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Inventur am 17. August 2014

In Flaschen abgefüllte Cocktails, europäischer Wein ist in Gefahr, Jim Beam macht jetzt einen auf Kanada und Tasmanien ist in Sachen Whisky auf dem Vormarsch. Die neue Inventur wandert einmal um die Welt.
Hereinspaziert, hereinspaziert, die neue Inventur ist wieder da. Trotz der Windböen an Stress und gleichzeitig trunken der Vorfreude auf den BCB 2014 im Oktober haben wir uns wieder umgesehen und die neueste Inventur verfasst. Jim Beam will bereits den Herbst einläuten, aber noch genießen wir den Sommer ein wenig weiter. Aber nun geht es los, unsere Themen:
1)  Der europäische Weinmarkt ist durch die Sanktionen Russlands gefährdet
Gabriel Savage berichtet für The Drinks Business darüber, dass europäischer Wein als erstes Produkt aus dem Getränkesegment mit den Folgen der gespannten Beziehungen zwischen Russland und Europa wird rechnen müssen. Russlands Regierung denkt nämlich derzeit über eine Importsperre für europäischen Wein nach. Laut Savage plant die russische Regierung am 20. August 2014 zu disktieren, ob das Verbot für den europäischen Wein in Kraft treten wird. Zahlenmäßig sind dem Artikel nach Italien und Spanien die zwei Länder, aus denen der Großteil des Weins für Russland stammt. Sie machen 35% des importierten Weins in Russland aus. Das Verbot von Wein wäre der zweite Schritt nach dem Embargo aller europäischen und US-amerikanischen Lebensmittelimporte, was als Antwort auf die Importssperre von russischen Produkten in westliche Länder zu lesen ist. Die Sperre betrifft nicht allein den Wein, denn auch wenn es noch keine offizielle Stellungsnahme dazu gibt, so könnte auch der bis zuletzt stark gewachsene Whisky-Absatz in Russland in Mitleidenschaft gezogen werden. Diageo und Pernod Ricard konnten im letzten Jahr ein signifikates Wachstum im Whisky-Sektor in Russland verzeichnen und all das würde mit den Import-Sanktionen ein jähes Ende finden.
2)  Gute Neuigkeiten von der GGA Absinthe
In zweiter Instanz wurde von einem Schweizer Gericht die GGA Absinthe abgelehnt. Begründet wurde die Ablehnung mit nur einem Punkt: Der Begriff „Absinthe“ lässt sich nicht schützen. In einer 115 seitigen Erklärung wird den verbleibenden 12 Einsprechern gegen die GGA, Recht gegeben. Die Verlierer haben jetzt 30 Tage Zeit, in 3. Instanz entscheiden zulassen, warum sich ein Begriff wie “Absinthe” doch schützen lassen kann. Und natürlich tragen sie die Gersichtskosten. SElbst eine nur dezent veränderte Version wie zbs. “Absinthe de Val de Tavers” – ist erstmal nicht schützbar und damit müsste der gesamte Prozess neu aufgerollt werden. Die meisten der Brenner haben sich mittlerweile zurückgezogen aus dme Antrag, den Namen schützen zu lassen und es blieben nur drei Hersteller zurück: Yves Kübler, Claude-Alain Bugnon und Gaudentia Persoz, die einen Namensschutz anstreben. Die anderen haben verstanden, daß die Regelungen innerhalb der GGA für sie eher eine Einschränkung bedeuten und nicht von Vorteil wären. Man wird abwarten müssen und Absinth trinken um zu sehen, ob die verbleibenden drei Brennereien weiter kämpfen wollen und den so kostspieligen wie riskanten Weg in die dritte Instanz einschlagen.
3)  Das Schottland der Südhalbkugel
Im März wurde der Sullivans Cove aus Tasmanien zum besten Single Malt Whisky der Welt gekürt und Julian Morgans ging  der Geschichte für Munchies  am anderen Ende der Welt auf den Grund. Tasmanien ist flächenmäßig so groß wie Bayern und bietet beste Voraussetzungen für die Whisky-Herstellung: das Klima ist optimal, es gibt großflächige Moorgebiete und ein weiches Wasser. Das alles gab es zwar schon immer, nur war der Insel bis vor wenigen Jahren ein Whisky-Verbot auferlegt, da eine Gesetzesfassung von Gouverneur Franklins Whiskyverbot immer noch in Kraft war. Das Gesetz wurde dann angesichts der wenigen Exportgüter der Insel und der maroden Tourismus-Industrie gestürzt, um auf den Whisky als Exportprodukt zu setzen. So weit, so gut. 1992 hatte Bill Clark die Idee zum ersten tasmanischen Whisky und seitdem haben neun Destillerien geöffnet und bis zum kommenden Jahr sollen noch drei dazu kommen. Tasmanien als neuer Whisky-Hot Spot? Die ersten renomierten Preise räumt das Produkt von Bill Clark schonmal ab und nach einigem Suchen und bürokratischen Hürden gibt es mittlerweile auch Distributoren in Kanada, den USA und auch Deutschland. Clark gab gegenüber Morgans an, er habe viel Unterstützung aus Schottland bekommen in den Anfangsjahren. Man wird sehen, wenn sich der tasmanische Whisky-Markt weiter so beeindruckend entwickelt und ob Schottland nicht die Hilfestellung bereuen wird.

4)  Jim Beam mit Ahorn
Es ist zwar noch nicht Herbst, aber Jim Beam scheint einen Schritt voraus, denn Jim Beam führt in Deutschland Jim Beam Maple ein und das als limitierte Edition. Jim Beam Bourbon Whiskey wird mit dem Geschmack von Ahornsirup kombiniert. Das ergibt eine Balance von warmen Geschmacksnuancen mit einem Hauch von rauchiger Eiche.  Im Abgang hat der „Flavoured Whiskey“ einen lang anhaltenden, leicht süßlichen, karamelligen Geschmack. Nach der Einführung von red STAG by Jim Beam (2011) und Jim Beam Honey (2012) stellt Jim Beam Maple eine weiteren weiteren “Flavoured Whiskey” vor. 2014 wächst das Segment der „Flavoured Whiskeys“ stark und verzeichnet ein Plus von 68 Prozent. Jim Beam ist Marktführer in diesem Segment mit einem Marktanteil von 83 Prozent. Ab 1.9.2014 wird er für 13,99 €zu erhalten sein  mit 35% Vol. und in der 0,7l-Flasche.
5)  Herrn Lyans Cocktails aus der Flasche

Ryan Chetiyawardana oder auch : Mr Lyan, Besitzer der Londoner White Lyan Bar,  hat die Cocktails kreiert und in einer vergangenen Inventur berichteten wir bereits darüber, dass die vor-abgefüllten Cocktails in der Flasche den Markt erobern wollen. Die Verpackung hat Natasha Chetiyawardana mit ihrer Firma  Bow & Arrow gestaltet und dabei Mr. Lyans Illustrationen benutzt. Die Cocktails gibt es in verschiedenen Sorten wie z.B. den Candlelite Manhattan (rund 50 €), der mit Mr. Lyans Bourbon, Bitters, Wermut und Kerzenwachs gemacht wird. Oder den Spotless Martini (ca. 35 €) mit Gin, Zitrus Bitters und einem Destillat aus Oliven und Wermut. Der Bonfire Old Fashioned ( ca. 30 €) ist eine Kreation aus Scotch, Lapsang Souchong Tee und Cola Bitters. Weitere zwei Sorten sind der Diamond Rickey ( ca. 30 €)  – Gin mit Limette und Grapefruit-Destillaten und Mandellikör oder der Rainy Day Spritz ( ca. 35 €) aus Soda, Weißwein, Himbeerdestillat mit bitterem Rhabarber und einem Hauch Wermut. Vielversprechend klingen sie, die Sorten, die es im Vereinigten Königreich bei Selfridges und online bei Master of Malt geben wird. Die White Lyan Bar holte sich bei den Spirited Awards 2014 den Titel Best New International Cocktail Bar.

Credits

Foto: Drei Frauen via Shutterstock

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