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Inventur am 24. März 2019 — Ein Gasthaus auf Schiene & Mandel trifft Cognac

Das Brexit-Chaos nimmt kein Ende. Wir blicken daher zu „The Unbrexit“ in Ahaus, verschmausen gedanklich Speckknödel in der tschechischen Staatsbahn, treffen eine gewisse Amarande und würden Yukon Isik gerne nach Portland begleiten. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sonntag mit ausreichend Lesevergnügen in unserer dieswöchigen Inventur.

Das Brexit-Drama geht weiter. Die bevorstehende Krise eines ungeregelten Brexit am 29. März dieses Jahres ist vorerst abgewendet, dennoch nur verschoben. Die Europäische Union (EU) gewährt Großbritannien einen Aufschub bis zum 22. Mai 2019, sofern der Brexit-Deal im britischen Unterhaus auch angenommen wird. Andernfalls gibt es nur eine Verlängerung bis zum 12. April 2019. Am kommenden Montag soll das Unterhaus sein Votum abgeben. In einer Online-Petition stimmen bereits über zwei Millionen Briten für den Exit vom Brexit.

In der Stadt Ahaus im Münsterland feiert man im seit zwei Jahren existen „The Unbrexit“ ungebrochen das englische Lebensgefühl. Der Ahauser Pub will endgültig der letzte britische Anker innerhalb der EU werden. „Wir stehen auf kulturelle Unterschiede, auf Europa und ganz besonders auf England. Gut, dass alle Briten jetzt wissen, wo sie hingehen können, wenn sie wieder Bock auf die EU haben“, erklärt Markus Hartmann vom Unbrexit-Team. Neben dem Londoner Taxi im Fuhrpark für den Nahverkehr steht nun ein Reisebus mit EU-Flagge und Union Jack für eine neue permanente Pub-Direktverbindung EU-UK bereit. Die Premierenfahrt mit 48 Pub-Botschaftern wie Gästen, Freunden oder Themeninteressenten findet am 28. März statt. Weitere Fahrten sind geplant und sollen den direkten Draht zur Insel festigen. Cheers.

Tschechischer Eurocity – Ein Gasthaus auf Schiene

„Viermal am Tag verirrt sich purer Luxus nach Deutschland“, schreibt die Zeit in ihrem Feinschmecker-Bericht über den Speisewagen im Reisezug der tschechischen Staatsbahn České Dráhy (ČD). Der Artikel befindet sich leider hinter der Paywall und ist daher nur für Abonnenten einsehbar. Doch wer in diesem Schnellzug schon mal ein Bierchen zu typisch tschechischen und schmackhaften Speisen wie Schnitzel, Würstchen, böhmische Knödel oder Gulasch auf weißen Tischdecken verkostet hat, weiß: Der charmante, gemächliche Speisewagen ist auch tatsächlich ein solcher. Kein Bistro-, kein Fast Food- oder Kantinenladen, sondern ein Restaurant auf Schiene mit bodenständiger, schlichter, aber guter Küche. Um den Appetit der Fahrgäste darauf nicht zu bremsen und Gasthaus-Atmosphäre zu bewahren, lautet die Eingangsempfehlung im kulinarischen Zugabteil, auf Handys und Laptops besser verzichten zu wollen. Wohl bekomm’s!

Mandel trifft Cognac und Armagnac: Bonjour Amarande.  

Das französische Haus Giffard aus 1885 ist unter anderem bekannt für die Fabrikation unterschiedlicher Liköre, die wir in vielen Cocktails nicht missen möchten. Seit kurzem ergänzt die Neuerscheinung Amarande das Giffard-Portfolio aus vorwiegend Likören, Sirups, Saucen oder Crème de fruits. In seiner neuen Likörspezialität widmet sich das familiengeführte Unternehmen aus Westfrankreich der Kombination aus Mandeln und den landeseigenen französischen Weinbränden Cognac aus der Stadt Cognac und dem unverständlicherweise weniger populären Armagnac aus der Gascogne. Der Amarande-Likör eignet sich sowohl für den puren Genuss als auch in Cocktails wie dem hauseigenen Le Casse-noisette aus Agave sec, Amarande, Haselnuss und Schlagsahne, die kräftig auf Eis geschüttelt werden.

Ciao, Ramazotti Espresso!

Italien zählt zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen wie der Welt und ist bekannt für seine Mode- sowie Designwelt, la bella cucina mit gutem Wein zu Pasta oder Pizza und abschließendem Kräuter- oder Fruchtlikör. Frühmorgens hält sich la dolce vita allerdings ein wenig bedeckt. Zum Frühstück reicht vielen Italienern zum Start in den Tag vorerst ein Espresso, und das am liebsten außer Haus. Per favore Espresso – ein typischer Vertreter der landeseigenen Kaffeekultur. Ab Mitte April kommt ein wenig italienisches Lebensgefühl mit zwei beliebten Produkten aus dem Land der Opern auch in unsere Läden und ausgewählte italienische Restaurants. Die neue Edition von Ramazzotti vereint gleich zwei liquide Aushängeschilder Italiens in einer Flasche. Die limitierte Ausgabe des Ramazzotti Espresso stellt eine Komposition des legendären Amaros mit verfeinerten Espresso-Noten dar. Sein Alkoholgehalt liegt bei 25%, am besten serviert man die Ramazzotti-Sorte des Jahres 2019 pur oder auf Eis. Weitere Informationen gibt es unter ramazzotti.de, aber gleich vorweg sei gesagt: So wird das mit dem Frühstücken nichts in bella Italia.

Na, schmeckt es Ihnen?

Auf Gastgeber-Seite geht es in der Gastronomie darum, Gästen abseits guter Drinks in Bars oder vorzüglicher Gerichte in Restaurants eine schöne Zeit an den ausgewählten Orten der Begegnung zu ermöglichen. Es geht natürlich um Produkte, Ambiente, Atmosphäre, Alleinstellungsmerkmale und Musik. Vor allem aber um Kommunikation mit dem Gast. Mit dieser letzten, bedeutenden Wertigkeit schlägt der Gastgeber die Brücke zum Gast, begründet Wohlfühlcharakter, heißt ihn willkommen am Tresen oder zu Tisch und lässt ihm Wertschätzung zuteil werden. Klingt eigentlich ganz simpel und ehrlich, kann aber gehörig daneben gehen, wenn Mitarbeiter so gar nicht kommunizieren wollen. „Schmeckt’s? ist wohl die beliebteste Floskel der Kellner …“, resümiert Wolfgang Fassbender in der Bellevue der NZZ. Drehen wir den Spieß doch auch mal um. Es wäre interessant, welche unverbindlichen oder unangebrachten Sprüche und rhetorischen Fragen denn so mancher Gast auf Lager hat.

Isik Yukon ist Master of American Whiskey 2019. Gratulation!

Der Berliner Provocateur hat es momentan in sich. Bei den Mixology Bar Awards 2019 nahm die Bar gleich drei Siegertrophäen mit nach Hause in die Brandenburgische Straße. Vor kurzem erreichte Bartender Guilherme Kilpp Gonzatti den ersten Platz bei der ersten Pussanga Summer Drink Competition. Und nun? Nun muss man einfach weiter erfahren, dass Yukon Isik der Bar bald und nur für kurze Zeit abspentig werden wird. Denn: Yukon Isik ist Master of American Whiskey 2019 und erhält als Dritter den begehrten Titel des Brown-Forman-Programms, das Schulung, Handwerksarbeit, Produkt- und Geschichtskunde und vor allem verantwortungsbewussten Genuss vermittelt. Als Gewinner des diesjährigen von Brown-Forman Deutschland initiierten Schulungsprogramms #MOAW Master of American Whiskey darf sich der Bartender über ein Praktikum bei Jeffrey Morgenthaler, einer der namhaften Programmreferenten des dreiphasigen Scholarships, in Portland freuen. Wir gratulieren herzlich.

Credits

Foto: Shutterstock

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