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Inventur am 27.April 2014

MIXOLOGY ONLINE hat wieder den Bestand der interessanten Branchenmeldungen sortiert. Ein Stück Berlin musste gehen. Die Kultkneipe Alt Berlin ist Geschichte. Dafür drängt ein Alkoholpulver auf den Markt und Absolut bringt eine Special Edition Berlin mit originellen Rezepten.  Und am Montag den 28. April 2014 wurden die 50 besten Restaurants in London bekannt gegeben.
Seit Oktober letzten Jahres unterstützt unsere Firmen hier in der Schlesischen Straße 28 unser Business Development Manager Florian Sacharuk. Seinem Einsatz ist zum Beispiel der reibungslose Relaunch von MIXOLOGY ONLINE zu verdanken. Florian prüft auch täglich die Zugriffe auf unsere Seite.Ein erstaunter Ausruf kam von seinem Schreibtisch angesichts der Seitendaten nach dem Einstellen von “Ausbeutung in der Gastronomie”. Fast das dreifache Tagesvolumen war da erfasst, ein Ende noch nicht abzusehen. Das motiviert, weiterhin und mehr heiße Eisen anzufassen. Ein heißes Eisen ist auch die Gentrifizierung in Berlin. Unweit des Ortes, wo MIXOLOGY als Idee zweier Barmänner begann, schlägt sie nun final und gnadenlos zu. Beginnen wir zunächst mit den Ergebnissen zur Wahl der 50 weltweit besten Restaurants in London.
„The World’s 50 Best Restaurants“

Die Veranstaltung hinter „World’s 50 Best Restaurants“ sieht sich als jährliche Momentaufnahme der weltweiten Restaurantszene, bewertet von rund 900 Fachleuten aus der internationalen Gastronomie. Die Definition davon, was „am besten“ ist, wird in die Hände eben dieser Branchenkenner gelegt und für die Bewertung gibt es kaum feste Richtlinien. Am besten zu sein, heißt nicht zwingend High-End und Sternegastronomie, sondern es kommt auf ein stimmiges Konzept und die bemerkenswerte kulinarische Erfahrung an. In den letzten zwei Jahren sicherte sich El Celler de Can Roca in Gerona nahe der französischen Grenze den ersten Platz.
Das Gastgeberland der Award-Verleihung kann bereits den Lifetime Achievement Award, der bereits vor einigen Wochen an Fergus Henderson vergeben wurde, für sich verbuchen. Montag wird man sehen, ob sich die beiden Londoner Restaurants, Heston Blumenthals „Dinner“ und Brett Grahams „The Ledbury“, in den vorderen Plätzen der Liste wieder finden. Bangkoks Nahm wurde zum besten Restaurant Asiens 2014 gewählt und auch da wird sich die weltweite Platzierung am Montag zeigen. Die Verleihung findet in der Guildhall statt, geladen ist ein internationales Publikum aus der Gastronomiebranche. Wer mitten drin sein möchte, kann beim Live Stream der Veranstaltung zuschalten und das Ergebnis der Preisverleihung wird umgehend online verkündet. SL
Nachtrag vom 29. April 2014:
Seit vergangener Nacht stehen die 50 besten Restaurants fest. 900 Gastronomieexperten haben gewählt und in London wurde das Ergebnis verkündet. René Redzepis Noma in Kopenhagen konnte sich den ersten Platz zurück erobern und hat den Vorjahressieger El Celler de Can Roca in Girona der drei Brüder Joan, Josep und Jordi Roca auf den zweiten Platz verwiesen. Das Noma hatte letztes Jahr noch Negativschlagzeilen gemacht, besetzte aber bereits in den Jahren 2010, 2011 und 2012 immer den ersten Platz des Rankings. Bronze mit dem dritten Platz  ging an die Osteria Francescana in Modena.
Zwei deutsche Restaurants sind mit dem Vendôme in Bergisch Gladbach auf dem zwölften Platz und mit dem  Aqua in Wolfsburg auf Platz 28 vertreten. Das Wiener Steirereck machte im Vorjahr noch den neunten Platz und musste mit dem 16. Platz dieses Jahr die Top 10 verlassen. Für die Schweiz zog auf Platz 43 das Restaurant Schloss Schauenstein in Fürstenau ein.
Alles in allem liest sich die Liste jedes Jahr ähnlich und ohne große Überraschungen oder gar Aufreger. Die Frage nach der tatsächlichen Objektivität der Experten, die auf wundersame Weise Tische in Restaurants bekommen, die gut und gerne über Monate ausgebucht sein können, bleibt unbeantwortet. Die fehlenden Beurteilungskriterien für die Punkteverteilung tarnen sich hinter den Anspruch, man wolle die Jury nicht zu sehr einschränken- richtig, wenn nicht Experten sondern die Gäste und das Publikum den Preis vergeben würden. Auch die Sinnhaftigkeit hinter den beiden anderen Awards „Asia’s 50 Best Restaurants“ und „Latin America’s 50 Best Restaurants“ erschließt sich nur schwer, wenn wenige Wochen später die fünfzig besten der Welt gekürt werden. Gefeiert wurde nichtsdestotrotz und neben den Gewinnern auch der Sponsor San Pellegrino.SL
Kultkneipe in Berlin-Mitte, das Alt Berlin muss schließen
Dieses nach Toilette, Zigaretten, Schweiß, Mampe und Bier stinkende dunkle Loch ist eine Legende. Die Bierstube Alt Berlin. Harm Müller-Spreer hat das Haus in dem sich auch der Münz-Salon befindet vor einigen Jahren gekauft und lässt nun seine Sanierungsmillionen auf das Haus und die Institutionen los. Seit heute ist das Alt Berlin Historie.

An guten Abenden war das Alt Berlin ein Parlament der Nacht – überfüllt, betrunken, sexy, kosmopolitisch, verquasselt und entscheidungsschwach. Hier hat man sich vertagt, den Alltag weggegossen, den Stromkasten auf dem Bürgersteig zum Rednerpult und zur Bar gemacht. Es war eine hermetische Welt, ein Fels gegen die Glasfassaden, Flagship-Stores, Schuhläden, Jeans-Buden und Sneakers-Schwemmen – ein Antihipsterbunker. Das Interieur ein braun in braun getauchter, ächzender Anachronismus, der an Hässlichkeit aber auch an Gemütlichkeit unüberbietbar war.

Und auch das Hausgetränk fügte sich hier optisch noch mit ein. Bier aus Kugelgläsern und Mampe – später abgelöst durch sein Pendant Melloch –  natürlich. Braungoldene und mahagonibraune Säfte, die abwechselnd die Kehlen hinabpulsierten und der bunten Schar aus Agenturtollen, Akademikern, Schwätzern, Künstlern, Schweigern, Touristen das wahre Leben vom Hals hielten. An schlechten Abenden war es so inspirierend, wie ein Nachtasyl für einsame Gestrandete. Eine Schänke für die Mühsamen und Beladenen. Zuchtanstalt der Depression. Der ödeste Ort im Kiez.

Hier hat sich im Laufe der Geschichte schon so einiges Gelicht herumgetrieben, als die Gegend noch von Kleinganoven, Dirnen und Lumpenproletariat bevölkert war. Nach dem Krieg kamen dann die Künstler und Kleingewerbetreibenden zu Heinz und Inge, den sagenumwobenen Mundschenken. Bert Brecht brachte sogar angeblich seinen eigenen Barhocker mit. Das verlieh ihm weitere Bedeutung und war angesichts seiner (Körper-) Größe auch angemessen.

“Alles Quatsch, der Laden hieß früher Hackepeter und hier ist auch die Wandvertäfelung nicht aus der Reichskanzlei”, entgegnen Johannes Kreiss und Alexander Bohmbach, die beiden Männer, die das Alt Berlin nach der Übernahme durch Tilo Link zu neuen Kultwürden geführt haben. “Alle schreiben, das Alt Berlin sei 121 Jahre alt, grober Unfug!”, so Kreiss und Bohmbach. Aber schön erzählter Unfug.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends hat eine neue Generation den Tresen im Alt Berlin erobert. Es wurde Rock’n’Roll gespielt, die Gläser befüllten nun Lebenskünstler, eine Burleque-Tänzerin, Literaturfreaks, Vollblutgastronomen, Musiker, Theater- und Filmleute. Die alten Gäste kamen nicht mehr, es kam die Szene.
Jetzt werden die Gentrifizierer von damals gentrifiziert – gegen alle Proteste. Der Investor, ein Homunkulus des “Neuen Berlin” und das Personal haben angekündigt das Interieur unweit originalgetreu wieder aufzubauen. Hoffentlich nimmt er auch den Geruch mit, sonst kann es nie mehr das alte Alt Berlin sein. MO
Der Jesus-Effekt
Palcohol soll in den USA das neue Wundermittel aus pulverisiertem Alkohol sein, das durch die Zugabe von Wasser einen fragwürdigen Instant-Cocktail mit tatsächlichem Alkoholgehalt macht. Erfinder des Puders ist Mark Phillips, der aus der Intention agierte, bei seinen Freizeitaktivitäten wie Wandern oder Fahrradfahren gerne einen Drink zu sich zu nehmen. Die ganzen Flaschen zur Herstellung der Cocktails seien aber zu schwer für den Transport, daher müsste ein Ersatz ge- und erfunden werden.
Das Pulver steht kurz vor dem Verkauf und wird zur Zeit rund um den Globus von einem Medium zum anderen gereicht, dabei steht es zurzeit noch unter Beobachtung der amerikanischen Handels- und Steuerbehörde, die auf Alkohol und Tabak spezialisiert ist. Palcohol wird laut Hersteller aus Vodka beziehungsweise Rum gewonnen und soll nur im Spirituosenhandel erhältlich sein. Die verschiedenen Sorten sind Vodka und Rum, die mit diversen Flüssigkeiten wie Wasser oder Cola aufgegossen werden, und vier Cocktailkreationen wie Cosmopolitan, Mojito, Powderita (wie Margarita) und Lemon Drop ergeben.
Die Erfindung von pulverisiertem Alkohol ist nicht neu, da schon 1974 die General Foods Corporation erstmals in den USA ein Patent auf pulverförmigen Alkohol erhielt, dieses jedoch ohne die Entwicklung eines zu vermarkteten Produktes, sondern lediglich für die Verarbeitung in der Fabrik. Ebenfalls nicht neu wird der Gedanke sein, das Pulver zum Umgehen von teuren Drinks auf Festivals oder Veranstaltungen zu nutzen, da man lediglich Wasser zur Erstellung eines alkoholartigen Drinks benötigt. AA
Absolut widmet der Stadt Berlin eine eigene Limited Edition
Absolut hat schon lange seinen Markenkern und seine Kommunikation auf das Thema Kreativität ausgerichtet. Dies äußert sich nicht nur durch zahlreiche Filmwettbewerbe und Werbespots, sondern auch in diversen Limited Editions, die der Flasche einen Sammlerwert geben sollen. Eine dieser Kollektionen ist die City Edition, die mit ihrem eigenen Design schon auf Metropolen wie Moskau, Istanbul, Mexiko, Rio und London eingegangen ist. Mit der neuen Absolut Berlin Edition erscheint die erste deutsche Stadt in der „City Edition“, die sich durch den prägnanten Berliner Fernsehturm und Farben als Charakteristika für die Landeshauptstadt präsentiert.
Auf dem Fernsehturm prangt der Schriftzug „Es ist nicht einfach immer ein Rebell zu sein“. Verantwortlich für das Design ist Zhivago Duncan, der seit 2008 in Berlin wohnt. Die Flasche wird mit gleich bleibendem Inhalt auf dem deutschen Markt ab dem 15. Mai 2014 für voraussichtlich 19,90 € erhältlich sein.
Zusätzlich zur Limited Edition wurden spezielle Absolut Berlin Cocktails kreiert, die aufgrund der Zutatenwahl den Berliner Geschmack wiedergeben sollen. Schade eigentlich, dass die Currywurst geschmacklich nicht interpretiert wurde. AA
Absolut Spreewald Mule

4 cl Absolut Vodka
2 cl Essiggurkenwasser
1/8 Limette
3 Essiggurken

ZUBEREITUNG: Alle Zutaten in einen Shaker geben und mit Eiswürfeln 20-30 Sekunden (20-30mal) kräftig schütteln. Den Cocktail in das vorgekühlte Gästeglas abseihen und mit Ginger Beer auffüllen.
GLAS: Highball
GARNITUR: 3 Essiggurken

 

Credits

Foto: Zählen via Shutterstock

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