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Inventur am 28. September 2014

Bier und Spirituosen in Bochum (diesmal wirklich), die Heimkehr des Tullamore D.E.W., Milk & Honey zieht um und von Laphroaig gibt’s auch was Neues.
Die Zeit rennt dahin und wir nähern uns dem Bar Convent Berlin 2014 in Windeseile. Um uns einzustimmen, haben wir uns einmal mehr einen Zusammenschnitt des letzten Jahres angesehen. Jim Meehan fasst den Zauber der Messe wunderschön zusammen, wenn er sagt: “Wir kennen einander zwar über Emails und via Interviews, aber nichts kommt dem gleich, sich zu sehen, einander zu umarmen und einfach mal direkt nachzufragen, wie es so geht. ” In diesem Sinne: Cheers! Auf die Vorfreude. Dazu das Spannendste aus der vergangenen Woche.
1) Born in 1991
Ab November bringt die Laphroaig Destillerie einen Single Malt heraus, der nur in Deutschland erhältlich sein wird. Der Vintage 1991 ist ein limitierter Single Malt, der 23 Jahre in Sherry- und Refill Hogshead-Fässern lagerte. Im Reifeprozess bekommt der Vintage 1991 rauchige Torfnoten mit Aromen von Karamell und Toffee. Das Ergebnis ist ein Whisky mit intensiven Noten von Nelke und Muskat, sowie einem langanhaltenden würzigen, fast pfeffrigen Finish.
Mit einem Tropfen Wasser verfeinert wird das Laphroaig-typische Meersalzaroma betont. Der Malt kommt mit 52,6% Vol. auf den Markt und ist ausschließlich in Deutschland im Einzelhandel und Whisky-Fachgeschäften für 280 € erhältlich. Diese limitierte Ausgabe ist der Anfang einer Serie von weiteren limitierten Editionen, die 2015 folgen sollen. Dann mal das Konto geplündert und in ein Sammlerobjekt investiert. Whisky statt Immobilien.
2) Für, von und mit Bartendern
Mit Wettbewerben über Gastschichten hier und da, über Schulungen, ist der Bartender von heute doch eine recht vielbeschäftige Gattung. Wie auch ein Spitzensportler – je nach Sportart, klar – muss er dabei stets sein persönliches Arbeitsgerät bei sich haben. Nachdem das professionelle Equipment einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand mit sich bringt, benötigt eben jenes eine mindestens gleichwertig sichere Transportmöglichkeit. Kurz: wertvoll gehört verpackt.
Und genau das ist der Punkt, an dem zwei erfahrene Bartender aus Steattle ansetzten und den B-Bag entwickelten. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter gingen sie gerade in ihre erste Finanzierungsrunde. Der B-Bag verpackt alles, was der professionelle Bartender von heute für einen schnellen Einsatz benötigt. Die Idee gründet auf jahrelanger Verzweiflung an semi-professionellen Bartender-Koffern, die bis dahin am Markt waren und jetzt wollen sie das noch frischen Feld aufmischen. In der Tasche lässt sich von Shaker, über Jigger, Löffel, Flaschen und Rührgläser von groß bis klein, alles unterbringen.
Dabei dient der B-Bag vor allem dem sicheren Transport und platziert jedes Arbeitsgerät in ein dafür vorgesehenes Fach. Auf ihrer Kickstarter-Seite erklären die Jungs aus Amerika ihr Design. Preis für Early Birds: 299$ exklusive Versand. Das Projekt läuft noch 17 Tage.
3) Tullamore D.E.W. zurück in Tullamore
Tullamore D.E.W. feierte vor Kurzem die Eröffnung seiner neuen Destillerie in seiner Heimatstadt Tullamore in den irischen Midlands. Mit dem 35 Millionen Euro Projekt will sich auch Tullamore den aufkommenden Irish Whisky Markt nicht entgehen lassen. Nachdem 1954 die originale Destillerie ihr letztes Fass hervorbrachte, präsentiert man sich in Zukunft mit neuer Technologie  im alten Gewand. Für die Replikas der alten Destillen standen die 185 Jahre alten Vorfahren Motiv. Bei der Eröffnung waren mehrere hundert Gäste zugegen, unter anderem der irische Staatsminister Simon Coveney T.D.
Anlässlich der Eröffnung stellte Tullamore D.E.W. die limitierte Auflage der 2014er Flaschen des Tullamore D.E.W. Celebratory Phoenix Single Batch vor. Die Tullamore Destillerie verfügt über vier kupferne Brennblasen, deren Design an die Original-Stills der alten Destillerie erinnern soll. Zudem verfügt sie über sechs Bier-Fermenter mit einer Kapazität von je 34.000 Litern und eine Lagerstätte für 100.000 Fässer. Die Tullamore Destillerie bezieht ihr Wasser aus den nahegelegenen Slieve Bloom Mountains und ist für die Produktion von jährlich 1,5 Millionen cases Tullamore D.E.W. ausgelegt.
4) Absatz im Scotch Whisky Markt sinkt, trotz hoher Investitionen
Für Scotch Whisky Produzenten könnten ab 2014 schwere Zeiten anbrechen. Die Erwartungen der Produzenten lagen deutlich höher wie sich zeigte, denn es flossen Milliarden für Investitionen für höhere Produktionsmengen. Das Augenmerk lag besonders auf dem asiatischen Markt, denn dort erwarteten die Produzenten ein Hoch und gesteigerten Bedarf an Scotch Whisky. Laut der Scotch Whisky Association, lag die Investitionssumme in den letzten Jahre bei etwa zwei Milliarden Dollar.
Warum wurden die Erwartungen enttäuscht? Im chinesischem Raum soll dafür laut Scotch Whisky Association (SWA) etwas Klingendes wie die “Anti-Extravaganz Politik”  der Grund sein. Diese wirke sich besonders auf Luxusgüter aus.
Singapur gilt derzeit als das Tor zum asiatischen Markt und weist paradoxerweise zeitgleich die stärksten Verkaufsrückgänge im Bereich Scotch Whisky auf. David Frost, CEO der SWA, beteuert trotzdem seine Zuversicht in ein kontinuierliches Wachstum nach einer Stabilisierung der Märkte. Mit ähnlicher – man möchte sagen unerschütterlicher – Zuversichtlich sieht er auch den Zukunftsmärkten im afrikanischen Raum entgegen.  Nachdem der Sektor immerhin 85% der Nahrungsmittelexporte ausmacht, wird die Regierung sich stärker für einen barrierefreien Export in diese genannten Zukunftsmärkte einsetzen.

5) Das Milk & Honey zieht um, mal wieder
Gezwungenermaßen schließt und öffnet das traditionsreiche Bar Milk & Honey erneut seine Pforten. Nachdem man dem Mietvertraginhaber Sasha Petraske keine Wahl lässt, wie in einer öffentlichen E-Mail zu lesen, ist der letzte Tag Ende Oktober.
Mit der neuen Bar will Sasha wieder zurück an die Anfänge der erfolgreichen Craft-Cocktail-Bar, die ihren Ursprung im Stadtteil Lower East Side hat. Auf der Suche nach einer  neuen Bleibe will sich der Besitzer auch wieder der ursprünglichen Größe nähern. Am Ende bleibt nur die Überraschung über den vorzeitig gekündigten Mietvertrag des aktuellen Objekts, so wollte das Milk & Honey doch vorerst für  einige Jahre sesshaft werden. Die Klausel, die ihn da quasi zwangsläufig auf Immobiliensuche schickt besagt, dass im Falle eines Verkaufs des Gebäudes auch der Mietvertrag aufgelöst werden kann.
Angedacht ist für den  Januar des nächsten Jahres der Stadtteil Downtown als neuer Place to Be.
6) Auf Augenhöhe mit dem Gast
Den Großen wie den Kleinen in der Gastronomie ist es enorm wichtig, am Point of Sale vertreten zu sein. Der POS kann dabei alles sein: das Rückbuffet, die Haupt- oder Nebenbar, der Kamin oder sogar ein komplettes Hotelzimmer kann zu Werbemaßnahmen herangezogen werden. Und das lassen sich die Getränkehersteller auch einiges kosten. Dabei muss der Hersteller in erster Linie nicht etwa den Käufer von seinem Produkt überzeugen, sondern den Verkäufer. Werbekostenzuschuss ist kein Zauberwort in der Gastronomie. Eher ein alltäglicher Begleiter.
In jeder größeren oder kleineren Bar sieht man auf den ersten, spätestens aber zweiten Blick, die Brands der Hersteller. Ob Bier, Spirituosen oder Softgetränk, alles wird durch werbewirksam positionierte Botschaften beworben. Den Lohn erhält der Gastronom hierbei in Form von Rückvergütung auf verkaufte Ware. Das heißt, pro verkaufte Einheit erhält der Gastronom Betrag “x” auf seinKonto gutgeschrieben.
Doch Vorsicht, auch hier sind Testkäufer unterwegs, welche überprüfen, ob der beworbene Artikel auch wirklich verkauft wird. Falls nicht, wird so ein Getränkeproduzent auch gerne mal zornig und schmeißt mit heftigen Klagen um sich.
7) Whisky in Graz
Auch ohne die Wiener Whiskymesse (2015 wie immer im Arcotel Wimberger) müssen Freunde des „Lebenswassers“ nicht darben. „Dr. Bottle“, hinter dem der Grazer Getränkehändler Bernd Brünner steht, lädt zur “Rum&Whisky”-Messe in den Messecongress Graz. Das Programm von 24.-25. Oktober kann sich durchaus sehen lassen:
Von den Einsteiger-Whiskys bis zu den Potstill-Abfüllungen von Mario Prinz, Torfmonster Octomore oder den Highland Park-Assen Loki und Thor ist einiges dabei, auch japanische Whiskys aus dem neuen Suntory-Beam-Vertrieb wird es zu kosten geben. Lokalmatadorin Brigitte Weutz wird mit Austro-Malts dagegen halten. Wen das alles mitnimmt, den empfängt die Zigarrenlounge. Oder er steigt auf Rum um.
8) Bochum feiert Bier und Spirituosen
An den Tagen vom 17. bis zum 19. Oktober findet in Bochum die Schwesterveranstaltung zur Finest Spirits in München zum ersten Mal statt – die Spirits & Beer Convention. Sie verbindet die Themen Bier und Spirituose. In der Jahrhunderthalle präsentieren Newcomer in der Branche und bereits bekannte Produzenten den Besuchern ihre Neuheiten, Klassiker und Sondereditionen. Die Öffnungszeiten sind wie folgt:
Freitag, 17. Oktober 2014, von 16 bis 23 Uhr
Samstag, 18. Oktober, von 14 bis 22 Uhr
Sonntag, 19. Oktober, 13 bis 19 Uhr
Ein Tagestikett kostet 20 €. Hier sind im Eintrittspreis 4 Verkostungs-Coupons und ein Nosing-Glas enthalten.
 

Credits

Foto: Herrenrunde via Shutterstock

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