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Inventur am 10. Juli 2022 – Innenministerium will die Weichen für mehr Gastro-Personal stellen

Allmählich ist so richtig Ferienzeit. Traditionell bedeutet der Sommer für viele Barleute, ein wenig durchatmen zu können und neue Kraft zu tanken für den Herbst, wenn die richtige Bar-Saison wieder losgeht. Wie ist es dieses Jahr? Können Sie den gewohnten Sommer-Urlaub machen und vielleicht sogar verreisen?

Warum wir das fragen? Weil es uns interessiert! Schließlich sprechen zwei verschiedene Umstände dafür, dass der Sommer auch dieses Jahr und damit zum dritten Mal in Folge für viele Bar-Gastronom:innen anders aussehen könnte als in der Vergangenheit. Schuld ist diesmal nicht die Corona-Pandemie, sondern die beiden Tatsachen, dass auch Verreisen immens teurer geworden ist und außerdem viele Bars aufgrund der prekären Personalsituation kaum Urlaub für ihre Mitarbeiter:innen oder Betreiber:innen zulassen können. Wie ist bei Ihnen derzeit der Stand? Gibt es einen Sommerurlaub? Schreiben Sie uns gern unter [email protected], wir freuen uns über Ihr Feedback! Unterdessen werfen wir den Blick gewohnt sonntäglich auf die News und Themen der Woche, die ebenfalls beim Dauerbrenner Personalmangel beginnen:

Mehr neues Personal für die Gastronomie: Einwanderung soll erleichtert werden

Mit einer gemeinsam konzeptionierten Änderung und Vereinfachung des Einwanderungsrechts wollen die Ministerien für Inneres, Arbeit und Bildung dafür sorgen, dass die deutsche Gastronomie und Hotellerie sowohl schnell als auch langfristig attraktiver für Fachkräfte aus dem Ausland werden. Das berichtete diese Woche u.a. der Spiegel. Es gehe darum der „verschärften Arbeitskräftenot“ konstruktiv zu begegnen, wird Innenministerin Nancy Faeser zitiert.

Die Virulenz des Personalnotstands in vielen Dienstleistungs- und Handwerksbranchen nimmt und nimmt nicht ab, nach wie vor ist das Gastgewerbe besonders schwer betroffen. Von einer reformierten Gesetzgebung, durch die u.a. ausländische Schulabschlüsse und Berufsausbildungen einfacher sowie schneller anerkannt werden, versprechen sich die genannten Ministerien, dass deutsche Hotels und Gastronomien international für Fachleute attraktiver werden. Bis Ende des Jahres soll ein Entwurf der Reformen vorliegen, so der Bericht weiter.

Kommt englischer Whisky?

Es klingt zunächst skurril, denn englischer Whisky darf – außerhalb Englands – definitiv als etwas sehr Exotisches bezeichnet werden. Tatsächlich hatten sogar die Engländer selbst in den vergangenen hundert Jahren kaum Gelegenheit, heimischen Whisky zu trinken, denn es gab ihn so gut wie gar nicht. Unter anderem dies beschreibt ein Text, der diese Woche bei SevenFiftyDaily veröffentlich wurde.

Umso kurioser ist das whiskylose englische 20. Jahrhundert, weil doch direkt „nebenan“ sowohl in Schottland als auch in Irland zwei Zentren der Whiskyproduktion sind und waren. Diese Leerstelle scheint sich jetzt aber langsam zu füllen, wie der Artikel beleuchtet: Inzwischen gibt es rund 30 registrierte Brennereien sowie die neu gegründete English Whisky Guild. Die Guild selbst sagt für die Jahre 2019 bis 2023 eine Absatzsteigerung von fast 200 Prozent voraus. Doch lesen Sie am besten selbst hinein.

Erik Lorincz re-eröffnet das Kwānt an neuem Ort

Eine sehr bekannte Bar zieht (schon wieder) um: Wie das Class Bar Magazine diese Woche exklusiv mitteilte, wird das „Kwānt“ von Erik Lorincz im Londoner Stadtteil Mayfair neue Räumlichkeiten beziehen. Damit geht es für die erste eigene Bar des slowakischen Bartenders in eine der vornehmsten Nachbarschaften der britischen Hauptstadt.

Lorincz erlangte durch seine beiden Stationen in der Connaught Bar und als Headbartender der American Bar im Londoner Savoy weltweite Berühmtheit. Das Kwānt, seine erste eigene Bar, musste leider bislang auf unwägsamen Gewässern segeln: Nichtmal ein Jahr nach der Eröffnung 2019 brach der erste Corona-Lockdown rein, später musste er die Location im Stadtteil Heddon räumen, weil das Restaurant, mit dem sich die Bar die Räumlichkeiten teilte, in die Insolvenz ging. Zeitweise war das Kwānt als Pop-Up auf Ibiza anzutreffen und kehrt nun nach London zurück. Wünschen wir dem sympathischen Barmann, dass es in Mayfair nun stabiler wird.

Jim Beam bleibt der meistverkaufte „World Whisky“

Wir geben es zu: Zu Ranglisten jeglicher Couleur pflegen wir eine klassische Hassliebe. Diese Woche jedenfalls gab es eine sehr interessante. Der Branchendienst The Spirits Business hat seine jährliche Top-Ten-Liste der meistverkauften „World Whiskies“ herausgegeben. Damit ist nichts anderes gemeint als die zehn absatzstärksten Whiskymarken außerhalb Schottlands.

Dabei gehen die zwei Spitzenplätze in einem Kopf-an-Kopf-Rennen in die USA: Jim Beam liegt auf Rang 1, dicht gefolgt von Jack Daniel’s auf dem zweiten Platz. Beide Marken haben der Liste zufolge im Jahr 2021 weltweit sage und schreibe 17 Millionen (!) 9-Liter-Cases abgesetzt. Den Sieg sichert sich Jim Beam durch einen minimalen Vorsprung in den hinteren Nachkommastellen, die in der Liste nicht angegeben sind. Auf dem dritten Rang ist die japanische Marke Suntory Kakubin mit „nur“ 12,7 Millionen Cases. Mehr Details entnehmen Sie bei Interesse am besten der ausführlichen Liste.

Credits

Foto: everettovrk – stock.adobe.com

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