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Inventur | Mixology Magazin für Barkultur

Inventur am 22. September 2019 – Vodka als Psychoanalytiker & Long Island Iced Tea reloaded

TTik-tak, tik-tak – genau heute in zwei Wochen ist es so weit: Die renommierten MIXOLOGY Bar Awards – geläufig, liebevoll und zu Recht als die Oscars der deutschsprachigen Barkultur bezeichnet – werden erneut an herausragende Persönlichkeiten, Bars und Produkte vergeben. Erstmals in neuem Ambiente, dem Berliner Kino International, und wie immer unter Mitwirkung vieler verbundener Branchen-Akteure. Sie alle lassen diese prickelnde Nacht zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Wir freuen uns, jeden von ihnen wieder zu sehen. Wer noch Tickets für die glamouröse Nacht der MIXOLOGY Bar Awards 2020 möchte, kann hier zugreifen.

Mixology Podcast

In Sankt Petersburg werden des Vodkas Karten gerade neu gemischt

Glasklar, farblos und, abgesehen von Nuancen seines Herstellungsrohstoffes, nahezu geruchlos. Die Rede ist von Russlands traditioneller Nationalspirituose – Vodka. Auf dem Sankt Petersburger Kulturareal New Holland Island macht die Gastronomin Anna Khmelnitskaya das Destillat zum Star des „Bottle House“. Im Gespräch mit Heike Blümler von der „Welt“ verrät die Restaurantmanagerin und Köchin, die sogar eine Anti-Kater-Suppe ganz ohne Vodka parat hat, so einiges über die Trink- und damit stets verbundenen Essgewohnheiten des osteuropäischen Landes.

Unter anderem, dass niemandem, wirklich niemandem das immer wieder kolportierte „Na sdorovje“ als Trinkspruch über die Lippen kommt. Stattdessen haben persönliche Ansprachen, die mehr oder weniger lange dauern, das Sagen in russischer Gesellschaft. Und dabei stehen – wie überall anders eigentlich auch – Geselligkeit und Freude über die gemeinsame, feierliche Zeit im Vordergrund. Übrigens ist der internationale Tag des Vodka am 4. Oktober eines jeden Jahres. Aber wann sagt man jetzt eigentlich „Na sdorovje“?

Wirklich? Long Island Iced Tea reloaded?

Im klassischen Long Island Iced Tea ist so ziemlich alles drinnen. Nur kein Tee. Vodka, Gin, Tequila, Triple Sec Curaçao und Cola, die ihm farblich den Anschein nach Tee gibt, sorgen für diese hochprozentige Mischung. Und gerade werden Erinnerungen an etwaige und anfängliche Stolpersteine im Erwachsenwerden wachgerüttelt.

Genau diese Spirituosenmixtur hat sich Paul Taylor von der Columbia Room Bar in Washington D.C. zur Revision vorgenommen. Auch um einen bezeichnenden Cocktail nach Generalüberholung für seine Barkarte „So Bad it’s Good“ zu gewinnen. Wenn man die Zutaten des Long Island Iced Tea betrachtet, „sind es Ingredienzien, die viele Leute mögen“, sagt Taylor, der die Cola in den Mittelpunkt seiner neuen, raffinierten und weniger hochprozentigen Version rückt, Cola selbst herstellt und den Iced Tea reloaded namens L.I.I.T. auch in einem Riedel Coca-Cola-Glas serviert. Paul Taylor wollte mit seiner Karte, die seit August im Columbia Room angeboten wird, nostalgische Gedanken bei seinen Gästen wecken: „Ich erinnere mich daran, nicht aber, dass es gut geschmeckt hat“, will evoziert werden. Welche Variationen Taylor noch vornimmt, um den vermeintlichen Tee ins 21. Jahrhundert zu katapultieren, lesen Sie hier.

Verbraucherschutz beanstandet Hygienemanko

Sie finden jährlich und unangekündigt statt, um die Betriebsführung während des normalen Geschäftsganges unter die Lupe zu nehmen – Die Betriebskontrollen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Im vergangenen Jahr haben die Lebensmittelkontrolleure der Bundesländer 504.730 Betriebe überprüft. Mehr als 70 Prozent der im Jahr 2018 bei den Betriebskontrollen festgestellten Verstöße gibt es demnach bei der allgemeinen Betriebshygiene und dem Hygienemanagement. Die meisten Verstöße gab es wie 2017 bei den Dienstleistungsbetrieben: 67,5 Prozent aller Beanstandungen entfielen auf Gastronomiebetriebe und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, wie etwa Kantinen und Mensen. Inspiziert wird „risikobereit“. Betriebe mit einem höheren Risiko werden häufiger kontrolliert. Dazu zählen neben Schlachtereien, Fleischereien, Bäckereien, Großküchen auch gastronomische Einrichtungen aller Art. Die betrieblichen wie lebensmittelbezogenen Hygienevorschriften zu kennen und diese auch einzuhalten, hat gerade in der Gastronomie Priorität. Stellen Lebensmittelkontrolleure fest, dass es nicht so ist, folgen Maßnahmen, die von Belehrungen bis zur Betriebsschließung reichen.

Schweizer Award-Regen für Bar- und Bierkultur

Während wir noch zwei Wochen auf das Lüften des großen Geheimnisses um die Besten der deutschsprachigen Barkultur warten müssen, hat die Schweiz bereits entschieden, wer zu den Besten ihres Landes gehört. Seit vergangener Woche gilt der erst 27-jährige Günther Strobl aus der Baseler Campari Bar als bester Schweizer Bartender des Jahres 2019. Diese Ehre wurde ihm bei den Swiss Bar Awards 2019 zuteil. Mit ihm am Siegerpodest standen auch Dirk Hany und das Team der Bar am Wasser, die als beste Newcomer-Bar ausgezeichnet worden ist. Die Bar Barchetta des Zürcher Storchen Hotel erhielt zum zweiten Mal in Folge einen Award für die Beste Barkarte, der 21-jährige Maicol Pircher ist das Talent des Jahres, und der Award für die beste Longseller-Bar befindet sich seither in Funky Claude’s Bar des Fairmont Le Montreux Palace in der französischen Schweiz.

Auch die Swiss Bar Awards sind Mitte dieser Woche vergeben worden. Von den 389 eingereichten Bieren verschiedenster Stile von 71 Brauereien wurden insgesamt 117 Swiss Beer Award Label 2019/20 überreicht. Die Awards prämieren alkoholfreies Bier, holzfassgereiftes Sauerbier, Schwarzbier, Pale Ale oder Weizendoppelbock hell, um wirklich nur einige zu nennen. Die gesamte Preisträgerliste, die die Schweizer Biervielfalt repräsentiert, sehen Sie hier.

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Foto: ©Shutterstock

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