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Inventur am 27. Juni 2021 – Baijiu für 1 Million versteigert & Britische Bars bangen um Personal

Und da ist sie auch schon: die letzte Inventur in der ersten Jahreshälfte. Wir hoffen, Sie konnten die zurückliegenden längsten Tage des Jahres auf den Terrassen der nun vermehrt öffnenden Bar verbringen? Jedes Tröpfchen Normalität tut ja gut derzeit, besonders in Form eines Drinks unter Leuten. Ob es indes gerechtfertigt ist, dass in Fußballstadien inzwischen wieder zehntausende Menschen zusammen brüllen und feiern, während Gastwirte noch immer vor teils krude Beschränkungen gestellt sind, maßen wir uns einfach mal stillschweigend nicht zu beurteilen an.

Falls sie sich übrigens am Mittwoch, 30. Juni, langweilen sollten: Ab 17:30 überträgt Bacardi auf der Facebook-Seite seiner „Legacy“-Competition deren diesjähriges Global Final, das komplett digital ausgetragen wird. Schauen wir bis dahin auf die Themen, die in dieser Woche in der hochprozentigen Woche von Interesse waren.

Brexit sorgt für Personalnot in der britischen Gastronomie

Personalnotstand ist aktuell nicht nur ein Thema im deutschen Gastgewerbe, sondern auch in Großbritannien. Wie The Spirits Business diese Woche berichtete, steht die dortige Gastronomie nicht nur in den Startlöchern für eine sich allmählich ankündigende Normalisierung des Betriebs, sondern ist auch mit einem drastischen Fachkräftemangel konfrontiert. Der Grund: die Folgen des Brexit. Denn zum 30. Juni greift eine neue Regelung, nach der nicht-britische Arbeitskräfte eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis beantragen müssen.

Insgesamt belegen Menschen aus Europa rund 7,3% aller britischen Arbeitsplätze, so der Bericht. Neben einigen anderen Branchen lebt die britische Gastronomie in erheblichem Maße von ausländischen Arbeitskräften, vor allem von solchen aus der EU, die somit bislang problemlos auf die Insel ziehen konnten. Insbesondere die kreative Energie und der weltweite Einfluss der Londoner Barszene der letzten Jahrzehnte wäre undenkbar gewesen ohne die vielen namhaften Barleute aus Italien und Osteuropa.

Sind des Vodkas neutrale Tage gezählt?

Vodka hat es schwer in den letzten Jahren. War er Anfang des Jahrtausends die weltweit absolute Boom-Spirituose, haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. Kenner greifen immer lieber z.B. zu American Whiskey oder Agavendestillaten, zahlreiche Barleute schmähen Vodka aufgrund seines vermeintlich fehlenden Profils und viele jüngere Konsumenten sind inzwischen vollkommen mit Gin sozialisiert. Im Hauptmarkt USA ist Vodka zwar noch immer die Nummer 1, doch sein Marktanteil schrumpft seit einem Jahrzehnt.

Braucht er also eine Frischzellenkur? So sieht es aus, und wenn es nach dem Fachblatt SevenFiftyDaily geht, muss die beim ehemals großen Alleinstellungsmerkmal von Vodka ansetzen: Der Neutralität. Denn Milde und geschmacklicher Minimalismus hatten einst für den Siegeszug gesorgt. Heute jedoch wünschen sich immer mehr Genießer genau das Gegenteil, nämlich viel Aromatik und Intensität. Der Beitrag von Brad Japhe geht diesem Phänomen auf den Grund und präsentiert einige der jüngeren US-Vodkahersteller, die sich dieser Herausforderung stellen – inklusive dem Whiskey-Heiligtum Pappy Van Winkle.

Von der Coupette zur Flöte zum Weinglas – die Veränderung des Champagner

Wie sich die Wahrnehmung eines Produkts verändert, lässt sich häufig gut daran ablesen, in welchem Glas es üblicherweise genossen wird. So hat beim Scotch im Lauf der letzten Jahrzehnte das Nosing-Glas den Tumbler auch beim eislosen Genuss abgelöst, während bei gutem Tequila niemand mehr an ein Shot-Glas denkt. Eine ähnliche Transformation ist seit einigen Jahren im Bereich Champagner zu beobachten.

Der edle Franzose (und auch andere Schaumweine) nämlich wandert in guten Lokalen vermehrt in Weißweingläser anstatt in die früher obligatorische, schmale „Flöte“. Das kommt nicht von ungefähr, wie Autorin Megan Krigbaum für das Punch Magazine herausarbeitet: Das Image von Champagner hat sich ungefähr in den letzten 20 Jahren immer mehr verschoben, und zwar weg vom prestigeträchtigen Getränk für festliche Anlässe, hin zu einem hochwertigen Wein. Insofern trägt ein passendes Glas dieser Entwicklung nur Rechnung. Krigbaum erläutert übrigens auch, warum die gute, alte Flöte eins Mitte des 20. Jahrhunderts die bis dahin favorisierte Coupette oder Sektschale als typisches Glas abgelöst hat. Schauen Sie unbedingt mal rein!

Baijiu für 1 Millionen Pfund versteigert

Aus unserer geheimen Lieblingsrubrik „irrsinnige Preise für Schnaps“: Wie u.a. CNN Anfang dieser Woche berichtete, hat das Londoner Auktionshaus Sotheby’s eine Kiste der chinesischen Nationalspirituose Baijiu für knapp 1,4 Millionen Dollar (1 Million britische Pfund) an einen anonymen asiatischen Bieter versteigert – ein Rekord für Baijiu-Verkäufe außerhalb Chinas.

Bei der Spirituose handelt es sich um eine rare Abfüllung der Marke Moutai, genauer gesagt um 24 Flaschen der Sorte „Sun Flower“ aus dem Jahre 1974, die unter Sammlern hochgeschätzt sei. Teurer Baijiu gilt in der chinesischen und Teilen der panasiatischen Oberschicht als absolutes Prestigeobjekt und wird zu immensen Preisen gehandelt. Von dem Erlös der besagten Versteigerung indessen zeigte sich sogar Sotheby’s selbst überrascht: Man habe eher mit einem vergleichsweise niedrigen Umsatz von höchstens 450.000 Pfund gerechnet, so CNN.

Credits

Foto: Everett Collection – shutterstock.com

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