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Inventur

Inventur am 21. November 2021 – Tequila-Unternehmer gibt schweren Betrug zu

Nun also doch: Am Freitag, also einen Tag nach der MPK von Bund und Ländern, stellte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den neuen Maßnahmenkatalog für den Freistaat vor. Neben zahlreichen anderen Einschränkungen ist die Zeit der unversehrten Gastronomie nun doch wieder vorbei, das Bangen vieler Wirte war begründet: Für das Gastgewerbe gibt neben einer obligatorischen 2G-Pflicht nun eine Sperrstunde ab 22 Uhr – und reine Schankwirtschaften sowie Clubs bleiben bis zum 15. Dezember komplett geschlossen. Auch wenn Bayern zu den Bundesländern mit den höchsten Corona-Zahlen gehört, macht doch rasch die Angst die Runde, dass andere Landesregierungen jetzt schnell nachziehen könnten.

Hoffen wir für die kommenden Tage daher einfach auf wenigstens keine steigenden Zahlen und auf eine wachsende Impfquote. Wir schauen unterdessen auf die barkulturellen News der ausklingenden Woche.

Gründer von 6 Degree Tequila räumt schweren Betrug ein

Das kommende Thanksgiving-Fest dürfte für Joseph Cimono wohl für lange Zeit das letzte in Freiheit sein. Wie der Branchendienst The Spirits Business am Mittwoch berichtete, hat sich der Gründer und CEO der in den USA bekannten Tequilamarke „6 Degree“ vor einem New Yorker Gericht in mehreren schwerwiegenden Anklagepunkten schuldig bekannt.

Dem Unternehmer wird vorgeworfen, seine Investoren massiv getäuscht und u.a. mittels sogenannter „Karussellgeschäfte“ das vorgebliche Investitionsvolumen in seine Firma künstlich aufgebläht zu haben. Zudem habe er illegal hohe Summen auf seine Privatkonten abgezweigt. Überdies räumte Cimino ein, um ein Vielfaches erhöhte, gefälschte Verkaufszahlen des Tequilas an seine Geschäftspartner kommuniziert zu haben, um diese zu wiederum neuen Investitionen zu ermutigen. Laut der Meldung drohen ihm bei seinem für Februar geplanten Urteilsspruch bis zu 40 Jahre Haft.

Aus dem Tagebuch eines Barbesitzers mit Personalmangel

Wenn Corona das gastronomische Thema des Jahres ist, so lautet dessen rechte Hand ganz klar: Personalmangel. Das Thema ist in ganz Europa virulent, seit Bars und Restaurants wieder aufmachen durften. Auch wir haben uns damit vor einigen Monaten bereits ausgiebig befasst.

Einen berührenden Beitrag hat der englische Barbetreiber Danny Murphy diese Woche beim Class Magazine veröffentlicht. Es ist eine Art kurzes Tagebuch seit Anfang Mai, in dem er beschreibt, wie seine Bars seit dem Reboot Mitarbeiter um Mitarbeiterin verloren haben und er nichtmal ansatzweise ausreichend neues Personal findet. Einen einzigen Lichtblick in dem ganzen Chaos sieht er aber auch: Notgedrungen ist er selbst wieder viel mehr im operativen Geschäft tätig – und plötzlich wieder mehr bei seinem Team und bei seinen Gästen. Doch die Zukunft bleibt ungewiss.

Mit rarem Wein reich werden: Nicht so einfach wie man denkt

Über teuren Wein als Geldanlage oder gar über sogenannte „Bluechip Wines“ wird immer wieder geschrieben, dann und wann kommt eine Meldung über einen sensationellen Auktionsbetrag, den ein besonderer Wein erzielen konnte. So entsteht vielfach das verzerrte Bild, es sei sehr einfach, Wein als Geldanlage zu verwenden, findet Manfred Klimek, der auch seit vielen Jahren zu unserem Autorenteam zählt.

In einem Beitrag für die Welt beleuchtet er diese komplexe Materie in ihren Grundzügen und macht deutlich: Natürlich lassen sich rare, teure Weine als Investitionsgut betrachten, doch der Weg ist dennoch steinig. Gründe dafür sind etwa, dass inzwischen nur noch sehr wenige Weine wirkliche Renditen versprechen, zudem müsse immer sehr langfristig kalkuliert werden. Wer schnell mit Wein reich werden will, kann die Sache abhaken. Außerdem geht es natürlich nicht ohne genügend „Spielgeld“, wie Klimek deutlich macht. Und zu guter Letzt: An viele der begehrten Tropfen muss überhaupt erstmal rankommen.

Sophia Thomalla lanciert „eigenen“ Korn

Das Spiel mit Promi-Spirituosen geht immer, immer weiter. Nun also bringt Sophia Thomalla mit Hardkorn und zwei zugehörigen Likören ihre „eigene“ Korn-Marke auf den Markt. Die Anführungszeichen kommen nicht von ungefähr: Denn natürlich steht die gern polarisierende Schauspielerin und Moderatorin nicht selbst an der Brennblase, um ihren Hardkorn zu destillieren. Dies überlässt sie der auf Lohnbrennerei spezialisierten Firma WeiLa.

Ihr Ziel sei es, so Thomalla, der in Vergessenheit geratenen Spirituosenkategorie zu mehr Beachtung und zu neuem Glanz zu verhelfen. Dass sich in Sachen Korn bereits seit einigen Jahren eine ganze Reihe hoch renommierter Brenner der selben Aufgabe verschrieben haben und dabei ihre Produkte auch selbst brennen, scheint der 32-Jährigen offenbar nicht bekannt zu sein.

Credits

Foto: Everett Collection / Shutterstock

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