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Inventur am 27. Juli 2014

Diese Woche gab es unter Anderem besonders großzügiges Trinkgeld, die Gewinner der 30. Deutschen Cocktailmeisterschaft stehen fest und aus Beuys Fettecke wurde Hochprozentiges gemacht. Das Feierbier ist nach einer Studie von Holsten beliebter als je zuvor und Diageo stellt einen neuen Whisky vor.

Wir sind mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder zurück von der Tales of the Cocktail. Die Drinks, die Vorträge, die Verleihung der Spirited Awards- es war großartig. Die Gewinner der einzelnen Kategorien des Spirited Awards hat Andrew Wilkin für uns zusammen gefasst. Jetzt sind wir zurück in Berlin und sahen uns um was außerhalb von New Orleans passierte.

1.)  1.000 US-$ Trinkgeld
Nicht ganz wie in dem 1994er Film “2 Millionen Dollar Trinkgeld”, in dem ein Lottoschein als  Tip einer Kellnerin unverhofften Geldsegen brachte, aber immerhin Ähnliches spielte sich im The Ginger Man Restaurant in Albany, New York für einen Kellner ab. Ein Paar feierte den 47. Geburtstag des Mannes mit einer Flasche Wein um 100 Dollar und der Gast rundete am Ende des Abends den Betrag auf der Rechnung um 1.000 Dollar “auf”. Der Kellner konnte sein Glück nicht fassen und der einzige Anspruch des edlen Spenders war es, mit dem Geld etwas Sinnvolles anzufangen. Der Kellner teilte das Trinkgld mit den Kollegen und ließ sein Auto reparieren. – SL
2.) Gesucht und  Gefunden: Deutschlands bester Barkeeper 2014
Der Gewinner der 30. Deutschen Cocktailmeisterschaft in Bad Salzuflen am 21. Juli 2014 stehen fest. Frederik Knüll aus Köln ist „Deutscher Cocktailmeister 2014“ in der Kategorie Classic und Adam Branczyk ist „Deutscher Cocktailmeister 2014“ in der Kategorie Flair-Bartending. Aus den 12 Sektionen der Deutschen Barkeeper-Union e.V. (DBU), die auch in diesem Jahr wieder Veranstalter der Deutschen Cocktailmeisterschaft war, kämpften am Montag, 21. Juli 2014, in Bad Salzuflen traten 28 Barkeeper gegen einander an.In diesem Jahr stand nicht der Cocktail, sondern der 360° Barkeeper im Fokus. Das Programm beinhaltete neben einem theoretischen Part die Kreation des eigenen Cocktails sowie einen Pouring-, Geschwindigkeits- und Sensorik-Test. Die Finalteilnehmer in der Kategorie Classic mussten zudem Ihre Kreativität beweisen, indem sie spontan aus einem Warenkorb einen neuen Cocktail kreierten. Sieger in der Kategorie „Flair-Bartending“ wurde Adam Branczyk aus Krakau (DBU Sektion Bayern). Frederik Knüll und Adam Branczyk  werden nun bei der Cocktail-Weltmeisterschaft, die im Herbst 2015 in Sofia, Bulgarien, stattfinden wird, für Deutschland an den Start gehen.
Cocktailkreationen in der Kategorie Classic:
1. Platz: Frederik Knüll

The Drunken Octopus
4,5 cl Beefeater 24
1,5 cl Pink Grapefruitsaft frisch
2 cl Rohrzucker weiss Giffard
3 dash Peychaud
1 cl Zitronensaft frisch
3 Zweig Estragon

Shake/ finestrain

Glas: Japanisches Teeservice
Deko: Estragonzweig/ Zitronenzeste

Cocktailkreationen in der Kategorie Flair-Bartending:

1. Platz: Adam Branczyk

Divine Flavour
4 cl Absolut Orient Apple
2 cl Erdbeer Sirup
2 cl frischer Zitronensaft
4 cl Grapefruitsaft
2 cl frisches Eiweiss
2 ds Creole Bitters
Zubereitung: Shaken
Garnitur: Zitronenzeste
Glas: Coupette

3.) Ist das Kunst oder kann das weg?
Man erinnert sich an den Vorfall aus dem Jahr 1986, als der Hausmeister der Bremer Kunstakademie mir nichts dir nichts ein Werk von Joseph Beuys einfach weg wischte. Es handelte sich um die Fettecke und schiendamals auf den ersten Blick für den Hausmeister nicht als Kunstwerk identifizierbar. 28 Jahre später kommt es nun zur Wiederverwertung, bzw. dem Upcycling, wie es bei Rabea Weihser der Zeit Online heißt. Die 2 kg Fett, die man noch retten konnte, indem man sie vom Wischmopp kratzte, wurden nun zu insgesamt 4 Litern Schnaps mit 50 % Vol. destilliert. Das alles unter Anleitung des Bremer Kunsthochschulprofessors Markus Löffler. Der Fett-Schnaps hat Noten von Parmensan und laut den Akademikern insgesamt eine eher “käsiges Aroma”. – SL

4.) Irisch-japanischer Whisk(e)y-Vormarsch
Trendspirituosen werden ja laufend ausgerufen, ein bißchen Evidenz schärft da oft den Blick. Auch wenn die Welt durchs getönte Mixologen-Brillenglas mitunter anders aussieht, man sich mehr “demanding customers” an der Bar wünschen würde, lügen die Zahlen eben nicht.  Wie sie etwa die Brand Champions-Statistik von “Drinks Business” für die Whisk(e)y-Welt des abgelaufenen Jahres vorlegte. Während einige Marken gegenüber 2012 auf hohem Niveau stagnieren (Seagrams, Canadian Club), teilweise leicht verlieren (Black Velvet, -2%), legte der irische Whiskey kräftig zu: Jameson wuchs um 15%, 2013 gingen 4,6 Millionen cases zu zwölf 0,75 Liter-Flaschen aus Middleton über die Ladentische. Ebenfalls beliebt sind momentan Japans Nikka (Platz 8 mit 1,9 Mio. Kisten) und Suntory (Platz 5 mit 3,1 Mio. Kisten). Auf die Bourbon-Häuser Jack Daniels (11,5 Mio. Kisten – +5% gegenüber 2012 – verkaufte der Listenerste) und Jim Beam (legte auf 6,9 Mio. cases zu) fehlt aber noch einiges. – RG

5.) Botucal German Tournament 2014 Cocktailwettbewerb
Der „Summer of Botucal“ hat begonnen. Ab sofort können  deutschlandweit alle professionellen Bartender auf der der Website Ihre Kreation zur Teilnahme am „Botucal German Tournament“ einreichen. Über die Qualifikation der zehn besten Teilnehmer entscheidet eine Fachjury, der 11. Teilnehmer erhält seine Wildcard über den Wettbewerb bei Facebook. Alle Finalisten mixen dann am 4.-5. Oktober auf dem German Rum Festival live um den Sieg: 500,- Euro für den Sieger, 300,- Euro für den Zweit- und 200,- Euro für den Drittplatzierten. Der Sieger nimmt zudem am Diplomatico World Tournament im April 2015 in Venezuela teil. Im „Summer of Botucal“ präsentieren Cocktailbars in Deutschlands 10 Tage eigens kreierte Cocktails mit Botucal Rum aus Venezuela. Alle teilnehmenden Bars erhalten ein besonderes Paket mit Botucal Reserva und Botucal Reserva Exklusiva, Coastern und einem Barmenu für ihre selbst kreierten sommerlichen Cocktails. Bars können sich auf der Hompage zur Teilnahme anmelden.

6.) Das Feierabend-Bier ist tot. Es lebe das Feierabend-Bier!
Der Bierkonsum in Deutschland geht – nach kurzem Aufbäumen während der WM – tendenziell eher zurück. Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig: demografischer Wandel, ein Umdenken in der Ernährung oder die fehlende Attraktivität für die jüngere Generation sind nur erste ein paar Ursachen. Aber eins lassen sich die Deutschen aber trotz neuer Trends und Gewohnheiten nicht nehmen: ihr Feierabendbier. Holsten widmete dem eine Studie und nun sind die Ergebnisse da. Mehr als 1.000 Erwerbstätige wurden befragt und die Umfrage zeigt, dass für 2 von 3 erwerbstätigen Biertrinkern (69 %) ein Feierabendbier einfach dazu gehört, um den Arbeitstag ausklingen zu lassen.Und das Ergebnis? Mehr Männer trinken Bier, der Großteil ist zwischen 18 und 49, das Ganze geschieht dann lieber in den eigenen vier Wänden als in der Kneipe und es trinkt sich gemeinsam öfter als bei Alleinstehenden. Na dann ein Hoch aufs Feierabend-Bier. – SL

7.) Die 15 Finalisten der Sling Awards stehen fest
Die 15 Finalisten des Peter F. Heering Sling Awards 2014 wurden vergangene Woche in Stockholm verkündet. Letztes Jahr nahmen 27 Länder an dem Wettbewerb teil, nun ist die Anzahl der Teilnehmerländer auf 44 angewachsen. Über die Finalisten der nächsten Runde entscheidet in London eine Fachjury, allen voran die Barlegende Simon Difford. Nach der Entscheidung in London werden die 5 übrigen Finalisten auf dem Bar Convent 2014 in Berlin gegen einander antreten.

8.) Candy Crush Vodka mit Zielgruppe 13 +
Für Drinks Spirits diskutiert Geoff Kleinmann die Moral beim Bewerben von Alkohol gegenüber Kindern. Als Basis für den Artikel ist der Launch eines neuen Vodkas mit Namen UV Sugar Crush Vodka. Name und Erscheinung scheinen inspiriert von dem beliebten Candy Crush Spiel. Candy Crush hat als Zielgruppe hauptsächlich Kinder und junge Erwachsene zwischen 13 und 25. Kleinmann gibt ganz klar DISCUS (Distilled Spirits Council Of The United States) die Schuld, keinen klaren Standpunkt gegen diese Art von verantwortungsloser Marketingstrategie einzunehmen. Im Kommentar-Thread zu dem Artikel entspann sich eine angeregte Diskussion zum Thema Erziehung, Alkohol und Marketingstrategien mit Jugendlichen und Kindern als Zielgruppe. – SL

9.) Diageo bringt neue Variante in den LEH: The Singleton of Dufftown Spey Cascade

Diageo hat letzte Woche bekannt gegeben, einen neuen Single-Malt Whisky in Deutschland und Österreich auf den Markt bringen zu wollen. Und zwar den Singleton of Dufftown Spey Cascade. Er wird mit Mitte August erhältlich sein und Diageo hofft mit dem neuen Produkt eine breite Gruppe an Konsumenten zu erreichen. Das Aroma erinnert an gebackene Äpfel, geröstete Nuss und weißt eine gewisse Süße auf. Das neueste Mitglied der Singleton Familie soll 25,99 € kosten.

Credits

Foto: Zwei Herren via Shutterstock

Comments (2)

  • koogleblitz

    Bilder unter “2.) Gesucht und Gefunden: Deutschlands bester Barkeeper 2014” falsch zugeordnet:
    Das mit “Frederik Knüll” betitelte Foto zeigt “Adam Branczyk” und vice versa.

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