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Inventur, die News der Woche

Inventur am 9. Oktober 2022 – Beste Bar der Welt steht in Barcelona

Herzlich Willkommen an diesem wichtigen Sonntag! Warum wichtig? Weil es nur noch wenige Stunden bis zur Verleihung unserer MIXOLOGY Bar Awards 2023 sind. Insofern hoffen wir auch auf Ihr Verständnis, dass wir unseren dieswöchigen Nachrichtenüberblick nicht großräumig anmoderieren. Aber trotz Stress wollen wir uns die Rundschau über die Themen der Woche natürlich gönnen. Bis heute Abend oder ab morgen auf dem Bar Convent Berlin!

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World’s 50 Best Bars: Barcelona räumt ab

Das „Paradiso“ in Barcelona ist die beste Cocktailbar der Welt. So jedenfalls laut den World’s 50 Best Bars, das relevanteste internationale Ranking der Branche. Am 4. Oktober wurde die Bestenliste wie immer Anfang Oktober bekanntgegeben. Mit der Kür des Paradiso gibt es ein absolutes Novum: Erstmals in der fast 15-jährigen Historie des World’s-50-Formats erklimmt damit eine Bar den Spitzenplatz, die weder in London noch in New York City zu finden ist.

Doch damit nicht genug: Auch Rang drei geht in die katalanische Metropole, nämlich ins „Sips“. Den zweiten Platz holen Monica Berg und Alex Kratena mit ihrem „Tayer & Elementary“ nach London. Durch die beiden folgenden Ränge für die Licorería Limantour (Mexico City) und Little Red Door (Paris) ergibt sich sogar der Umstand, dass diesmal keine Bar aus New York unter den Top Fünf steht. Eine Bar aus dem deutschsprachigen Raum ist in der Liste nicht vertreten.

Two Schmucks: Team-Exodus nach Ausstieg von Gründer Moe Aljaff

Bleiben wir beim Thema World’s 50 Best Bars, denn Barcelona ist sogar mit einer dritten Bar in den globalen Top Ten vertreten: mit dem „Two Schmucks“ im Party-Viertel El Raval. Dort allerdings stehen die Zeichen auf Wandel, wie das Class Magazine exklusiv nur zwei Tage nach Bekanntgabe der Bestenliste berichtete.

Mitgründer und Mitbetreiber Moe Aljaff habe sich aufgrund inhaltlicher Differenzen mit seinem Partner A.J. White aus der kompletten „Schmuck or Die“-Unternehmensgruppe zurückgezogen, heißt es. Infolgedessen habe auch beinahe das komplette Team seinen Dienst quittiert, darunter der bekannte deutsche Mitarbeiter Tarek Nix, der u.a. lange Zeit Bar Manager im Berliner „Provocateur“ war. Wie es also kurzfristig mit dem Two Schmucks weitergeht, steht offenbar in den Sternen. Der über Stationen in Schweden, Norwegen und den Niederlanden nach Barcelona gekommene Aljaff hingegen plane nun die Eröffnung eines neuen Barprojekts in den USA, heißt es weiter.

Brown-Forman kauft Ron Diplomático

US-Spirituosenriese Brown-Forman ist weiter auf Shoppingtour: Nachdem vor einem knappen Monat der Kauf des spanischen Gin Mare offiziell wurde, gab der Konzern mit Sitz in Louisville/Kentucky diese Woche bekannt, den venezolanischen Premium-Rum Ron Diplomático zu übernehmen. Man übernehme sämtliche Markenrechte vom bisherigen Eigentümer, der spanischen Firma Destillers United Group, heißt es in der Pressemitteilung des Branchendienstes Businesswire. Ferner soll, so die Meldung, eine Produktionsstätte in Panama eingerichtet werden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Diplomático, der in Deutschland unter dem Markennamen Botucal (und bislang von Sierra Madre) vertrieben wird, gehört zu den international bekanntesten und renommiertesten Premium-Rums und verfügt über eine breite Palette an Qualitäten und Sorten. Brown-Forman setzt mit dem Kauf die eindeutige Strategie fort, die eigene Range vom früheren großen Schwerpunkt auf American Whiskey vermehrt in Richtung eines klassischen Premium-Portfolios mit allen wichtigen Spirituosenkategorien auszubauen: Durch die Zukäufe von Fords Gin und Gin Mare war dieser Weg bereits klar, mit Diplomático kommt nun der erste Rum in die Markenfamilie. Zusammen mit seinen Brands Tequila Herradura und Finlandia Vodka sowie mehreren Scotch-Marken bespielt Brown-Forman somit inzwischen fast alle Bar-relevanten Segmenter.

Ein Mann und sein einsamer Kampf für „echten“ Sotol

Neben Tequila und Mezcal dürfte Sotol die wichtigste traditionelle Spirituosengattung Mexikos sein. Destilliert aus verschiedenen Arten der Dasylirion-Pflanze, steht Sotol für ein erdiges, ledriges, teils sehr würziges Aromenprofil. Nicht nur die Verwandtschaft der Dasylirion zu den Agaven ist augenfällig, auch Sotols Produktionsprozess ist dem des Mezcals teils sehr ähnlich.

Anders als bei Tequila und Mezcal jedoch ist die geschützte Herkunftsbezeichnung für Sotol in den USA noch immer nicht vollständig gültig. Sie besagt, dass nur Produkte aus drei nordmexikanischen Bundesstaaten als Sotol vermarktet werden dürfen. Das ruft Menschen wie Sandro Canovas auf den Plan. Der Mexikaner lebt in Texas und setzt sich dort als Aktivist mit US-Brennereien auseinander, die ebenfalls Sotol herstellen – und diesen auch als solchen vermarkten. Das Punch Magazine mit einer hoch interessanten Reportage über Themen wie Tradition, Aneignung und Lobbyismus.

Credits

Foto: everettovrk – stock.adobe.com

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