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Inventur am 22. Februar 2015

Wir tauschen heute Kunst gegen Alkohol, widmen uns dem Thema “Craft” in Berlin, bangen um die Spätis und in der Hauptstadt wird’s nobelhart & schmutzig. Willkommen zurück!

An diesem Sonntag traben wir mit einigen Highlights dem Frühling entgegen. Der letzte Tag der Weinmesse in der Berliner Station findet heute statt und in der kommenden Nacht werden zudem die Oscars verliehen. Wir freuen uns außerdem auf den Pop-up Craft Beer Shop in der Berliner Bar am Steinplatz, dazu aber bald mehr Details auf diesen Kanälen. Solange wünschen wir einen schönen Sonntag – los geht’s mit der Inventur.

1) Kunst gegen Alkohol

Sie sind in St. Petersburg, haben aber leider diesmal gerade nicht genug Geld dabei, um dort Kunst zu erwerben? Keine Sorge, russische Künstler verschaffen in dieser Situation Abhilfe. Vergangenes Wochenende wurde eine Ausstellung eröffnet, bei der Besucher Wein, Vodka und was auch immer gegen größtenteils Malereien tauschen konnten.

Die Veranstalter hinter dem Projekt, VKontakte, verweisen mit dem Konzept darauf, dass diese Praxis noch in den 1920er Jahren der Fall war. Große Künstler wie Marc Chagall oder Salvador Dalí haben bereits damals Werke gegen Flüssiges getauscht. Der Eintritt ist selbstverständlich erst ab achtzehn Jahren zugelassen und stößt ebenso selbstverständlich auf viel Kritik. Dem Veranstalter ist das aber egal: es gehe darum, Kunst wieder näher an den St. Petersburger zu bringen. Niemand soll mehr Geld für Alkohol, als für Kunst ausgeben.

2) Die Betonung liegt hier auf “Craft”

Roger Breitenegger steht hinter dem Projekt “The Tape Over Bar hosted by ARCOTEL Velvet” in Berlin und hat sich damit dem Thema “Craft” verschrieben. Innerhalb von acht Wochen werden hier sieben deutsche Spirituosen- und Biermarken ihre Produkte vorgestellt: jede einzelne bekommt genau drei Tage, in der ihr besondere Aufmerksamkeit gebührt. Unter den Craft- Marken tummeln sich von Bierseiten Kuehn Kunz & Rosen, die Jungs von Crew Republic aus München und die Hamburger aus dem Hause Von Freude.

Letztere werden im Zuge von Tape Over auch ihre neueste Bierkreation Pils präsentieren. Spirituosenmäßig sind Meermaid Infused Rum, Pijökl 55, Berlinmad Vodka und Gin Sul vertreten. Wie kam’s zur Auswahl? Laut Breitenegger sind alle Marken solche, mit denen der Bartender und Markenbotschafter von Gin Sul und Pijökl 55 bereits in der Vergangenhheit zusammen gearbeitet hat und hinter denen er voll und ganz steht. Sinn des Ganzen ist, die Nachhaltigkeit von Craft-Produkten zu stärken und sich gegenseitig zu fördern und auszutauschen.

3) Brutal lokal – Das Nobelhart & Schmutzig lässt Fressen und Saufen

“Mein Lieblingsstück in diesem Lokal ist der Kondomautomat auf der Toilette, den ich hoffentlich oft befüllen muss”, freut sich Billy Wagner. Wahrscheinlich mit der Marke Billy Boy. Und somit ist nach Wagners Auffassung schon fast der Name erklärt: Ein guter Abend beginnt nobel, wird dann etwas härter und endet hoffentlich schmutzig.

Dabei kursierte schon das Gerücht, dass das Projekt ein Fake sei und, trotz über 3000 Likes auf Facebook, nie fertig wird – zumindest bis zur Baustellenparty vor einigen Wochen. Seit Freitag den 13. Februar 2015 ist es nun soweit. Micha Schäfer kocht und Billy Wagner entkorkt. Die Küche ist “brutal lokal”. Soll heißen, dass nur Produkte aus der Region von höchster Qualität in den Topf kommen. “Da sind wir ganz dogmatisch”, sagt Schäfer. Es wird dann zum Beispiel auch auf Schokolade oder Pfeffer verzichtet und man arbeitet zum Teil mit eigenen Produzenten zusammen. Die Presse war schon vor der Eröffnung aus dem Häuschen.  

Die Küche dominiert den Raum, ist offen und darum herum sitzt man dann und glotzt, spricht, trinkt. Wer eigenen Wein mitbringt, zahlt ein Korkgeld, das sich danach richtet, wie gut er Billy Wagner schmeckt. Wer Deutschlands bekanntesten Sommelier einmal mit seinem Schuh eine Flasche Wein hat entkorken sehen, der kann sich auf eines gewiss freuen: Ob es mundet oder nicht – jedenfalls langweilig wird es nicht.

4) Noch grüner wird’s in der Schweiz

Die “Coca Cola Life” zirkuliert schon seit Längerem durch den amerikanischen Markt und wagt von dort aus nun den Schritt in die Kantone der Schweiz. Grün soll’s dort werden. In den USA stieß die grüne Cola nun nicht unbedingt auf, sagen wir mal, durchschlagenden Erfolg, wie bei Foodnavigator berichtet wird, aber man dachte sich bei Cola wohl: wo, wenn nicht in der Schweiz kommt zusätzlich mit Stevia gesüßte Cola gut an?

Die grüne Dose richtet sich an eine Zielgruppe, die zwar nicht auf die Süße, aber auf die Kalorien einer normalen Cola verzichten möchte und zugleich eine Abneigung gegen die künstlichen Süßungsmittel der Cola Light hat. Stevia kann den Zucker der Cola aufgrund seines Vanillin Abgangs zwar nicht ganz ersetzen, ist aber deutlich gesünder als Zucker. Ab Ende Februar soll die grüne Cola zunächst bei Coop und danach breiter gestreut auf den Markt kommen.

5) Bist Du Bio, Bar?

Man kann die Nachfrage als Bar-Profi nicht mehr einfach weglächeln: Bio-Brände sind ein Thema. Allerdings eines, das kaum thematisiert wird. Umso spannender ist die kleine, aber kundige Auflistung von Spirituosen, die das österreichische Magazin Biorama in seiner neuen Ausgabe bringt.

Jürgen Schmücking, der vor Jahren schon zum Vergleichstest “Bio versus Konventionell” lud, weiß auch, warum sich die beiden B’s schwer miteinander tun. „Aus seiner historischen Entwicklung heraus war es nicht Aufgabe des Biolandbaus, Produkte im Gourmet-Bereich herzustellen.” Die Zeiten, in denen „die Bio-Schnaps-Szene ein Heimspiel bäuerlicher Direktvermarkter war“, sind allerdings vorbei. So hat etwa Benromach einen Organic Single Malt zu bieten, aber auch Pastis, Cognac und Tequila gibt es in Bioqualität. Die Details dazu listet Schmücking auf, den Urheber des „Gin Basil Smash“-Rezepts leider nicht.

6) Workshops und Wettbewerb rund um Brandy

Der spanische Brandy Carlos I ruft Bartender dazu auf, sich mit einem selbst entwickelten Cocktailrezept für einen von drei Workshops in Hamburg (20.04.15), Dresden (04.05.15) oder Köln (11.05.15) zu qualifizieren. Dann geht es um den Einzug ins Finale.

Charles Schumann steht den Teilnehmern unterstützend zur Seite. Im spanischen Jerez de la Frontera wird dann der Gewinner ermittelt. Einsendeschluss ist der 20. März 2015 und ab sofort können sich Interessierte auf Facebook oder hier bewerben. Das Rezept darf maximal fünf Zutaten beinhalten, davon mindestens 2cl Carlos I, und mehr Informationen zu den Workshops und dem Wettbewerb gibt es hier.

Credits

Foto: Boxer via Shutterstock

Comments (2)

  • Sven

    Die Auflösung des Knob Creek Gewinnspiels ist wohl untergegangen? 🙂

    reply

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