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Inventur am 17. Mai 2015

Die Mixing Stars aus den Niederlanden, ein bayerischer Vodka setzt auf Schwarmfinanzierung, ein zweites The Artesian in Hong Kong und weiß ist nicht gleich weiß. Die neueste Inventur ist da!

Wie allen Berliner Spargelfreunden bewusst sein dürfte, wurde das Spargelfestival in Brandenburg recht kurzfristig abgesagt. Um den Schmerz über den Verlust zumindest ein bisschen zu mildern, veranstaltet das Contemporary Food Lab ein eintägiges Event namens Spargel International in der Arena, Berlin. Köche aus dem Iran, Südkorea und Frankreich präsentieren den Besuchern ihre Rezepte mit dem königlichen Gemüse. Das alles findet am 26. Mai 2015 statt und wir werden da sein. Jetzt aber erst einmal los zur Inventur, willkommen zurück!

1) Disaronno Mixing Star 2015: Niederlande

Die zehn Finalisten beim Disaronno Mixing Star Wettbewerb 2015 in den Niederlanden sind bekannt. In der Jury saßen Tess Posthumus, die Gewinnerin des Disaronno The Mixing Star 2013, Ingmar Voerman, niederländischer Journalist aus der Getränkebranche, sowie Stefanie van de Walle von Disaronno. Am 1. Juni 2015 findet im Amsterdamer The Grand das große Finale statt und der Gewinner darf sich über eine Reise zu Tales of the Cocktail in New Orleans freuen. Qualifiziert haben sich:

Michael-John Straatman (Spark, Den Haag)

Timo Janse (Door 74, Amsterdam)
Remco Babay (Porem, Amsterdam)
Danil Nevski (Tales & Spirits, Amsterdam)
Sharai Rodrigues (Pressroom, Amsterdam)
Thomas Datema (HPS, Amsterdam)
Kevin Kroon (Door 74, Amsterdam)
Simon Elings (Parc, Breda)
Marcel van der Ben (Behind Bars, Utrecht)
Daniel Lansbergen (Behind Bars, Utrecht)

2) Crowdfunding für Vodrock

Richard Söldner und Johannes Heindl sind die zwei Gründer von Vodrock, einem bayerischen Vodka, der mit Bio-Zutaten hergestellt wird und das bislang noch in Manufaktur-Maßstab. Das soll sich jetzt ändern, aber es bedarf gewisser finanzieller Mittel, um die Produktion zu vergrößern. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Genau, einfach mal fragen.

Jetzt haben die zwei ehemaligen Regensburger Studenten ihr Projekt “Produktion erhöhen” auf die Crowdfunding-Seite Kickstarter gestellt und bitten dort um Unterstützung. In den Vereinigten Staaten ist diese Art von Kapital-Beschaffung ein probates Mittel, ganze Filme und Marken wurden durch Schwarmfinanzierung ermöglicht. Ziel sind 35 000 €, bis zum heutigen Tag sind wir bei 911 € und bei zehn Unterstützern. Das Projekt läuft noch über 20 Tage. Wer also eine gewisse Liebe zu Vodka hegt und gerne mitfinanzieren möchte, hier entlang bitte.

3) Weiß ist nicht gleich Weiß

Die Prosecco-Marke Scavi & Ray lag im Clinch mit niemand geringerem als Moët & Chandon. Ein Gericht entschied allerdings nach einem drei Jahre andauernden Rechtsstreit zugunsten von Scavi & Ray. Es ging um die Farbe zweier Flaschen und den Anspruch des französischen Champagners, weiße Flaschen als singuläres Merkmal reklamieren zu dürfen. Der Scavi & Ray Ice Prestige Prosecco und der Moët Ice Imperial sehen sich sehr ähnlich, aber laut Gericht nicht zu ähnlich.

Laut Scavi & Ray fühlte sich der Champagner durch einen weißen Prosecco in seinem Premiumsegment bedroht, das Gericht sah allerdings keine Gefahr. Jetzt darf Scavi & Ray weiterhin weiß lackierte Flaschen verkaufen. Das sehen wir ähnlich. Die Zahl an Menschen, die Champagner mit Prosecco allein wegen der Farbe der Flasche verwechseln, dürfte verschwindend gering sein. Und denen dürfte das, was sie da genau trinken, dann auch egal sein.

4) Gleicher Name, anderes Land

Liquor.com berichtet: The Artesian eröffnet eine Dependance in Hong Kong. Die Londoner Bar im The Langham Hotel ist bereits zum dritten Mal in Folge als beste Bar der Welt ausgezeichnet worden und ihr Ruf dürfte ihr vorauseilen. In Hong Kong gibt es nun eine zweite Artesian, Bar Manager ist dort Rajendra “Rush” Limbu. Selbstverständlich ist die zweite Bar nicht etwa eine schelchte Kopie der ersten, sondern das Artesian Nr. 2 hat sich der Vielfalt der chinesischen Kultur verschrieben und will dies, gemischt mit modernen Ansprüchen, in der Karte widerspiegeln.

In der Artesian Bar gibt es neben der größten Bourbon-Auswahl Hong Kongs auch ein paar kontroverse Drinks, wie etwa den Golden Phoenix Cocktail. Da kommen bei Limbu getrocknete Vogel-Spucke mit Bourbon, Eiweiß und Goldfolie im Glas zusammen. Die Spucke verleiht dem Drink seine gewisse Süße, so der Bar Manager. Na dann.

5) Grün führt irre

Coca Cola und die “grüne” Coke Life. Seit kurzem auch auf dem deutschen Markt zu haben, wirbt die Grüne damit, zu einem  Teil mit Stevia gesüßt zu sein und weniger Zucker zu enthalten als das rote Original. Soweit stimmt das auch. Allerdings hat man nun etwas genauer hingesehen und, wie die Welt berichtet, trickst das grün der Flasche die Konsumenten nur aus. Und sonst nichts. Zwar ist sie wirklich zu einem Drittel mit kalorienfreiem Stevia gesüßt, jedoch schlagen die anderen zwei Drittel Süße aus Zucker durchaus zu Buche.

In einer o,5 l-Flasche der grünen Cola kommen damit knackige 34 Gramm Zucker zusammen. Mehr, als die WHO einem erwachsenen Mann als Tagesdosis an Zucker empfiehlt, und diese warnt vor dem Eindruck, den das Grün des Etiketts suggeriert. Nur weill grün drauf ist, heißt das noch lange nicht, der Inhalt ist unbedenklich. Die grüne Cola ist da nicht der erste Fall von gezielter Irreführung und “Greenwashing” eines Produkts, aber es dauert anscheinend noch bis das bei allen Konsumenten ankommt.

Credits

Foto: Männer beim Friseur via Shutterstock

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