamigen Tal in Speyside in den schottischen Highlands wurde 1886 von William Grant und seiner Familie errichtet, die Brennblasen stammten aus der alten Cardhu-Brennerei, Weihnachten 1887 begann die erste Produktion von Whisky, seitdem produziert die Destillerie am gleichen Ort mit demselben Herstellungsverfahren mit einer der kleinsten Brennblasen schottischer Brennereien, das Unternehmen ist bis heute im Besitz der Familie Grant.

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  • Sven Lehnhoff

    100 Pfund jährlich verdiente William Grant als Buchhalter, bevor er beschloss für 800 Pfund eine gebrauchte Brennereieinrichtung zu kaufen, um so den Startschuss für den Bau der eigenen Brennerei zugeben und mit sehr viel Eigenarbeit, den Grundstein für 126 Jahr Glenfiddich zu legen und hoffentlich noch viele weitere!

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  • Patrick Jäger

    Glenfiddich entschied sich 1963 als erste Firma wieder einen Single Malt auf den Markt zu bringen und in diesen in die ganze Welt zu exportieren. In der Branche führte dies auf grosses Unverständnis. Doch die Grant’s sollten Recht behalten: dank konsequentem Marketing, der speziellen dreieckigen grünen Flasche, dem Hirsch als Logo und dem flexiblen Handeln gelangte die Firma zu Weltruhm und zur Nummer 1 von Single Malt auf dem Weltmarkt mit einem Anteil von gut 26%.

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  • Johannes Isak

    Während die Prohibition gerade in vollem Gange ist, beginnt im Jahre 1923 Grant Gordon, der Enkel des Brennereigründers, die Whiskyproduktion als eine der sechs letzten in Schottland aktiv verbliebenen Brennereien, die Whiskyproduktion wieder zu steigern.

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  • Torben

    Eine auf den Weltmarkt ausgerichtete Brennerei, die einerseits zwar den meistverkauften Malt der Welt herstellt, aber andererseits immer noch an der Tradition festhält ihre Stills mit Kohle zu beheizen, was die meisten anderen Brennereien aus Kostengründen und aufgrund dem Erzielen ungleichmäßiger Resultate bereits längst aufgegeben haben.

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  • Jan Platzer

    Schon im Jahr 1969 eröffnete Glenfiddich als erste Brennerei Schottlands ein kostenloses Besucherzentrum und erhielt dadurch mehrere Auszeichnungen, wie zB den Titel „schottische Besucherattraktion des Jahres“, jährlich werden 100.000 Besucher empfangen – das ist wahre Kundenorientierung und ein Meilenstein in der Vermarktung!

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  • Christoph

    Im Jahr 1969 öffnete man die Destille der Öffentlichkeit und zeigte, wie der Whisky produziert wird, auch wenn der eigentliche Zauber, der Entstehung der ätherischen Noten dabei im Verborgenen blieb, so dass man gleichermaßen Klarheit wie Mysthifizierung erschuf.

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  • Joerg Meyer

    irgendwie beschleicht einen das Gefühl, das sich hier eine auf Guerilla Marketing (un)geübte Agentur eine kleinen Kommentarschlacht entfacht … oder liest sich das einfach so? Die Aneinanderreihung dieser ganzen Aussagen finde ich schon etwas ungewöhnlich – vielleicht Irre ich mich ja auch….

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  • Joerg Meyer

    oha .. bitte meinen Kommentar zu entschuldigen … lese erst jetzt die Meilenstein Geschichte 🙂 hat das iphone nicht gleich richtig dargestellt…
    Na dann viel Spaß beim Sammlen ….

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  • Jens Müller

    Mein Meilenstein:
    „Der eigentliche Meilenstein der Firma Glenfiddich war, ist und bleibt hoffentlich, dass sich die Familie Grant treu bleibt, Haltung bewahrt und das Unternehmen nie verkauft!“
    Sry, Googlen und Wikipedia c/v zu setzen kann ja jeder. Haltung nicht.

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  • Alexander Arend

    Der wahre Meilenstein muss sein, dass man nach einem langen entbehrungsreichen Tag, auf der Terrasse sich die Abendsonne mit einem Glas Glenfiddich mischt, man den Alltag hintersich lässt und sorgenlos in die Zukunft blickt.
    Wenn das ihre Intention für ihre tollen Produkte war, dann ist das der wahre Meilenstein.

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