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Inventur am 27. September 2015

Willkommen zurück, heute sprechen wir zweimal über Absolut Vodka, fangen an mit Scotch zu handeln und wir beobachten eine weitere Brauerei, die ihr Glück bei Crowdfunding versucht.

Um das Warten auf die MIXOLOGY BAR WEEK und den Bar Convent Berlin 2015 zu verkürzen, werden wir die Berlin Food Week besuchen. Die startet nämlich just vor „unserer“ Woche, und zwar am 29. September 2015. Sie geht wiederum bis zum 4. Oktober 2015. Alle Informationen dazu, was dort geboten wird und was genau eigentlich der „Food Porn Awards“ ist, gibt es hier. Wir legen so lange los mit der Inventur.

1) Absolut I: Wasser mit Elyx

Absolut Elyx  hat sich mit der „Water for People“-Organisation zusammen getan und sich mit einem Fünf-Jahresplan dem sauberen Trinkwasser für Menschen, die genau das benötigen, verschrieben. Insgesamt soll in diesem Zeitraum rund 100.000 Menschen weltweit mit funktionierenden Trinkwassersystemen geholfen werden, die Absolut finanzieren möchte. Für jede Flasche Elyx, die ab Oktober verkauft wird, wird hochgerechnet eine Person für eine ganze Woche mit Trinkwasser versorgt (140 Liter).

Wer das nicht für ausreichend hält, der kann mit dem Kauf einer „Absolut Elyx Pineapple of Hospitality“ (Ja, das heißt wirklich so) für einen ganzen Monat sauberes Wasser sorgen. Hier geht es zur Seite von Water for People, wo das Projekt noch einmal genauer aufgeschlüsselt wird.

2) Der Bulle und der Bär des Scotch

Wer die normale Börse als zu langweilig empfindet, der kann nun auf ein weit anregenderes Thema setzen und bei der ersten “Whisky Börse” der Welt mitmischen. Alle begeisterten Spirituosen-Broker aufgepasst, denn der ehemalige Diageo-Mitarbeiter Rupert Patrick hat mit “Whisky Invest Direct” den ersten Online-Handelsplatz für die Spirituose gegründet.

Private Investoren können bereits im frühen Reifungsstadium Scotch Whisky kaufen, damit soll laut Patrick die Cashflow-Problematik der gesamten Branche gelöst werden. Die Jahre der Lagerung stellen nämlich eine durchaus große finanzielle Herausforderung für die Scotch-Produzenten dar. Die Reifung des Scotch ist teilweise so lang, dass sich die Erlöse des Verkaufs der einzelnen Flaschen nach Ende der Lagerung für die Hersteller einfach nicht absehen lassen. Whisky Invest Direct soll, wie der Name bereits verrät, eine”attraktive Kapitalquelle” für die Produzenten werden. Untereinander können die Investoren dann natürlich auch handeln. The Spirits Business hat noch mehr Details zu den Vorgängen und ein Interview mit Rupert Patrick.

3) Einen Berg finanzieren

Berliner Berg ist Berlins jüngste Brauerei, vergangene Woche wurde die Eröffnung des Tap Rooms in Neukölln gefeiert und seit letzter Woche steht auch die Crowdfunding-Kampagne der jungen Craft-Brauer bei Startnext online. Ähnlich wie Brewcifer und auch die Bierothek es vor ihnen getan haben, werden bei der “Crowd” 50.000 € angefragt, um die Brauanlage im Hinterhof (weiter-) finanzieren und damit die Berliner Weisse wieder zurück in die Hauptstadt bringen zu können. Bis zum aktuellen Zeitpunkt sieht es gut aus, nach 24 Stunden war knapp die Hälfte der angestrebten Betrags bereits eingesammelt. Wir wünschen weiterhin viel Glück!

4) Absolut II: Vodka getarnt als Whisky

Dem Thema Flavoured Vodka sind kaum mehr Grenzen gesetzt. Blickt man über den großen Teich, sind die Geschmacksvarianten sogar nochmal um ein paar Facetten reicher. Vodka mit Zuckerwattengeschmack gibt es genauso wie mit dem Aroma der scharfen Sriracha-S0ße.

Absolut setzt nun eine Stufe darauf und bringt in den USA den Absolut Oak auf den Markt, einen Vodka mit „Bourbon-Aromen“. Streggenommen ist der Vodka nicht “flavoured”, sondern er „ruhte“ für rund sechs Monate in Fässern aus schwedischer, amerikanischer und französischer Eiche. Die Kollegen bei Marketwatch haben den Absolut Oak bereits probiert und beschreiben Nuancen, die tatsächlich an Bourbon erinnern. Nur der “Körper”, wie ihn ein echter Whiskey mitbringt, der fehle – solch eine Überraschung!

Für die wahren Whiskeyfans ist der Absolut Oak natürlich nichts, sondern mehr für die, dich sich erst langsam an die Materie herantrauen und einen, sagen wir mal, Zeh in den Bourbon-Pool halten wollen. Laut Pernod Ricard sieht man den Absolut Oak eher in Cocktails, da die leichten Fassaromen so subtil sind, dass sie im Vergleich zum Bourbon die anderen Komponenten im Cocktail nicht erdrücken. Ein möglicher Grund für den Launch dieses fassgelagerten Vodkas könnte der schrumpfende Markt für Vodka und der immer weiter wachsende Markt für Bourbon sein. Absolut will eben ein Stück abhaben. Mehr zu den Tasting Notes gibt es hier.

5) Come on Baby, Light my Fire

„Feurig in den Herbst“, oder zumindest so ähnlich dachte man sich das wohl im Hause Bacardi, denn von dort aus kommt jetzt der Carta Fuego in die Regale. Beim Feuertrunk handelt es sich um einen Spiced Rum, der laut Produzent explizit für Shots geeignet und noch dazu rot ist. Hergestellt wird der Carta Fuego auf Basis des Bacardi Rum, der ein Jahr lang in ausgebrannten Eichenfässern reift und dann “durch einen geheimen Kohle-Mix” gefiltert wird. Dazu kommen dann noch Aromen und “natürliche Gewürze”, wie es so schön heißt – fertig ist der rote Shot. Haben wir darauf gewartet? Wir wissen es noch nicht.

Bei Bacardi rät man übrigens jenen, denen der Fuego noch nicht caliente genug ist, auch noch einen Hauch Tabasco zum Shot hinzuzufügen. Auf die Frage, warum Bacardi nun mit einem Shotgemisch um die Ecke kommt, antwortet Caroline Hipperson, Global Brand Director des Rum-Riesen, man habe ein “gesteigertes Interesse männlicher Erwachsener an dunklem Rum und Spiced Rum feststellen können.” Die Damenwelt soll sich somit nicht angesprochen fühlen.

In GSA-Land scheint man das Interesse an dunklen, pikanten Shots allerdings nur in „S“, weniger in „G“ & „A“ zu sehen. Neben der Schweiz wird es den Carta Fuego außerdem in Kanada, Mexiko, Großbritannien, Spanien, Italien, Australien, Niederlande, Belgien, Dänemark, Norwegen, Finnland, Luxemburg, Island sowie im Global Travel Retail geben. Wer also gerne einen scharfen Shot hätte, der eile über die Grenze und erstehe den Fuego für ca. 19 Schweizer Franken.

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