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Inventur am 16. August 2015

Politik im Glas: Wie sähe eine Partei als Drink aus? Was macht Premium-Vodka eigentlich so “Premium”? Und wie ging der Rechtsstreit um Templeton Rye aus?

Es ist immer noch ein bisschen hin, aber wir können uns vor Aufregung kaum noch halten – daher teilen wir heute die Freude und lüften das geheminis. Zum THE MIXOLOGY MARKET am 5. Oktober 2015 auf dem Station-Gelände in Berlin kommt neben erstklassigen Bartendern auch bestes Streetfood. Von wem? Das verraten wir morgen auf der facebook-Seite der Veranstaltung. Jetzt aber erst einmal ab zur Inventur, auch da gibt’s ein paar Neuigkeiten.

1) Politik auf Eis

Wir schreiben Mitte August, und so manch einer mag immernoch verzweifelt auf der Suche nach dem “Sommercocktail” 2015 sein. Zum Glück hat die FAZ die Parteien des Landes gebeten, eine Cocktail-Kreation einzusenden, die “zu ihnen passt”. Alle, die angeschrieben wurden, haben geantwortet – bis auf CDU und CSU. Da hat man entweder keine Zeit für sowas, oder aber man trinkt generell nicht gerne Cock- oder Mocktails.

Wie dem auch sein: die Drink-Ideen die nun online präsentiert werden und haben es teils in sich. Im Guten, wie im Schlechten. Nicht alle sind mit Alkohol, dafür aber bunt. Sehr bunt. Wie zum Beispiel der “Regenbogen im Glas” der Tierschutzpartei oder der “Euro Tipota – Euro nix” der AfD. Letzterer schreit mit Retsina, Gin, Vodka und Blue Curacao nach Kopfweh. Unser Favorit ist die “Rote Offenbarung” der SPD mit Mezcal und Roter Beete. Hier entlang für die Cocktails der Feminist Fighters, der Familienpartei und der Piratenpartei

2) Nüchtern in Auckland

Bei Munchies drüben haben wir in dieser Woche zum ersten Mal von der alkoholfreien Tap Bar in Auckland, Neuseeland gelesen. Die hatte nun geschlagene fünf Wochen offen, das Konzept einer trockenen Bar ging aber nicht auf. Die Bar hatte zwar jeden Tag bis um acht Uhr morgens offen – Elliott, der Besitzer der Bar, hatte sich das so vorgestellt, dass die partyhungrigen Barbesucher Aucklands nach der letzten Runde gen trockener Tap Bar ziehen. Aber gezogen hat das Konzept wohl nicht. Man braucht aber auch viel Willenskraft um nach ein paar Stunden Cocktails, Bier und vielleicht auch Shots zum Organsaft zu wechseln. Elliott wird es weiter versuchen. In seiner nächsten Bar soll dann auch Alkohol serviert werden. Viel Glück?!

3) Einer gewinnt

Es gibt einen Gewinner der “GCF – Starr Cocktail Challenge Germany 2015”: Mehmet Türkmen aus der Hamburger Clouds Bar holte sich mit seinen zwei Cocktails “African Dream” und “New York Style” den ersten Platz. Das Finale fand am 4. August 2015 in der Hamburger Cloud’s & Heaven’s Nest Bar statt.

African Dream

5cl Starr African Rum
2 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
2 frische Erdbeeren
Angostura Bitter
Zimt

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Prise Zimt

Erdbeeren im Shaker muddlen, Zutaten hinzufügen und mit Eis shaken. Cocktailschale mit einem Zimtrand versehen und Cocktail darin abseihen.

4) Wie wird man eigentlich zum Luxus-Vodka?

Beim Forbes Magazine macht man sich ein paar Gedanken zum Thema Vodka im Luxussegment. Sobald etwas an Popularität gewinnt, will jeder sein Scheibchen davon abhaben. So ist das auch im bereich Luxus-Vodka. Von zehnfach destilliert bis Marshmallow-Geschmack: ab einem gewissen Puntk ist jedoch auch bei der bestverkauften Spirituose der Staaten, Vodka, das Ende der kreativen Fahnenstange erreicht. Forbes-Autor Augustino Fentevecchia nimmt uns mit auf eine Reise in die Neunziger, als die großen New Yorker Clubs noch dem Auftsieg einer Ultra-Premium-Vodka-Marke bestimmten und beleuchtet Marketing-Kampagnen, um das “Wie” und “Warum” zu klären. Ein lesenswerter Artikel und erleuchtender Kommentar zum Thema Marketing im Ultra-Premium-Bereich.

5) 6 Dollar gegen Irreführung

Erinnern Sie sich noch an die Templeton Rye-Sache, die eine Welle der Empörung in der Craft-Welt auslöste? Der amerikanische Rye hat suggeriert er werde ganz “small batch”, “handcrafted” und überhaupt in Iowa hergestellt – bis rauskam, dass er ein Massenprodukt wie viele andere auch ist. Seit unserem Berischt vor ein paar Monaten hat Templeton sich vor Gericht geschlagen. Nun kam es zu einer Einigung. Templeton bietet jedem US-Bürger, der sich online meldet, 6 US-$ Entschädigung pro gekaufter Flasche des Rye. Worum es nochmal genau ging und Nils Wrages damalige Gedanken zum Platzen der Craft Blase gibt es hier bei uns.

6) Zwei andere gewonnen!

Außerdem gibt’s zwei Gewinner unseres Black Bottle Gewinnspiels.Wir gratulieren Frédéric Jung aus Aachen und Marcus Luther aus Berlin. Die Flaschen machen sich demnächst auf den Weg zu Euch.

Credits

Foto: Paar mit zeitung via Shutterstock

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