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Inventur am 28. Juni 2015

Eingeschenkt in Köln, ein Freiburger gewinnt, Eiweiß aus der Flasche und Körperpflege mit Bier. Die Inventur ist zurück mit ein paar Skurrilitäten und viel guter Laune.

 

Ja, Sommerzeit ist Streetfood-Zeit. Und ja, wir räumen auch ein, dass die Flut an ebenjenem zuweilen ein wenig inflationär ist. Aber: einer geht noch (mindestens). Kommendes Wochenende vom 4. bis zum 5. Juli 2015 lädt der Berliner Bite Club zum Funkhaus in der Nalepastrasse, um dort die Grills anzuwerfen. Amerikanisches BBQ und Grill-Spezialitäten aus aller Welt – wir sprechen hier von Jamaika bis Sizilien – werden den Besuchern geboten. Ein gratis Boot-Shuttle-Service bringt auch die Faulsten der Faulen vom Treptower Hafen an den Ort des Geschehens. Bis dahin, hier unsere Inventur der Woche!

1) Geschäumtes Ei

An dieser Stelle möchten wir unseren Autor Marco Beier zitieren, der dem Giffard Eiweiß-Sirup aus der Flasche vor Kurzem bereits einen Ausruf widmete, der treffender nicht sein könnte: How and Why?
Genau das sind auch unsere zwei Fragen. Giffard bringt da einen Eiweiß-Sirup auf den Markt und preist die Vorteile gegenüber dem frischen Eiweiß an. Etwa, dass weniger Vorschriften zu beachten sind, wenn man nicht mit frischen Eiern hantiert. Klingt fast verführerisch einfach. Wo ist der Haken? Ersten Kommentaren zufolge macht sich der Schaum aus der Flasche gar nicht so schlecht – er reiche aber natürlich nicht ans frische Ei heran. Das Anwendungsfeld des Egg White Sirup konzentriert sich eher auf eine High Volume Bar und weniger auf das Wirkungsfeld eines “Mixologen”. Über die genaue Zusammensetzung hüllt Giffard den Nebel der Vermutungen. Die Entwicklung habe zwei Jahre gedauert und auf “natürliche” Weise soll die Flüssigkeit haltbar gemacht worden sein. “Natürlich” scheint ein dehnbarer Begriff. Aber wer sind wir, um aus der Distanz zu urteilen? Also wie so oft gilt auch hier: muss man wohl selbst probieren.

2) Gepflegtes Bier

Wir wissen, worauf Sie gewartet haben. Und Carlsberg anscheinend auch – der Bierkonzern bringt in Kollaboration mit dem Kosmetikunternehmen Urtegaarden eine Körperflegereihe für Männer (was Frauen nicht abhalten sollte, selbige bei Interesse auch einmal zu benutzen) auf den Markt: basierend auf Carlsberg Bier und frei nach dem Motto “Schöner mit Bier”.  Shampoo, Duschgel und Spülung umfasst die Reihe, und in jedem Produkt ist jeweils ein halber Liter Carlsberg enthalten. Dass Hopfen und Malz gut für Haut und Haar sind, dürfte so manchem bekannt sein. Das erklärt dann wohl auch, warum die Serie bereits ausverkauft ist. Wir empfehlen den Hardcore-Bier-Fans unter Ihnen, einen regelmäßigen Blick auf den Carlsberg-Shop zu werfen und zuzuschlagen, sobald die einschlägigen Produkte wieder zu haben sind. Carlsberg selbst gibt an, das Bier einer Gefriertrocknung zu unterziehen und für die Pflegeserie das entstandene Pulver mit “biologischen Inhaltsstoffen” zu mischen. Wie es riecht, wissen wir leider nicht. Wir hoffen allerdings, dass man nicht mit Kneipenduft im Haar aus der Dusche steigt.

3) Gesunkene Export-Zahlen

Spirits Business berichtet, dass die Exportzahlen von US-amerikanischen Whiskey im ersten Quartal 2015 um satte 9,1 % gesunken sind. Das ist eine große Zahl und kommt recht überraschend, da sich die Exprotzahlen in den letzten Jahren in konstantem Aufschwung befanden. Aber – ist wirklich jeder Whiskey in den fallenden Exportzahlen eingeschlossen? Nein, die unscheinbare Unterkategorie “Other”, in der sich zum Beispiel Whiskey-Liköre tummeln, ist ein wahrer Exportschlager.Ganz ähnlich wie der Brandy, der auf beeindruckende 64 % Wachstum zurückblicken kann. Wir werden sehen, wie sich das im Rest des Jahres enwtickelt, für Sie behalten wir die Augen auf den Zahlen.

4) Eingeschenkt in Köln

Ja, bis zum November ist noch ein bisschen hin. Und nein, niemand will im Frühsommer schon über den ersten Wintermonat sprechen. Wir tun’s trotzdem, denn wie wir erfahren haben, findet in Köln am 2. und 3. November die zweite Eingeschenkt-Fachmesse statt. Die zweite? In München, wo die Veranstaltung bereits seit einigen Jahren wenn auch mit Unterbrechungen stattfindet, stieß die Fachmesse bereits Ende April dieses Jahres bei 1700 Besuchern auf großen öffentlichen Anklang.  Warum also keine zweite in diesem Jahr: die eigentliche Messe findet nur am 2. Novenmber statt, und zwar im Kölner Dock.One. 100 Aussteller aus dem Bereich “Trend- und Szenegastronomie” präsentieren sich auf 1900 Quadratmetern. Das Motto soll lauten: Innovation trifft auf Tradition! Am Abend zuvor kommt ein ausgewählter Teilnehmerkreis im Kölner Harbour Club zur Ausgeschenkt-Veranstaltung zusammen, um sich auszutauschen und kennen zu lernen. Tickets sind noch nicht zu haben, aber man kann sich das Event ja schonmal in den Kalender eintragen. Wir halten Sie am Laufenden über die Entwicklungen!

5) Abgefüllte Himbeere

In Österreich heißen alkoholfreie Erfrischungsgetränke “Jugendgetränke”. Ganz vorne mit dabei ist zum Beispiel das klassische Himbeer-Wasser, erfrischend, alkoholfrei, man kann sich einbilden es sei auch ein bisschen gesund – Frucht und so –  sprich neben der “Jugend” auch optimal für die Sporttreibenden. Genauer: die Skifahrer, daher auch der geflügelte Name Skiwasser für die Himbeermischung. Alles in allem prädestiniert, vorgemischt auf den Markt zu kommen. So oder ähnlich dachte man sich das auch in Innsbruck und jetzt kommt das “Skiwater” abgefüllt in Flaschen in die Kühlregale. Bergquellwasser, Himbeersaft, Limette und Fruchtzucker sind in der Mischung und sollen von jetzt an der Sportler Herzen erfreuen.

6) Beck’s verklagt

Und noch einmal reden wir über Bier in dieser Inventur. Erinnern Sie sich an den Vorfall vor mehreren Jahren in den USA? Mc Donald’s wurde verklagt, weil auf den Kaffeebechern nicht “Vorsicht, heiß!” stand um die Konsumenten vor eventuellen Verbrennungen bei Verschütten zu warnen. Der Kläger gewann, und zwar mehrere Millionen von der Fastfood-Kette, als der Vorfall vor Gericht ging. Woher soll man auch wissen, dass der Kaffee heiß sein könnte.

Jetzt ist es wieder an der Zeit für einen Sachverhalt dieser Art, im Zentrum diesmal: Beck’s. Ein Kalifornier verklagt ABInbev, zu dem die Biermarke Beck’s gehört, wegen Irreführung der Konsumenten. Was wird getäuscht und macht den Biertrinker Francisco R. Marty derart wütend? Das in den USA verkaufte Beck’s wird seit 2012 auch in den USA gebraut und nicht in Deutschland, der Konzern lasse die Endverbraucher jedoch in dem Glauben, es sei immer noch so. Etwa mit Audrücken wie: “German Quality”. Diese Enthüllung, dass das Bier aus Frische-Gründen gar nicht mehr in Bremen gebraut und nicht mehr wochenlang verschifft werde, muss derart schockierend für Herrn Marty gewesen sein, dass er nun ABInbev wegen Irreführung vor Gericht zerrt. Der Großkonzern selbst zeigt sich unbeeindruckt, aber das amerikanische Rechtssystem arbeitet anders als das europäische, wie wir aus der Kaffee-Geschichte gelernt haben. Daher wird sich zeigen müssen, wie der Fall ausgeht. Die Anhörung findet im Oktober statt, aber schon jetzt muss ABInbev aufgrund eines juristischen Vergleiches zahlen: Jeder Beck’s-Trinker in den USA kann seine Flasche mit Kassenzettel zurückgeben und bekommt dafür eine Entschädigung von 10 Cent. Wir bleiben dran!

7) Gefeierter Freiburger

Vergangene Woche fand in der Fragrances Bar im Berliner Ritz-Carlton die Made in GSA Competition 2015 statt. Der Fokus lag, wie auch in den letzten zwei Jahren, auf Produkten aus dem Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die zwölf Finalisten von Basel bis Berlin traten mit ihren Cocktail-Kreationen an. MIXOLOGY war natürlich live dabei und der Gewinner aus Freiburg darf sich über eine Europa-Bar-Rundreise in Begleitung eines MIXOLOGY-Redakteuers freuen. Der Cocktail, der mit einer Kuhglocke den ersten Platz machte, die illustre Jury und alles Drumherum lässt sich online bei uns erlesen. Chin Chin!

Comments (1)

  • Teacher

    Definieren Sie bitte den Begriff „ High Volume Bar“

    Danke

    reply

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