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Inventur

Inventur am 25. Juli 2021 – Das Ellington Hotel schließt & die DBU geht auf Tour

Es wäre zu hoffen, dass eine Folge der Coronapandemie ein stärkerer Zusammenschluss der Barszene ist. Die Deutsche Barkeeper-Union (DBU e.V.) will diese Plattform sein, oft jedoch bleiben die Taten durch die naturgegebene Handlungsarmut einer großteils auf Ehrenamt basierenden Vereinstätigkeit hinter den Vorsätzen zurück.

Nichtsdestotrotz hat man sich in letzter Zeit neu formiert und einige namhafte Bartender:innen an Bord geholt. Das zeigt man nun mit einer kleinen Tour, bei der die lokalen Gruppen den Austausch mit der Barszene suchen. Los geht es im Norden, wo in der Green Door Bar in Berlin Christian Gentemann, Arnd Henning Heissen, Tarek Nix und Hausherrin Maria Gorbatschova zum offenen Gespräch bitten (Mittwoch, 28.7.2021, ab 16 Uhr). Im Süden folgen dann eine Woche darauf Eric Bergmann, Michael Myk Meyer und Timm Werner (Dienstag, 3.8.2021 im The Byrdcave, Regensburg, Keplerstraße 11). Die Veranstaltungen sind ein Kick-off zu einer Workshop-Reihe, die auch für Nicht-Mitglieder:innen zugänglich sein wird. Weitere Termine sind geplant und am besten über die Facebook-Seite der DBU abrufbar. Wir hoffen auf eine moderne Stärkung des Bartender-Handwerks und springen in die Themen der abgelaufenen Woche.

Knalleffekt in Berlin: Das Ellington Hotel wird voraussichtlich schließen

Das Haus wurde in den Jahren 1928 – 1931 gebaut und gilt als eine der wichtigsten Beispiele der Neuen Sachlichkeit in Berlin. Im Laufe seiner Geschichte hat es einige Metamorphosen durchlebt, vor allem die gastronomischen Angebote waren in Berlin stets legendär, ob es nun der Jazzclub „Badewanne“ in den 1950er- und 1960er Jahren war oder die Disco „Dschungel“ von 1978 bis 1993. Und auch mit MIXOLOGY hatten wir einen kurzen, gemeinsamen Weg mit dem Hotel an der Nürnberger Straße, schließlich haben wir dort einige Male unser MIXOLOGY Taste Forum durchgeführt.

Nun jedoch wird das Ellington Hotel voraussichtlich schließen. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, ist das Haus an die Signa-Gruppe um den österreichischen Investor und Immobilienunternehmer René Benko verkauft worden. Diese ist bereits im Besitz des angrenzenden KaDeWe, weshalb spekuliert wird, dass das Ellington als Hotel aufgelöst wird, um in irgendeiner Form das KaDeWe zu vergrößern. Den derzeit 80 Mitarbeitern wurde laut Bericht eine Übernahme durch das Estrel-Hotel angeboten hat, das sich im Besitz des vormaligen Ellington-Betreibers Ekkehard Streletzki befindet. Das Neuköllner Hotel ist mit bislang 1.125 Zimmern das größte und umsatzstärkste Hotel des Landes.

Die erste weibliche Barchefin im The Savoy seit … Ada Coleman

Wir bleiben im Hotelgeschäft, wechseln allerdings auf die britische Insel. Eigentlich waren wir der Ansicht, dass wir genügend über das Savoy Hotel in London geschrieben haben, wo im letzten Jahr der Head Bartender abgeschafft und der gesamten Belegschaft gerüchteweise gekündigt wurde – mit der Möglichkeit, sich für geringere Bezahlung erneut zu bewerben. Wir berichteten ausführlich.

Nun lässt die altehrwürdige Adresse jedoch mit einer neuen Meldung aufhorchen, oder sorgt vielmehr für einen kleinen Paukenschlag: Es gibt doch wieder einen Head Bartender für die berühmte „American Bar“, oder vielmehr eine Head-Bartenderin. Denn mit Shannon Tebay übernimmt erstmals seit der legendären Ada Coleman (1903 – 1924) eine Frau die Geschicke der legendären Bar, wie etwa das Class Magazine berichtet. Gleichzeitig ist Tebay, die ursprünglich aus New Mexico stammt und zuletzt sieben Jahre das international bekannte Death & Company in New York leitete, die erste US-Amerikanerin auf diesem Posten. Die Wiedereröffnung ist für September geplant, bis dahin soll Tebay ihr Team zusammenstellen.

Ist Hard Kombucha das nächste Ding?

Woche für Woche klettern die Produktions- und Verkaufszahlen für Hard Seltzer, eine Übersicht über alle auf dem Markt befindlichen Produkte ist schier unmöglich. Vor allem der angloamerikanische Raum ist Hauptabsatzmarkt Nummer eins für die kohlensäurehältigen, minimalalkoholischen Seltzer, aber auch deutsche Produzenten wagen sich mehr und mehr auf das Parkett, egal ob Industrieriese oder kleiner Craft-Brauer.

Und schon winkt the next big thing. Zumindest stellt die Marktanalyse-Plattform The IWSR die Frage: „Sind Hard Kombochas die nächsten, nur gesünderen Hard Seltzer?“ Und so ganz abwegig scheint die Frage nicht, wenn man den Hype um Kombucha in Betracht zieht, der durchaus auch immer mehr Privathaushalte erreicht. „Obwohl harte Kombuchas alkoholisch sind, profitieren sie dennoch vom Effekt dieser wahrgenommenen gesundheitlichen Vorteile – und viele Marken spielen damit, indem sie ihre probiotischen Eigenschaften sowie wellnessfreundliche Inhaltsstoffe wie Enzyme, organische Säuren, Vitamine und Mineralien hervorheben“, beschreibt etwa Brandy Rand von The IWSR die Entwicklung. Eine interessante Lektüre allemal.

Es geht wieder um Tequila

Bereits seit 2017 strengte der Consejo Regulador del Tequila (CRT) mehrere Klagen gegen Heineken an. Der Dachverband der Tequila-Industrie stößt sich nämlich an der Verwendung des Begriffes „Tequila“ im Produkt Desperados des niederländischen Bierkonzerns. Gerichtlich wurde den Klagen nun statt gegeben, wie etwa The Spirits Business berichtet. Was das für Desperados als Produkt konkret heißt, geht aus der Meldung nicht hervor. Aber laut gemeinsam verfasster Mitteilung des CRT und Heineken habe man den Disput „freundschaftlich“ beigelegt.

Was der CRT wohl zum nächsten Promi-Tequila sagt? Der legt nämlich aktuell einen sagenhaften Start hin, zumindest wenn es nach eigenen Angaben geht, wie The Spirits Business schreibt. Und das mag nicht verwundern, wenn man die geballte Publicity-Power in Betracht zieht, die hinter dem Projekt steckt: 818 nennt sich das Produkt von Model und Reality-Star Kendall Jenner. Innerhalb von vier Stunden soll die erste Range ausverkauft gewesen und Bestellungen aus 80 Ländern eingegangen sein. „Um es in den richtigen Kontext zu setzen: Wir haben in den ersten beiden Monaten so viele Bestellungen, wie wir für die ersten zwei Jahre geplant hatten“, so Mike Novy, Präsident von 818. Benannt ist der Tequila übrigens nach der Postleitzahl von Kendall Jenners Heimatstadt, ist als Blanco, Añejo and Reposado erhältlich und soll zu 100% aus Blauer Agave in Jalisco produziert werden.

Credits

Foto: Everett Collection – shutterstock.com

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