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Inventur am 15. März 2015

Österreicher mögen offenbar Bier, das wissen wir. Irish Coffee kann angeblich auch gut schmecken, Havana Club will neue Gläser, und in Wien wird jetzt im Fernseher gemixt. Willkommen zurück zur Inventur in der Mitte des März.

Quizfrage: wie hält man die langen 363 Tage und Nächte vorm Bar Convent Berlin aus? Genau, man verschafft sich Ablenkung. Zum Beispiel mit dem Craft Spirits Festival Destille Berlin 2015. Das findet am kommenden Wochenende, also am 21. und 22. März 2015 in der Kreuzberger Heeresbäckerei statt. 50 deutsche und internationale Aussteller zeigen ihre Spirituosen, alle dem Craft-Geist verschrieben und sich als Gegenentwurf zu industriell produzierter Massenware verstehend. Es gibt einen Markt, eine Tasting-Area und auch die Verleihung des Craft Spirits Awards 2015. Aber jetzt erstmal zurück zur Inventur.

1) “Muss ich Trinkgeld geben?”

Erst unlängst haben wir auch bei MIXOLOGY ONLINE über Trinkgeldbegebenheiten gesprochen. Auf Zeit Online hat sich letzte Woche ähnliches zugetragen, und zwar in Form einer Pro/Kontra-Diskussion zwischen Tina Suckel und Amir Ashour. Beide Mitte zwanzig, beide neben dem Studium in der Gastronomie tätig. Suckel und Ashour haben unterschiedliche Herangehensweisen und den Sinn des Trinkgeldes und diskutieren Punkte wie die erkaufte Freundlichkeit des Service-Personals und Verantwortung gegenüber dem Wohlbefinden des Gastes. Lesenwert!

2) Ist der Ruf erst ruiniert…

Ach, der Irish Coffee. Seien wir ehrlich, wir machen da eher einen großen Bogen drum. Sahne aus der Sprühdose, wässriger Kaffee und irgendwo dazwischen billiger Whiskey. Da kann’s draußen noch so kalt sein, der Ruf des Irish Coffee ist derart ruiniert, da lässt man die Finger von.
Felicity Cloake jedoch belehrt uns eines besseren und berichtet für den Guardian vom perfekten Rezept, von der Geschichte des Irish Coffee und davon, welcher Kaffee sich am besten eignet.

3) Ein Glas für Havana Club

Havana Club richtet den Fokus ausnahmsweise mal nicht auf den Inhalt des Glases, sondern konzentriert sich auf die äußeren Werte. Mit den Glas-Creator können Fans der Marke seit dem 12. März 2015 ihr eigenes Glas-Design erstellen. Eine Auswahl an Mustern, Farben und typographischen Elementen ist vorgegeben, aber alles andere liegt in den Händen der aufstrebenden “Neu-Glasdesigner”. Ab dem 27. März 2015 und bis zum 31. März 2015 kann online für die schönste Idee abgestimmt werden. Das Glas des Gewinners kommt dann als Fan-Edition in den Handel. Das Design-Talent selbst darf sich mit Ruhm und Ehre schmücken und bekommt zusätzlich dazu Karten für den Deutschen Comedypreis 2015.

4) Ein Martini-Schaufenster für Wien

Die Wiener Barszene kennt seit einem guten Jahr kein Halten mehr und das ist gut so. Allerdings sollte man auch den Touristen vermitteln, „was sich hier abspielt“, dachte Christoph Penz. Der Barchef im Hotel Ritz-Carlton installierte daher kurzerhand einen Fernseher in seiner „D-Bar“. Darauf sind Wiens Mixologen bei der Zubereitung ihres Signature Martini zu sehen. Bert Jachmann (Heuer), Isabella Lombardo (Fabio’s), Erich Wassicek (Halbestadt), Heinz Kaiser (Dino’s) und Judit Nagy (D-Bar) machen den Auftakt im Video, weitere sollen folgen.

„Es dauerte nur ein paar Minuten, bis alle zugesagt haben“, freut sich Penz, der die gezeigten Drinks seinen Gästen serviert. „Statt den Concierge zu fragen, bekommen sie gleich einen Eindruck, wo sie wohl ihren Lieblingsdrink finden“. Auf diese Weise wird durch die Gäste der beste Martini gewählt: ein elektronischer Zähler begleitet den Absatz der gesammelten Gast-Rezepte.

5) Ösi-Bier: Mehr Craft, weniger Schank

1.005 Biere, 200 Brauereien und mit 105 Litern pro Kopf und Jahr der zweitgrößte Bierdurst Europas – die Zahlen von Österreichs „Bier-Bilanz 2014“ sind durchaus beeindruckend. „Sortenvielfalt, ausgeprägte Genusskultur und starke regionale Verwurzelung“ nennt Sigi Menz, Obmann des Brauereiverbandes, als Gründe, warum auch der Export ein Plus von 8% verzeichnete.

2014 zeigte zwar einen leichten Rückgang auf 8,29 Mio. Hektoliter. Verloren haben aber vor allem Radler (fast 10%) sowie Leicht- (-4,4%) und Schankbier (-7,4%). Selbst Lagerbier wurde weniger getrunken, mit 63,2% ist es aber immer noch der beliebteste Bierstil. Abgefedert wurde das Minus von Craft Beer und – besonders deutlich mit plus 30% – von alkoholfreiem Bier.

Die Definition von Craft Beer hat man mittlerweile auch per Gesetz geklärt: Neuerdings listet der „Codex alimentarius austriacus” (Österreichs Lebensmittelbuch) die Kategorie “Kreativbiere”. Das sind Biere „mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen bzw. besonderer Herstellungsart“. Da hat man dem deutschen Umgang mit dem Thema durchaus etwas voraus.

Credits

Foto: Mann am Telefon via Shutterstock

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