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Inventur am 25. Dezember 2022

Inventur am 25. Dezember 2022 – Die besten und meistgelesenen Geschichten 2022 auf MIXOLOGY Online

UUnsere „Inventur“ ist seit Jahren ein fixer, liebgewonnener Bestandteil unserer Website. Für gewöhnlich präsentieren wir dabei Beiträge und Texte aus der nationalen und internationalen Presse, die sich meist im engeren, aber gerne auch mal im weiteren Sinne mit Bar-, Cocktail und Spirituosenkultur beschäftigen.

Für diese Inventur – die letzte des Jahres 2002 – lassen wir die Presseschau allerdings bleiben und blättern stattdessen auf unserer eigenen Website: Wir präsentieren die meistgelesenen und -diskutierten Artikel des Jahres 2022. Am 1. Januar 2023 machen wir noch eine kleine Silvester-Pause, die erste Inventur des Jahres 2023 wird es dann wie gewohnt am 8. Januar 2023 geben. Wir wünschen einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

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Nur ein Kellner: eine Replik

Es war der Artikel, der in diesem Jahr die meiste Resonanz erhalten hat: Die messerklingenscharfe Abrechnung unseres Chefredakteurs Nils Wrage mit der Aussage der Journalistin Susanne Gaschke, die in einem Interview zum Besten gab, dass in der Gastronomie das Personal mittlerweile zu sehr im Mittelpunkt stehe. Der am 18. Juni veröffentlichte Text beginnt mit einer Einleitung, dass Wrage als junger Wahlhelfer in Kiel einst selbst im Wohnzimmer der ehemaligen Politikerin saß, und führt auf brillante Weise vor Auge, dass sich in dieser Aussage vor allem die Unwissenheit einer Person zu erkennen gibt, die weder von Gastronomie noch von deren Nöten zu Zeiten der Pandemie etwas versteht. Auch ein halbes Jahr später hat die Replik nichts an Verve und Stichhaltigkeit verloren.

Warum trinken alle Espresso Martini?

Der meistgelesene Text über einen Cocktail ist – vermutlich nicht von ungefähr – der Beitrag über den womöglich meistgetrunkenen Cocktail des Jahres: den Espresso Martini. Von diesem gibt es zwar die berühmte Legende, er sei im London der 1990er Jahre kreiert worden, als ein damaliges Supermodel den Bartender Dick Bradsell nach einem Drink gefragt hat, der die Anforderung „to wake me up, then fuck me up“ erfüllen sollte. Aber zu einem Bestseller hat es ihn nicht unbedingt gemacht. Die einfache Kombination aus Espresso, Vodka und Kaffeelikör war Bartender:innen bekannt, richtig beliebt war der Cocktail aber kaum. Und nun? Seit ein, zwei Jahren hat der Espresso Martini ein überraschendes Revival hingelegt und ist aus kaum einer Bar wegzudenken. War es die Pandemie, in der sich viele Menschen zu Hause an Drinks gewagt haben? Ist es die sich weiterverbreitende Kaffeekultur, die den Cocktail auf einer Welle nach vorne trägt? Eine genaue Antwort gibt es nicht. Aber in seiner unnachahmlichen Art und Weise ist Martin Stein dem globalen Phänomen nachgegangen.

Großer Gastgeber in einem kleinen Haus: Sven Riebel

Die Zustimmungs-, Click- und Like-Raten (auch auf Instagram) dieses Interviews zeigen vor allem eines: Die Beliebtheit von Sven Riebel in der deutschen Bar-Community. Der Betreiber des The Tiny Cup in Frankfurt, der für seine Geradlinigkeit bekannt ist (und nicht zuletzt auch durchaus mal Kritik an MIXOLOGY übt), zählt seit Jahren zu den prägenden Figuren der Szene. Sven Riebel ist der lebende Beweis, dass es keinen Riesenraum braucht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, gilt das Tiny Cup als die wohl kleinste Cocktail-Bar des Landes. Im Oktober wurde er bei den MIXOLOGY Bar Awards 2023 auch als „Gastgeber des Jahres“ ausgezeichnet. In einem ausführlichen Gespräch mit Sarina Hunkel führt er von den Anfängen zur Gegenwart und findet auch ehrliche Worte zu Corona und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, vor die ihn die Pandemie gestellt hat.

Drink Masters auf Netflix

Der jüngste Beitrag dieses Rückblicks betrifft ein Thema, über das nach wie vor gesprochen wird: Drinks Masters auf Netflix. In dieser Serie treten Bartender:innen im Competition-Format gegeneinander an, und am Ende kann es – wie bei so einem Format eben üblich – nur einen bzw. eine geben, die mit dem Gewinnercheck davongeht. Die Meinungen in der Bar-Community über diese Show sind geteilt. Manche kritisieren die überhastete Darstellung der Drinks-Kreation, manche den teils technischen Dilettantismus der Kandidat:innen und wiederum andere das völlige Fehlen von dem, womit Bartender:innen in Wahrheit konfrontiert sind: Gäste. Andere wiederum sehen die Tatsache, dass sich ein globaler Player wie Netflix dem Berufsbild des Bartenders überhaupt annimmt und ihm dadurch eine Seriosität verleiht, nach der viele in der Branche verlangen, als positives Signal. Unser stellvertretender Chefredakteur Stefan Adrian mag die Serie nicht verteufeln, bezweifelt aber doch ihre Sinnhaftigkeit. Das Interesse jedoch zeigt: Kalt gelassen hat das Thema wenige.

Tour de Trance: Fulminanter Vierteiler

Unter dem Motto „Editor’s Choice” wollen wir zum Ende dieser Inventur noch eine besondere Reihe ans Herz legen: In seinem fulminanten Vierteiler „Tour de Trance“ seziert Markus Orschiedt die gesellschaftliche Entwicklung, in Alkohol und dem Rausch zunehmend einen Feind der Menschheit zu sehen. Es ist eine sprachgewaltige, inhaltlich profunde und dabei hochgradig moderne Auseinandersetzung mit einem Phänomen, das in den nächsten Jahren noch für viel Debatten sorgen wird. Wer die Zeit zwischen den Jahren mit kluger, kontroverser und dabei stets besonnener Lektüre verbringen will: bitte schön!

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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