TOP

Inventur am 21. Dezember 2014

Jefferson’s Bourbon präsentiert neue Abfüllungen, der Bond trinkt seinen Martini zwar immer noch geschüttelt, aber nun mit Belvedere Vodka. Und eine sehr besondere Nachricht lässt uns aufhorchen. Die USA und Kuba kündigen die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen auf. Herzlich Willkommen zur letzten Inventur des Jahrs 2014.

Wer hätte das gedacht? So schnell kann es gehen wenn sich die Weltmärkte zuspitzen. Der Kubanische und US-Amerikanische Präsident nehmen nach 53 Jahren wieder diplomatische Beziehungen auf. Als gute Geste flatterte Präsident Obama sogar bereits eine kubanische Zigarre im Haus. Besonders gespannt in diesem Fall ist der französische Wein- und Spirituosen-Konzern Pernod Ricard, warten doch immense Absatzmärkte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.  Oder wird der Weltkonzern Bacardi gar nach Kuba zurückkehren? Auf jeden Fall kann Trey Zoeller von Jefferson´s nun getrost seine “Auf-See-Experimente” mit einer entspannten Fahrt nach Kuba verbinden. Mit einem Daiquiri in der Hand und sommerlichen Gedanken im Kopf verabschiedet sich die MIXOLOGY-Redaktion mit der letzte Inventur für dieses Jahr. Wir wünschen allen einen besinnlichen vierten Advent.

1. Jefferson’s auf hoher See

Was macht einen guten Whiskey aus? Viele Menschen haben dazu viele unterschiedliche Meinungen. Was Trey Zoeller von Jefferson’s ausprobiert, geht auf jeden fall in eine neue Richtung. Er spendiert seinem frischen Destillat erstmal eine halbe Weltreise und schickt die Fässer dreieinhalb Jahre auf See. Dabei umrunden sie insgesamt fünfmal Panama bis sie letztendlich wieder zurück in seine Arme in die Florida Keys segeln „Er war dick und hatte einen Salzigen Geschmack“ so Zoeller.

Die neuesten Kreationen aus der „Jefferson’s Experimental Series“ werden in einem fünf 200ml-Flaschen umfasenden Geschenkset erhältlich sein.  Enthalten sind die besten Abfüllungen der Experimente aus den Vergangenen zwei Jahren.

Eine weitere Abfüllung ist die „Jefferson´s Gorth Finish“ aus seinem „twin wood aging process“. Dabei wurde sechs jahre alter Bourbon in Groth-Fässern in einem Schiffscontainer unter der Sonne gelagert. Die dritte Sorte, welche 2015 zu erwarten ist, wird der „Jeffersons Rum Finish“ sein. Vier Jahre alter Bourbon erhält hier ein Finish in alten Dark Rum-Fässern. Alle drei neuen Produkte werden im Laufe des kommenden Jahres erhältlich sein. Den Start macht die „Jefferson’s Experimental Series“ ab Januar.

2. James „Belvedere“ Bond

Der polnische Edelvodka Belvedere, zugehörig zum Luxuskonzern LVMH, gibt eine Partnerschaft mit dem neuesten 007-Abenteuer „Spectre“ bekannt. Dazu schickt der Vodkahersteller zwei neue limitierte Editionen ins Rennen. Das Flaschendesign kommt im MI6-inspirierten grün daher, ist also der Farbe des britischen Geheimdienstes nachempfunden.

Die Marketingkampagne konzentriert sich auf den Point-of-sale über mehrere Länder hinweg. „Wir sind begeistert, dass Belvedere mit SPECTRE eine Partnerschaft eingehen wird – bisher unsere größte globale Partnerschaft überhaupt.” So Charles Gibb, President von Belvedere Vodka.

3. Gäste Bewerten die besten Restaurants 2014

Open Table, der Anbieter für Restaurant-Online-Reservierungen, gibt die besten Restaurants in Deutschland 2014 bekannt. Ausgewertet wurden Ergebnisse und Kritiken der Gäste, über den Dienst ihre Reservierung abgeschlossen hatten. Berücksichtigt wurden dabei etwa 90.000 Bewertungen für ca. 2.000 Restaurants in ganz Deutschland. Unter den Top 10 landeten dabei übrigens Sage und Schreibe sechs Restaurants aus der Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Die ersten drei Plätze belegten folgende Restaurants:

1.       Restaurant Schote in Essen (Moderne französische Küche)

2.       Gästehaus Klaus Erfort in Saarbrücken (Französische Küche)

3.       Tschebull – Restaurant, Beisl, Bar in Hamburg (Österreichische Spezialitäten)

Ob die Liste im kommenden Jahr auch für für Baradressen veröffentlicht wird, ist bisher noch nicht bekannt. Das komplette Ranking der Top 50 finden Sie hier.

4. Das Ende des kubanisch-amerikanischen Embargos rückt nah

Gerade hat US-Präsident Barack Obama eine Wiederaufnahme der diplomatische Beziehungen der Vereinigten Staaten mit Kuba bekannt gegeben. Anlass dazu war der Austausch verschiedener Gefangener beider Länder. Bereits in Planung ist sogar die Wiedereröffnung einer US-Botschaft auf kubanisch-kommunistischem Boden. Noch nicht endgültig geklärt scheint die Frage, ob und in welchem Umfang das nach wie vor geltende Wirtschaftsembargo gegenüber dem Inselstaat gelockert oder gar aufgehoben wird.

Der komplette Sachverhalt ergibt die Frage: Was bedeutet das für Kubas Rumindustrie? Kurz gefasst: In kleinen Mengen wird es fortan legal sein, Kubanischen Rum nach Amerika zu importieren. US-Staatsbürgern wird es erlaubt sein, Alkohol und Tabakwaren mit einem Gesamtwert von maximal 100$ zu importieren.

Für die große Rumindustrie auf Kuba, zu welcher auch Havana Club von Pernod Ricard gehört, könnte die Zukunft ebenfalls rosig werden, wenn ihr in den nächsten Jahren der Schritt in Richtung USA erlaubt wird. Welche Absatzmärke der französische Wein- und Spirituosenkonzern im gefestigten US-Markt erwarten kann, ist unklar. Unglücklicherweise verlor Havana Club 2012 die Rechte an der Marke in einem langjährigen, erbitterten Rechtsstreit an den Weltkonzern Bacardi. Nun bleibt abzuwarten welche Entscheidung die Beiden Staaten in Bezug auf das Embargo treffen werden. Die Mentalität der beiden Staaten, die tatsächlich seit 53 Jahren keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, geht auf jeden Fall in die richtige Richtung.

5. Das Auchentoshan „Switch“ Finale

Die Finalrunde ist entschieden. Im europäischen Finale setzt sich Neil Donachie aus der Beaufort Bar im Hotel Savoy in London durch. Er wird kommendes Jahr mit dem US-Amerikanischen Gewinner aus dem bekannten Employees Only für zwei Wochen einen Brettwechsel vollführen.

Das europäische Finale fand im Looking Class Cocktail Club in London statt. Anforderung an die Finalteilnehmer war es, in der ersten Runde, ihren Signature Drink mit Auchentoshan Three Wood zuzubereiten. Für Deutschland gingen damals Adrian Schulz aus dem Ciba Mato (Stuttgart), Michele Heinrich aus der Roomers Bar (Frankfurt a.M.) und Altmeister Thorstun Spuhn aus dem Modern Masters (Erfurt) an den Start.

Adrian Schulz schaffte es bis ins Halbfinale und traf dort neben Neil Donachie auf Michael Cameron vom Glasgower Guy’s Restaurant. Donachie bestach schlussendlich durch das hohe Niveau seiner Präsentation und wurde durch die dreiköpfige Jury zum Gewinner gekürt.

6. Begehrtes Gut: Das Whiskyfass

Whiskeyhersteller kaufen den Markt an Holzfässern geradezu leer. Holzgereifte Spirituosen erfahren eine stetig steigende Nachfrage, allerdings stoßen die Fassproduzenten an ihre Grenzen. Gängige Fässer kosten bereits einige hundert Euro. Wenn die Preise weiter steigen, wird das sicher auch Auswirkungen auf die Preispolitik der Hersteller haben.

Gerade das Fass ist Hauptmerkmal aller gereiften Destillate. Es bestimmt Geschmack und Farbe des fertigen Produkts. Grund für die Engpässe scheinen die Spätfolgen der Amerikanischen Immobilienblase 2007 und 2008, in deren Zuge auch viele Holzfabrikanten ihre Betriebe schließen mussten.

Credits

Foto: Mann am Schreibtisch via Shutterstock

Comments (2)

Kommentieren

Ich akzeptiere