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Inventur

Inventur am 9. Mai 2021 – Eleven Madison Park wird zum veganen Restaurant

Na, der Mutter heute schon einen Blumenstrauß oder Drink kredenzt? Es ist ja schließlich Sonntag, da kann und soll man zum Muttertagsbrunch ein kleines Gläschen reichen, finden wir. Ähnlich sieht das sicherlich unser geschätzter Autor Martin Stein. Mit einem Text am Donnerstag dieser Woche hat der Regensburger eine kleine Serie auf MIXOLOGY Online eröffnet, in der der Zauber des Rausches thematisiert werden soll.

Denn machen wir uns nichts vor: Einerseits begleitet unser Magazin die öffentliche Debatte um vernünftigen Alkoholkonsum sehr interessiert und auch die entstehende Gattung „alkoholfreier Spirituosen“ versuchen wir aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Das ändert dennoch nichts daran, dass die Bar doch auch immer ein Ort des Überschwangs war und auch sein soll und darf. Der Mensch, das zeigen uns Kulturen (und auch wissenschaftliche Erhebungen) aus aller Welt, braucht manchmal einen Rausch. Wir freuen uns über Martin Steins launigen Text als Anfang einer Reihe, die in den kommenden Monaten sowohl von vertrauten MIXOLOGY-Angehörigen, aber auch dem ein oder anderen Gast-Autor fortgesetzt werden wird.

Und was ist die Woche sonst noch so passiert?

Eleven Madison Park wird zum veganen Restaurant

Es ist ein gastronomischer Paukenschlag und eine Meldung, die im Lauf der ausklingenden Woche auch in den großen Publikumsmedien Beachtung fand. Wie etwa die New York Times und der britische Guardian berichteten, wird das Eleven Madison Park im New Yorker Flatiron-District künftig ein veganes Restaurant sein.

Das Eleven Madison Park zählt zu den bekanntesten Restaurants der Welt, es hält drei Sterne im Guide Michelin und wurde als „World’s Best Restaurant 2017“ ausgezeichnet. Bislang war das Lokal vor allem bekannt für seine moderne Interpretation der regionalen Küche aus der Gegend der US-Ostküste, wozu naturgemäß auch Fleisch und andere tierische Erzeugnisse zählen. Besitzer Daniel Humm begründet den Schritt hin zu einer rein pflanzlichen Küche (er selbst verwendet den Begriff „vegan“ nicht) primär damit, dass das konservative Kochen mit tierischen Produkten weder zeitgemäß noch nachhaltig sei. Das Echo in der Fach-Community war in den ersten Tagen gespalten, wie etwa dieser Facebook-Post unserer Kollegen von Sternefresser demonstriert.

Alkoholfrei-Marke Lyre’s überschreitet 100-Millionen-Pfund-Grenze

Und noch ein kleiner Erdrutsch: Laut einem Bericht auf dem Branchendienst The Spirits Business (SB) hat die australischstämmige Marke Lyre’s im Zuge ihrer letzten Investitionsrunde die Schallmauer von 100 Millionen britischen Pfund (ca. 138 Millionen Dollar) an Unternehmenswert erreicht. Damit ist Lyre’s SB zufolge die wertvollste unabhängige Marke weltweit im Bereich sogenannter alkoholfreier Spirituosen.

Bemerkenswert daran sind noch weitere Zahlen: Noch nicht mal zwei volle Jahre auf dem Markt, ist Lyre’s inzwischen in über 40 Ländern erhältlich, bis Ende 2021 sollen es 60 sein. Im Zuge dessen verzeichnet die Marke von Mitgründer und CEO Mark Livings derzeit von Monat zu Monat einen Umsatzanstieg im zweistelligen Prozentbereich – im Kernmarkt Großbritannien betrug die Umsatzsteigerung von Januar 2020 bis Januar 2021 unfassbare 1300 Prozent. Im Unterschied zu vielen anderen jungen Marken und Firmen im Bereich alkoholfreier Destillate ging Lyre’s von Anfang an mit einem Sortiment an den Start, das für beinahe alle gängigen Spirituosenkategorien eine alkoholfreie Alternative bietet. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatz von knapp 50 Millionen Dollar erwartet.

Wie die Pandemie den Weinhandel verändert

Wie rasant und offenbar dauerhaft sich die Wahrnehmung und der Genuss von Wein ändern, bekommen wir von MIXOLOGY in der heimischen Barszene durchaus mit. Auch das Punch Magazine aus den USA befasst sich inzwischen immer wieder mit dem Bereich, diese Woche etwa mit einem ausgiebigen Dossier darüber, wie sich in den USA der Weinhandel transformiert.

Spannend ist dabei vor allem, dass die Pandemie und ihre Begleiteffekte offenbar bereits bestehende Entwicklungen nochmal deutlich beschleunigt haben: Wein, Weingenuss und Weinhandel werden dort immer aufgeschlossener, unkomplizierter und demokratischer. Wo früher dunkles Holz, Bibliotheks-Stimmung und elitäre Verkäufer so manchen Kunden abgeschreckt haben, zeigt sich der „neue“ Weinhandel – auch dank des Trends zum Naturwein – als ein Ort für Kommunikation, Begegnung und Individualität. Insgesamt beobachten wir viele der Thesen aus dem Text auch in deutschen Metropolen. Wie sehen Sie das?

Weltraumwein für 1 Million Dollar?

Zum Schluss noch eine unserer geliebten Skurrilitäten aus dem Zirkus alter oder rarer Flaschen, die für sehr viel Geld den Besitzer wechseln. Mitte der Woche wurde bekanntgegeben, dass der Londoner Auktions-Riese Christie’s demnächst die erste Flasche Weltraumwein versteigern wird – also eine Flasche Wein, die eine gewisse Zeit im Weltall verbracht hat.

Dass es sich dabei um keinen x-beliebigen Wein handelt, dürfte klar sein. Der besagte Tropfen ist ein Château Pétrus Jahrgang 2000, der rund 14 Monate auf der International Space Station (ISS) gelagert wurde. Derzeit geht man bei Christie’s davon aus, die Flasche für etwa 1 Million Dollar unter den Hammer zu bekommen. Der Wein- und Spirituosendirektor des Auktionshauses spricht verständlicherweise von einem „gewaltigen Schritt“ in der Reifung von Wein. Wir hingegen erlauben uns die kühne Vermutung, dass die meisten Menschen sich freuen würden, überhaupt mal eine „gewöhnliche“ Flasche Pétrus aufmachen zu können.

Credits

Foto: Everett Collection – shutterstock.com

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