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Inventur

Inventur am 14. April 2024 – Islay kämpft mit dem eigenen Erfolg

Heute mal ganz klassisch mit Berlin-Einstieg: Der Heimatstadt von Mixology steht übermorgen ein nicht ganz gewöhnlicher Bar-Tag ins Haus, denn gleich zwei internationale Granden geben sich zeitgleich die Ehre mit Workshops und Gastschichten in hauptstädtischen Bars. Genauer gesagt: Das Line aus Athen gastiert im Kink auf dem Pfefferberg, während beinahe parallel mit dem Attaboy eine der weltweit einflussreichsten Bars der letzten 15 Jahre für einen Tag in der Green Door am Winterfeldtplatz Station macht. Ja, das sollte man sich ansehen! Und noch besser: Damit ganz Neugierige auf nichts verzichten müssen, haben die beiden Berliner Bars die Zeiten sogar abgestimmt, so dass man (teils sogar dank Shuttle-Service) beide Events besuchen kann. Details bieten die Social-Kanäle von Kink und Green Door. Zuvor schauen wir nun aber natürlich auf die News der Woche.

Wie der Islay-Whisky seine Heimat an ihre Grenzen bringt

Der Boom, den getorfte Single Malts in den letzten 25 Jahren erlebt haben, hat der kleinen schottischen Hebrideninsel Islay viel Wohlstand gebracht: Auf dem spärlich besiedelten, felsigen Eiland herrscht Vollbeschäftigung. Neun Whisky-Destillerien sind auf der kleinen Fläche in Betrieb, mindestens fünf weitere werden mittel- und langfristig hinzukommen. Neben den primären Einnahmen aus dem Whiskygeschäft beschert auch der Tourismus guten Umsatz.

Doch das bringt auch Probleme mit sich, wie eine Dokumentation von Spiegel TV und Arte zeigt. Schon jetzt ist die Insel infrastrukturell restlos überlastet. Die Straßen sind eng und marode, der Hafen zu klein, es gibt zu wenig Fährverkehr. Wie die Lage erst sein wird, wenn alle geplanten Destillen laufen, scheint kaum absehbar. Es mag gewissermaßen „Jammern auf hohem Niveau“ sein, dennoch veranschaulicht der Film eindrucksvoll, dass großer Erfolg auch oft große Herausforderungen mit sich bringt. Hier geht’s zum Film.

Ricky Gervais und sein Vodka nehmen Fahrt auf

Bereits letzten Herbst wurde gemeldet, dass Comedian und Moderator Ricky Gervais sich mit einer Investition an der nordenglischen Ellers Farm Distillery beteiligt hat. Bereits damals wurde gemutmaßt, dass das Interesse des Stars sich vor allem darum drehen könnte, den hauseigenen Vodka international zu vermarkten. Genau diese Vorhersagen werden nun bestätigt.

Gemeinsam mit der als „B Corp“ zertifizierten Brennerei soll die Marke „Dutch Barn“ international ausgebaut werden. Im großen Interview mit The Spirits Business ist es Gervais vor allem wichtig herauszustellen, dass die Beteiligung keinem unternehmerischen Masterplan gefolgt ist, sondern auf organischem Wege und durch eine direkte Beziehung zur Brennerei entstand. Gervais ist generell bekannt für seinen Aktivismus in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit, insofern scheint die Kombination zu passen, denken wir. Zumindest scheint die Sache insgesamt glaubwürdiger als der typische Celebrity-Tequila.

Ein Plädoyer fürs Menü: Warum à la carte in der Hochküche nicht mehr geht

Die Veröffentlichung des deutschen Guide Michelin 2024 ist gerade erst gut zwei Wochen her, da nimmt sich einer der am höchsten dekorierten hiesigen Köche in einem kurzen Text einer der aktuell immer wieder auftauchenden Streitfragen an: Es geht darum, dass so gut wie alle Restaurants, die im Sternebereich arbeiten, inzwischen ausschließlich feste Menüs anbieten – und kein à-la-carte-Geschäft mehr. Darüber schreibt Dreisternekoch Christian Bau diesmal in seiner Kolumne für die Welt.

Oft wird Wirt:innen und Küchenchef:innen dann vorgeworfen, man übe dadurch zu viel Zwang aus. Gäste blieben fort, weil sie nicht bereit seien, sich einer vorkonstruierten Menüfolge zu unterwerfen. Doch das traditionelle à la carte, bei dem sich jeder Gast selbst seine Speisenfolge zusammenstellt, funktioniert wirtschaftlich nicht mehr, so Bau. Zumindest nicht in Deutschland, wie er auch mit Blick auf die Rahmenbedingungen in anderen Ländern verweist. Für Details bitte hier entlang.

Cindy und die Jalapeño. Muss das sein?

Moment, hatten wir nicht eben gerade das Stichwort Celebrity-Tequila? So ein Zufall, denn da ist er auch diese Woche mal wieder. Genauer gesagt, geht es um eine Art Spin-off von Casamigos Tequila. Sie erinnern sich? Der sogenannte „Clooney-Tequila“, den der Schauspieler u.a. gemeinsam mit dem Unternehmer Rande Gerber auf den Markt gebracht und wenige Jahre später für die Gesamtsumme von rund 1 Milliarde Dollar an den Diageo-Konzern verkauft hatte. Casamigos zählt bereits seit Jahren zu den beliebtesten Ultra-Premium-Tequilas der USA.

Wie es der Zufall will, kommt nun Zuwachs in Form einer aromatisierten Variante – mit Jalapeño. Und dieser Zuwachs wird, noch zufälliger, lanciert vom ehemaligen Supermodel Cindy Crawford, der Ehefrau von Rande Gerber. Der Grund für die Innovation ist nur allzu verständlich: Crawford, so heißt es zum Beispiel in der Story diese Woche bei Forbes, trinke so gerne Jalapeño-Margaritas, aber auf ihren vielen Reisen rund um den Erdball müsse sie sehr oft darauf verzichten, weil viele Bars keinen Jalapeño-Tequila vorrätig haben. Dem ist ja nun glücklicherweise Abhilfe geschaffen worden. Selbstverständlich Ultra-Premium. Ach so, ja, der Name: Casamigas. Mit a statt o. Noch einen schönen Sonntag!

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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