TOP

Inventur am 27. November 2016

Advent, Advent: Der erste echte Rye von Vulson ist jetzt in Deutschland erhältlich. Gleichzeitig erweitert Heaven Hill die Kapazitäten und Tony C. bleibt umtriebig. Zu guter Letzt schauen wir noch, warum Donald Trumps Pläne sogar für europäische Luxusspirituosen von Bedeutung sein könnte. 

Sie suchen noch ein passendes Schlückchen zum ersten Advent? Wir wäre es dann heute mit einem Ausflug in die Markthalle Neun in der Kreuzberger Pücklerstraße? Dort findet nämlich heute noch bis 19 Uhr zum zweiten Male nach 2015 die Raw Wine Berlin statt. Wer sich dort in Sachen Naturweinen & Orange Wines auf den aktuellen Stand der Dinge bringen und auch mit vielen Erzeugern ins Gespräch kommen will, hat dazu mit der Raw Wine eine großartige Gelegenheit. Und für alle, die nun aufgrund der Kälte doch lieber daheim bleiben, legen wir nun mit der ersten Advents-Inventur des Jahres los.

Vulson Old Rhino Rye: Xaviers neues Nashorn kommt nach Deutschland

Seit gut eineinhalb Jahren bereits ist der Vulson White Rhino Rye verfügbar, der von Ex-Hendrick’s-Markenbotschafter Xavier Padovani gemeinsam mit Domaine Des Hautes Glaces entwickelt worden ist. Im Prinzip ein Zwitter aus Rye Whiskey, Eau-de-Vie und White Dog, konnte sich der Roggenbrand schnell viele Freunde sichern.

Seit Anfang dieser Woche nun ist „echte“ Rye Whiskey mit dem Rhinozeros, der Vulson Old Rhino Rye, auch über den deutschen Vertrieb Perola hierzulande verfügbar. Vier Jahre lagerte der Brand in Eichenfässern, bevor er mit 45% Vol. abgefüllt wurde und somit als erster französischer Rye Whiskey auf dem Markt ist. Erhältlich ist der Old Rhino zum Preis von rund 60 Euro à 700 ml-Flasche.

Tee, Rauch und Scotch mit Black Bottle

Zu einem schönen Aromenspiel lud Anfang der Woche der würzige schottische Blend Black Bottle geimeinsam mit dem Hamburger Tee-Haus Samova: BB-Markenbotschafter Mal Spence und Samova-Gründerin Esin Rager hatten Bartender aus der Hansestadt ins Fleetschlösschen geladen, um dort auf eine wichtige Gemeinsamkeit in der Herstellung von Scotch Whisky und Tee hinzuweisen: Das Blending. Die Mischung verschiedener Einzelprodukte spielt bei beiden Genussmitteln eine erhebliche Rolle, damit am Ende ein stimmiges Gesamtprodukt entsteht.

Auch abseits der Theorie durften sich die geladenen Hamburger Bartender dann austoben: Zusammen mit Spence hatten die Gäste die Gelegenheit mit Tee, Scotch und anderen Zutaten in Drinks zu experimentieren und quasi selbst zum Blender zu werden.

Heaven Hill vergrößert sich weiter

Die Heaven Hill-Destillerie in Kentucky, u.a. Erzeuger des gleichnamigen Whiskey sowie der Marken Elijah Craig, Pikesville, Rittenhouse und Evan Williams, erweitert ihre Anlage um ein weiteres gewaltiges Warehouse. Darin sollen nach der Fertigstellung rund 600.000 Fässer einen Platz zum Reifen finden.

Heaven Hill, ohnehin einer der größten Brenner im Bourbon-Staat, besitzt bereits 34 Lagerhäuser, in denen etwa 1,2 Millionen Fässer ruhen. Schon Anfang des Jahres hatte das Unternehmen einen hohen Betrag in den Ausbau der Brennkapazitäten investiert, sodass die nun anschließende Erweiterung der Lagerfläche nur schlüssig ist. Elijah Craig, im vergangenen Jahr im MIXOLOGY TASTE FORUM als bester Bourbon ausgezeichnet, wird also in den kommenden Jahren wohl keine Verknappung erfahren.

Trumps Präsidentschaft: Gut für Luxusspirituosen?

Die durch den neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Steuernachlässe sind nicht nur gewaltig, sie werden vor allem den sehr wohlhabenden Amerikanern zugute kommen: So schreiben die Kollegen des Wirtschaftsmagazins Bloomberg, die durch Trump vorgesehenen Steuererleichterungen mit einem Volumen von rund 6,2 Billionen US-Dollar werden zu einem großen Teil dem reichsten Prozent der US-Bevölkerung zufließen.

Das interessiert freilich auch die Hersteller von Luxusprodukte wie etwa rarem Cognac. Dem Bericht von Bloomberg zufolge hat die Rémy-Cointreau-Gruppe bereits Vorkehrungen getroffen, um die Produktion im Luxussegment zu erweitern. Gleichzeitig weist Rémy-CEO Valerie Chapoulaud-Floquet allerdings auch darauf hin, dass natürlich parallel die Importzölle steigen könnten. Klar ist jedoch: Wenn die Reichen noch reicher werden, kaufen sie vielleicht mehr extrem luxuriöse Produkte. Aber wäre es nicht ergiebiger, wenn sich eine wohlhabendere Mittelschicht mit mehr „einfachen“ Qualitäten aus dem Cognac ausstatten könnte? Am Ende geht es wohl – wie immer – auch sehr ums Prestige. Wir werden sehen.

Tony C. eröffnet Nummer 3!

Die aktuelle Londoner Barkultur ist ohne Tony Conigliaro nur schwer vorstellbar. Mit seiner an sich namenlosen Bar „69 Colebrooke Row“ setzte der Italo-Londoner vor einigen Jahren Maßstäbe, um dann mit seiner Bar Termini nachzulegen. Doch das reicht „Tony C.“, der mittlerweile auch seinen Signature Negroni als Bottled Cocktail online vertreibt, noch nicht.

Noch im Dezember soll nun im Londoner Osten die dritte Bar unter Conigliaros Regie eröffnen. Im Stadtteil Hackney wird das „Untitled“ dann als ein zwangloser, entspannter und durch Andy Warhol inspirierter Ort mit einer zunächst kleinen Auswahl von 12 Cocktails an den Start gehen. Verglichen mit Conigliaros anderern Bars wird das „Untitled“ größer sein, das Zentrum bildet ein großer Tisch, der bis zu 20 Personen Platz bieten soll. Und schon wieder steht etwas für den nächsten London-Besuch auf der Liste…

Credits

Foto: via Shutterstock

Kommentieren