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Inventur am 26. April 2015

Gibt es Craft-Spirituosen in Israel? Wer hat den Bourbon gestohlen und was macht ein niederösterreichischer Gin in San Francisco? Sehen Sie selbst! Wir heißen Sie herzlich willkommen zurück zur letzten Inventur im April.

 

Ab die Post nach Bochum, buchen Sie doch am besten schonmal ein Ticket dorthin. In Bochum findet nämlich am 12. Mai 2015 zum zweiten Mal die Veranstaltung dialog food & drink statt. Eine Mischung aus Messe und Vortragsreihe mit Beiträgen zum Thema Essen und Trinken, die sich an Gastronomen und Hoteliers richtet. Rund sechzig Aussteller aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie präsentieren zudem ihre neuen Produkte und laden zum Probieren und Diskutieren ein. Wir sagen: Auf in den Ruhrpott!
Heute aber zuerst wie immer zuerst das Neueste vom Neuen. Hier bei uns: die Inventur.

1) Craft in Israel

Für den Food-Kanal des Vice Magazins, Munchies, reist Ilan Ben Zion nach Israel und berichtet über die dortige Craft Destillerie-Szene. Arak galt bis vor kurzem noch als Billigschnaps, den man am besten mit so viel Traubensaft auspritzte, dass man von dem schlechten Geschmack nichts mehr mitbekam. Der Libanese Ilias Karam setzt dem mit dem Arak aus seiner El Haroud-Destillerie  jetzt allerdings ein Ende, die Spirituose macht sich auf, die Bars des Landes und deren Gäste gleich mit einzunehmen. Weiter ist Zion im Gespräch ist Yuval “Joov” Hargil, der setzt nach einigen Jahren im Ausland nun in seiner Jullius Destillerie auf gleichermaßen Vielfältiges und Hochprozentiges. Eine aufblühende Szene, die Auferstehung des Arak und wie sich die Craft Spirituosen dort so schlagen – darüber mehr bei Munchies selbst. Lesenswert!

2) Farthofer räumt ab

Der Bio-Gin von Farthofer aus Österreich befindet sich unbestritten auf der Überholspur. Erster Platz im MIXOLOGY TASTE FORUM in der Kategorie Gin? Check. Gold bei den Craft Spirits Awards in Berlin? Erledigt. Und jetzt also auch Übersee. Bei der San Francisco World Spirits Competition holte der niederösterreichische O-Gin Silber. Wir gratulieren! Und wer mehr über den Gin erfahren und außerdem wissen möchte, wer sonst noch beim MIXOLOGY TASTE FORUM abräumte, der kann das in der Ausgabe 2/15 nachlesen.

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Jeffrey Morgenthaler Farthofer Gin Rote Nacht der Bars von Campari

 

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3) Bourbon-Diebe gefasst!

Die Bourbon-Freunde unter uns haben den Krimi um die gestohlenen Pappy Van Winkel-Flaschen und Wild Turkey Fässer in den USA bestimmt mit Spannung verfolgt. Vergangene Woche wurden neun Verdächtige, die im Zusammenhang mit dem Alkohol-Diebstahl stehen, vor Gericht geladen. Kein Einzeltäter, sondern ein ganzer Bourbon-Verbrecherring hat Spirituosen im Wert von rund 100 000 US-$ gestohlen. Die Ware wurde vor einiger Zeit als gestohlen gemeldet und nach einem anonymen Tipp wurden 25 Flaschen seltener Pappy Van Winkel und 18 Fässer mit Wild Turkey im Hinterhof eines Mitarbeiters der Buffalo Trace Distillery gefunden. Liquor.com berichtet.

4) Die Chemie des Gin

Bei Compound Interest wird bis aufs Atom untersucht. Eine der jüngsten Serien widmet sich dem Alkohol, und da unter anderem dem Gin. Ja, schon wieder Gin, vermutlich gähnen Sie jetzt und sagen: “Weiß ich doch alles!”. Na dann lassen Sie sich doch einmal vom Gegenteil überzeugen. Oder kennen Sie die atomare Zusammensetzung von Wacholder auswendig? Eben, und Bargast oder Barbegleitung lässt sich bestimmt auch noch damit beeindrucken.

5) Über das Bartender-Ego und den „perfekten“ Drink

Für den Playboy schrieb Jeffrey Morgenthaler – sein Ruf dürfte ihm vorauseilen – einen Artikel über das fragile Ego des Bartenders. Sein eigenes wurde durch den The Bumblebee Cocktail angekratzt, schreibt er. Er war davon ausgegangen, den besten der Welt mixen zu können, bis er einestages von einem Gast in seiner Clyde Common Bar eines besseren belehrt wurde. Sie fand seinen Blumblebee – ihr Lieblingsdrink im Übrigen – nur „ziemlich gut“. Der Totschlag-Kommentar für ein Bartender-Ego. Er ließ sich die Rezeptur für den Bumblebee geben, wie ihn die Besucherin am liebsten mochte, und räumt selbst ein, dass dieses Rezept das seine um Längen schlägt. Beim Playboy finden Sie die Rezeptur für den, sagen wir mal „Blumblebee Deluxe“, und den Kommentar des Gastes zur verbesserten Rezeptur. Die war nämlich auch weiterhin unbeeindruckt, vielleicht lag’s ja am Morgenthaler selbst.

6) Rot wird’s

Auch 2015 veranstaltet Campari seine Event-Reihe „Rote Nacht der Bars“ und geht damit in die dritte Runde. In fünf Städten in Deutschland, darunter München, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt am Main, machen je zehn Bars pro Stadt mit. Unschwer erraten lässt sich, dass der Campari im Zentrum des Drink-Aufgebots stehen soll. Zur programmatischen Untermalung des Ganzen dienen in den insgesamt rund 50 Bars der Städte verschiedene Musikveranstaltungen und auch noch ein Charity-Event.

Via der Veranstatltungs-App lassen sich Fotos hochladen und pro Bild auf einer der Rote Nacht der Bars-Veranstaltungen spendet Camapri einen Euro an die Deutsche AIDS-Stiftung. Los geht’s ab 20. Juni 2015 in München mit der Auftaktveranstaltung, am 18. Juli geht es in Hamburg weiter, Frankfurt am Main folgt am 15. August, Düsseldorf am 05. September und das Finale findet am 26. September in Stuttgart statt.

 

Credits

Foto: Männer am Billardtisch via Shutterstock

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