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Inventur am 3. Juli 2016

Heute geht es um blauen Wein, einen Italiener in Deutschland und Stoff aus Ananasblättern. Willkommen zurück zur Inventur an diesem ersten Sonntag im Juli.


Gelato, gelato, amici! Nächste Woche, zwischen dem 7. und 10. Juli 2016, findet in Berlin das Gelato Festival statt. Der Name ist Programm, außerdem befindet sich das Festival quasi auf Tournee, aktuell noch in London, war es, bevor es jetzt nach Berlin kommt, in Parma, Rom und Turin zu Gast. Elf Eismacher stellen ihre eigens für das Festival kreiierten Sorten vor und das beste Eis wird beim finalen Stopp in Florenz in ein paar Wochen ausgezeichnet. Natürlich gibt es nicht nur was zu schlecken, sondern auch zu lernen, denn auch Vorträge zum Thema sind Teil des Programms. Interessiert? Klasse. Hier gibts die Details.

Rot, weiß oder blau?

Für den Guardian hat sich Alexi Duggins mit der Psychologie von ungewöhnlichen Farben bei Lebensmitteln auseinandergesetzt. Ausgehend von dem blauen Wein, der kürzlich von Gik Live auf den Markt kam – man werfe dafür einen Blick auf die englische Inventur der letzten Woche – beleuchtet Duggins die Wahrnehmung von Farben und Nahrung und setzt das ganze in Kontext mit dem aktuellen Trend (?) hin zu “ungewöhnlichen” Tönungen bei Lebensmitteln. Think: Regenbogen-Bagel zum Beispiel.

Zurück zum Flüssigen. Die Hersteller des blauen Weins haben sich für diese ungewöhnliche Farbe entschieden, da “die Farbe blau für Unendlichkeit und Neugier steht” und damit der Konsument des blauen Weins bereits beim Trinken “seinen Geist für neue Erfahrungen öffnet”. So weit, so gut, und dann fragt man einen Psychologen und erfährt, dass die Farbe eines Getränks sehr eng mit der Erwartungshaltung des Gehirns verknüpft ist, wie dieses dann schmecken wird. Blau zum Beispiel ist verknüpft mit Curaçao. Oder Mundwasser. Und da sind wir dann auch bei der Problematik angekommen. Hier geht es zu dem ganzen Artikel.

Ciao, Bello! – Montenegro zu Schwarze & Schlichte

Schwarze & Schlichte übernimmt ab sofort den Deutschlandvertrieb für den italienischen Amaro Montenegro. Die in Bologna ansässige Firma ist die größte Kräuterlikörmarke in Italien, jetzt soll auch ein bisschen mehr Dolce Vita nach Deutschland schwappen. Die Rezeptur für den Montenegro ist seit 1885 unverändert, heißt es da, und wir verkosten den auch gleich in der kommenden Ausgabe der Rubrik “4 of a Kind” in der der nächsten Ausgabe von MIXOLOGY, der 4/2016, die Anfang August in den Handel kommt.

Elektrizitätscocktails

Da sind sie wieder, unsere Helden von Bompass & Parr aus London. Wir erinnern uns kurz an deren Projekt “Alcoholic Architecture” zurück, einem Raum, mit Schwaden von Gin & Tonic gefüllt, bei dem man durch Atmen seinen Drink zu sich nahm. Jetzt hat das Unternehmen, dessen gesamter kreativer Fokus sich um Lebensmittel und Getränke dreht, ein neues Projekt am Start und das in Zusammanarbeit mit der Formula E, die dieses Wochenende in Battersea Park ausgetragen wird. Es sind Cocktails, in denen ungiftiges Glycerin enthalten ist. Das ist die Substanz, die E-Autos zum Aufladen benötigen. Nach Harry Bompas ist die Idee dahinter, den Geschmack von Elektrizität in einem Drink zu offenbaren. Hier gibt etwas mehr Info zu der kleinen Cocktailrange mit Glycerin und wir freuen uns schon auf das nächste Projekt von Bompas & Parr.

Piñatex: Ananansleder!

Na, auch schonmal an der Piña Colada oder einem Chartreuse Swizzle genippt und darüber nachgedacht, was eigentlich mit den ganzen Ananasblättern passiert, die da übrig bleiben von unser aller Lieblingsfrucht? Nein? Wir auch nicht. Bis heute. Wir möchte vorstellen: Piñatex. Das ist ein Stoff, der aus den Blättern der Frucht gewonnen wird und die Struktur von Leder hat, aber eben veganem Leder und dazu noch deutlich appetitlicher als die meisten Kunstleder. Die Idee dazu stammt von Dr. Carmen Hijosa, die in London den Hauptsitz ihrer Firma Ananas Anam hat und die Ananasüberreste vornehmlich von den Philippinen bezieht. Die Ananasfarmer haben damit einen zuzügliche Einnahmequelle, es bleiben keine Reste übrig und nichts muss auf den Felder vor sich hin verrotten, wie es bisher der Fall war. Der Stoff muss nicht gewoben werden, sondern die Fasern der Blätter bilden an sich ein festes, abweisendes und belastbares Material. Erste Schuh- und Lederwarenhersteller, darunter Puma und Camper, haben bereits erste Prototypen mit dem Produkt produziert. Mehr Infos dazu gibt es hier und wir freuen uns über die Nachhaltigkeit. Hier gibt es übrigens ein kleines Video, das die Frage beantwortet, wie das funktioniert.

Credits

Foto: Foto via Shutterstock.

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