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Inventur 18. November 2019

Inventur am 17. November – Coupette London widmet sich weiter dem Calvados & Boris Johnson dem Scotch

Die US-amerikanische Biergeschichte ist auch eine Geschichte der deutschen Einwanderer. Das erklärt der Bierhistoriker Michael Stein in einem Beitrag für Craftbeer, wo er weiters ausführt, wie deutsches und amerikanisches Bock unterschiedliche Biere wurden – und sich fasziniert zeigt von einem alten Rezept aus den 1930er-Jahren, auf das er gestoßen ist und das er mit Hilfe der Denizens Brewing Company wieder aufleben hat lassen. Dessen wunderbarer Name: Bock to the Future. Wir jedoch werfen erstmal einen kleinen Blick zurück.

Das doppelte C: Coupette und der Calvados

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass Calvados eine prominente Rolle in zeitgenössischen Drinks spielt. Eine der wenigen Bars, die den Apfelschnaps gerne in ihren Fokus rücken, ist die Londoner Bar Coupette. Seit ihrer Eröffnung nimmt Calvados einen prominenten Platz ein, der „Apples“, ein karbonisierter Cocktail aus Apfelsaft und Calvados, zählt zu einem der Bestseller der Bar.

Auch auf die aktuelle Winterkarte haben Chris Moore und sein Team wieder besondere Cocktails mit Calvados gehievt, darunter etwa einen „Never Enough“ (Aged Calvados, Brown Butter, Burnt Treacle, Smoked Chestnut Milk), und man kann davon ausgehen, dass die kleine französische Enklave in London wieder ihre Fans findet. Passend dazu haben wir auch bei Imbibe zehn Cocktails mit Calvados gefunden. Vielleicht ist ja die eine oder andere Inspiration dabei.

Boris Johnson möchte Scotch Whisky helfen – und ein bisschen auch sich selbst

Dass Versprechen von Finanzerleichterungen gerne als Wahlkampfprogramm dienen, ist hinlänglich bekannt. Auch Boris Johnson, britischer Premierminister, hat nun in dieses Horn geblasen. Anlässlich eines Besuches der (im Besitz von Diageo) befindlichen Destillerie Roseisle versprach er Zollsenkungen für Scotch Whisky. Der Hintergrund: Die 25% Erhöhung, die die USA seit Kurzem auf schottische Waren erheben. Das würde eine Industrie, die im letzten Jahr Whisky im Wert von einer Milliarde Pfund in die USA exportiert hat, empfindlich treffen und könne Arbeitsplätze gefährden.

Generell hätte eine Industrie nichts daran auszusetzen, weniger zur Kasse gebeten zu werden, da Steuern und Gebühren auf Scotch bei sage und schreibe 72% liegen, was soviel heißt wie: 3 von 4 Pfund auf eine Flasche Scotch landen beim britischen Schatzmeister. Bei seinem ersten Wahlkampfbesuch auf schottischem Boden weiß Johnson also, welchen Nerv er treffen muss.

Vernagelte Pubs

Da wir schon in Großbritannien sind, bleiben wir gleich da: Im Dummy-Magazin widmet sich Jacinta Nandi in einem ausführlichen Text der Trinkkultur des Landes, oder besser gesagt: der verschwindenden Trinkkultur des Landes. Damit sind natürlich nicht die Londoner Cocktailtempel gemeint. An vernagelten Pubs fahren die Autorin und ihre britische Tante vorbei und trauern darüber, dass sich die Engländer das Trinken in Pubs abgewöhnen.

Nebenbei stellt der autobiographische Text die deutschen und britischen Gewohnheiten gegenüber und legt nicht zuletzt Eigenheiten der britischen Trinkkultur offen, die auf so schönen Formeln wie „It’s wine o’clock“ aufgebaut ist. Oder besser gesagt: noch.

24 Stunden im Frankfurter Bahnhofsviertel

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass The Kinly die beste Bar des Landes ist – und man dazu ein paar Treppen im Frankfurter Bahnhofsviertel hinabsteigen muss. Florentin Schumacher hat sich für Vice für genau 24 Stunden in der berüchtigten Gegend herumgetrieben und schildert seine Erfahrungen in einem lebendigen und angenehm unromantisierten Text.

Am Ende eines langen Tages sinniert er bei einem Negroni im Kinly: „Wer 15 Euro für einen Drink aus dem Rotationsverdampfer zahlt, kann entspannt darüber diskutieren, wie undeutsch/ursprünglich/hip/(beliebiges Adjektiv einsetzen) das Bahnhofsviertel ist.“

Credits

Foto: ©Shutterstock

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