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Inventur | Mixology — Magazin für Barkultur

Inventur am 29. März 2020 – Pernod Ricard übernimmt Monkey 47 vollständig & Corona dominiert weiter

Willkommen zu unserem letzten Nachrichtenüberblick im März, willkommen in der Sommerzeit. Es sind eigenartige Tage: Noch vor wenigen Wochen war das Thema „Coronavirus“ irgendwie präsent, aber es war abstrakt, zu weit entfernt, auch als die ersten Krankheitsfälle näher an uns heranrückten. Nun, ein paar Wochen später, gibt es eigentlich kein anderes Thema mehr. Die Welt, sie hat vielleicht zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten, wirklich eine Sache, mit der sie gemeinsam beschäftigt ist.

Umso interessanter war für unsere Redaktion die Sichtung der News aus der hinter uns liegenden Woche: Denn war es letzten Sonntag noch schlicht der Fall, dass sich tatsächlich keine Branchenmeldung finden ließ, die nicht corona-assoziiert war, gab es diesmal – wenn auch wenige – wieder „normale“ Nachrichten. Und das, obwohl die Lage sich seit letzter Woche aus globaler Sicht noch einmal verschärft hat. Daran sehen wir: Die Menschen sehnen sich in diesen seltsamen Zeiten so gut wie möglich nach der Beibehaltung der täglichen Routinen, nach einer Spur Normalität. Dazu gehört eben auch mal eine vereinzelte Nachrichtenmeldung, die nichts mit Covid-19 zu schaffen hat. Das heißt ja nicht, dass man sich des Ernstes der Lage nicht bewusst ist.

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Pernod Ricard übernimmt Monkey 47 zur Gänze

Gut vier Jahre ist es mittlerweile her, dass der französische Pernod Ricard-Konzern den Mehrheitsanteil an Monkey 47 übernommen hat. Damals war die Meldung, der zweitgrößte Spirituosenkonzern der Welt habe sich den Hauptteil des vielleicht wichtigsten „New Western Gin“ gesichert, ein echter Paukenschlag und so etwas wie die Nachricht des Jahres.

Nun wurde diese Liaison diskret vertieft, denn wie The Spirits Business mit einem Kurzbeitrag berichtet, haben Monkey-47-Gründer Alexander Stein und die Geschäftsführung von Pernod nun den Verkauf der restlichen Anteile vollzogen. Damit gehört der „Black Forest Dry Gin“ jetzt vollständig zu Pernod Ricard.

Spirituosenfirmen steuern Millionen Liter Reinalkohol bei

Pernod Ricard gehört in den aktuellen Tagen selbstverständlich auch zu den größten Spendern von Industriealkohol, der für Herstellung von Desinfektionsmittel für Krankenhäuser und Pflegeheime benötigt wird.

Mittlerweile haben fast alle großen Produzenten ihre Anlagen komplett oder teilweise umgestellt. Analog zu Pernod kündigte etwa der Diageo-Konzern, weltweite Nummer eins im Spirituosensektor, an, rund 2 Millionen Liter Alkohol spenden zu wollen. Bacardi wiederum hat inzwischen acht Standorte für die Produktion medizinischen Alkohols in Diensten – das Familienunternehmen mit der Fledermaus gibt seine Erzeugnisse allerdings laut Branchendienst nicht umsonst, sondern zum Selbstkostenpreis weiter.

Der große Guide zum Einfrieren

Notgedrungen ist das Einfrieren von Lebensmitteln und auch Getränken ja ein brandaktuelles Thema. Immer mehr Privathaushalte beginnen mit einer Bevorratung an Lebensmitteln; aber auch für Gastronomen, die im Zuge der Schließungsanordnungen so viel Frischware wie möglich konservieren möchten, drängt sich das Thema auf.

In ihrem charmanten Überblick für die New York Times widmet sich Food-Autorin Melissa Clark genau diesem Thema: Wie friere ich was am besten ein und das mit möglichst geringem Qualitätsverlust. Das ist keinesfalls die Neu-Erfindung des Frostens, aber dennoch mit der einen oder anderen nützlichen, kleinen Zusatzinfo versehen.

New Orleans: Wo die Bars besonders hart fallen

Allmählich zeigt sich, dass die US-Regierung das Coronavirus offenbar lange unterschätzt hat: Am Donnerstag stieg die Zahl der Infizierten so stark an, dass die Vereinigten Staaten nun das Land mit den meisten Covid-19-Patienten weltweit sind. Sogar mehr als in China, und das mit – verglichen zu China – nur knapp einem Viertel an Einwohnern.

Nachdem zuvor die Grenzen nach Europa dichtgemacht worden war, treffen die Vorsichtsmaßnahmen nun auch die Gastronomie hart, ganz besonders am Bartender-Sehnsuchtsort New Orleans: Das Cocktail-Mekka, in den letzten Jahren ohnehin schon arg gebeutelt durch „Katrina“ und andere Unbilden, lebt wie keine andere US-Großstadt von Tourismus und Gastronomie – rund ein Viertel der Einwohner arbeitet in diesem Bereich.

Dass dort nun seit 16. März alle Bars geschlossen sind und auch kein Liefer- oder Mitnahmegeschäft anbieten dürfen, ist ein Tiefschlag für die Bars in der Heimat von Sazerac, Ramos Gin Fizz, Grasshopper und Hurricance Cocktail. Und ob die „Tales Of The Cocktail“ im Sommer stattfinden können, wird lieber gar nicht angesprochen. Leslie Pariseau gibt für Punch einen Einblick.

Credits

Foto: Shutterstock

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