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Inventur am 10. Februar 2019

Beeinflussen „Drinkstagrammers” die Wahrnehmung von Bars mittlerweile mehr als man sich wünscht? Dieser Frage gehen wir heute nach. Außerdem schauen wir auf eine Wienerisch-Hanseatische Kooperation, zur zweiten Drinkaffair, nach Oslo und ins „Glen“ Buchenbach.

Wir wünschen einen feinen Sonntag! Die Made in GSA Competition begibt sich 2019 in ihr verflixtes siebtes Jahr. Die Bewerbungsphase für den Cocktail-Wettbewerb mit Produkten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol beginnt am morgigen Montag. In den vergangenen Jahren hat sich der Wettbewerb mit heimischen Spirituosen und Getränken zu einem der bedeutendsten und prestigeträchtigsten im deutschsprachigen Raum etabliert. Alle Informationen zum diesjährigen Ablauf, zur Jury, zu den vergangenen Competitions sowie den Bewerbungsmodalitäten sind unter der Made in GSA-Seite zu finden, die neuerdings Bestandteil von MIXOLOGY ONLINE ist. Wir freuen uns auf die zahlreichen und interessanten Einsendungen und darauf, das Finale zuhause – in den MIXOLOGY-Redaktionsräumen der ehemaligen Karl-Marx-Buchhandlung in Berlin-Friedrichshain – zu feiern. Nun aber wünschen wir einen erholsamen Sonntag und viel Spaß beim Lesen. 

Kattus und Borco kündigen Joint Venture an

Das Hamburger Spirituosenunternehmen Borco und das Wiener Traditionshaus Kattus blicken beide auf eine langjährige Produktions- und Vertriebstradition zurück. Gemeinsam zählen sie über 230 Jahre an Erfahrung und Marktpräsenz. Ab 1. April 2019 gehen die beiden Spirituosenfirmen in Österreich einen gemeinsamen Weg, indem sie ihre Vertriebsaktivitäten im Rahmen eines Joint Ventures für den österreichischen Markt bündeln, mit Marken wie Kattus, Sierra Tequila, Corona Extra, Stroh, The Dalmore oder Laurent-Perrier. „Mit einem starken und erfahrenen Partner wie Borco wird mit Kattus-Borco Vertrieb einer der größten Vertriebe der Branche in Österreich geschaffen“, erklärt Dr. Ernst Polsterer-Kattus zum Start des gemeinsamen Vertriebs, der von Andreas Ruhland aus dem Hause Kattus und Jens de Buhr von Borco künftig geleitet wird.

Sausalitos will deutlich wachsen

Hagi’s Barber Shop in Düsseldorf war der Austragungsort für das Sausalitos-Pilotprojekt „Shake ’n‘ Shave“, das kurz vor Weihnachten des Vorjahres über die Bühne gegangen und angesichts der Barber’schen Rasierklingen auch gut ausgegangen ist. Die deutsche Restaurantkette, die wie keine andere für Ketten- und Franchise-Barkonzepte steht, plant nun nicht nur weitere mobile Bars wie auch Lieferdienste. Sausalitos will die Anzahl der momentan 43 Filialen mehr als verdoppeln. Rund 100 Sausalitos-Restaurants soll es in zehn Jahren in ganz Deutschland geben. Nicht nur in deutschen Groß-, sondern auch Mittel- bis Kleinstädten. Eine Expansion nach Salzburg und Innsbruck in Österreich sei zudem explizites Ziel, wie Sausalitos-Geschäftsführer Christoph Heidt der Welt am Sonntag erklärt. Und auch Amerika steht auf dem Filial-Plan des Unternehmens mit kalifornischem und mexikanischem Einschlag. 

„Glen“ Buchenbach oder vielleicht „Dääle“ Buchenbach? 

Die Scotch Whisky Association und die schwäbische Waldhornbrennerei Klotz in Berglen bei Stuttgart streiten noch immer: Nämlich darum, ob der Whisky der Brennerei den Namenszusatz „Glen“ tragen darf oder eben nicht. „Glen Buchenbach“ würden die deutschen Produzenten ihr Destillat gerne nennen. Die Schotten aber halten dagegen. „Glen“ bedeutet im Gälischen „kleines Tal“ und wird für viele schottische Whiskys, also Scotch Whisky, verwendet. Geht gar nicht, meinen die Schotten. Es sei irreführend für Konsumenten, die aufgrund des Glen-Attributs glauben könnten, anstatt eines deutschen Whiskys einen schottischen in Händen zu halten. Der Streit zieht sich bereits über Jahre und Instanzen. Nun geht der Disput laut Welt in die entscheidende Runde. 

Wie die „Drinkstagram“-Bewegung die Cocktailkultur beeinflusst  

Wir kennen sie, die aufflammende Smartphone-Manie, sobald im Restaurant der erste Teller serviert wird. Und sie ist längst auch an Tresen übergeschwappt – erst recht natürlich unter jenen „Influencern“, die sich mit nichts anderem profilieren als dass sie trinken und drüber posten. Sie heißen Barfaith, Beautiful Booze oder Apartment Bartender, um nur einige wenige Beispiele für Instagram-Feeds zu nennen, die sich mit Drinks und Cocktailkultur beschäftigen und deren Gefolgschaft oft bei tausenden bis hundertausenden Followern liegt – „Drinkstagrammers“ oder Cocktail-Enthusiasten im Bereich der Spirituosen- und Getränkeindustrie, meist ohne beruflichen Bar-Background. 

Manche von ihnen machen dies aus Leidenschaft für Barkultur und Drinks. Andere werden von Marken gesponsert und zu den Tresen der Welt entsandt, um danach die Insta-Welt mit Drinks-Posts zu fluten. Influencer, die ihre Interessenten mit Empfehlungen, Bildern und selten kritisch-reflektierter, sondern anschaulich-visueller Darbietung in dem zu Facebook gehörenden sozialen Netzwerk versorgen. Vinepair hat sich mit der Drinkstagram-Bewegung in einem Beitrag auseinandergesetzt. Mit einem Medium, das die Medienlandschaft ergänzt und gemäß dem Rieplschen Gesetz – das Gesetz der Komplementarität der Medien – kein anderes verdrängen wird. 

Linie The Journey startet zum dritten Mal

Linie Aquavit richtet auch 2019 wieder den internationalen Cocktail-Wettbewerb „The Journey“ aus, bei dem erneut der kreative Einsatz des skandinavischen Traditionsdestillats im Mittelpunkt steht. Bewerben können sich alle professionellen, in Deutschland, Österreich oder der Schweiz tätigen Bartender ab 20 Jahren mit einem selbstkreierten Cocktailrezept mit Linie Aquavit, Linie Aquavit Double Cask Port oder Linie Aquavit Double Cask Madeira. Das Bewerbungsformular gibt es selbstverständlich online. Für Deutschland gilt ein Einsendeschluss am 10. März, für Österreich und die Schweiz am 28. April 2019. Das große Finale findet nach den Quarter- und Semi-Finals natürlich im Heimathafen der klassischen norwegischen Spirituose in Olso mit Bartendern aus neuen verschiedenen Ländern statt. Der Gesamtsieger von Linie The Journey kreiert mit Unterstützung des Master Blenders von Linie Aquavit einen eigenen, holzfassgelagerten Aquavit. 50 Flaschen erhält die Bar des Gewinners, ein weiterer Teil kommt als exklusive Sonderedition in den Handel. 

Drinkaffair schließt an die Premiere an 

Im Vorjahr hatte die Schweizer Bar- und Spirituosenmesse Drinkaffair ihre Premiere. Nun geht sie erneut und schon bald an den Start: Am 25. und 26. Februar 2019 kommen knapp 60 internationale Marken unter Mitwirkung ihrer Markenbotschafter, Produzenten, Bartender und Branchenexperten in Glattbrugg bei Zürich zusammen. Zu Tastings, Vorträgen und Diskussionen über Barkultur in und außerhalb der Schweiz, das Managen einer gehobenen Trinkstätte, Mitarbeiterführung, die Bedeutung der Barkarte oder Spirituosenkategorien. Das Programm und nähere Informationen sind hier einzusehen, natürlich gibt es dort auch die Tickets à CHF 25 pro Tag.

Credits

Foto: Shutterstock

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