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Inventur am 31. Januar 2016

Auf eine letzte Runde im Januar! Monkey 47 hat ein neues Herrchen. Außerdem fragen wir uns, wie man Vodka an Millenials verkauft und was der beliebteste Champagner des Jahres 2015 war. Willkommen zurück!

Es geht um die Wurst. Und um das Bier. Beides gemeinsam findet am 7. Februar 2016 eine Bühne in der Berliner Markthalle 9, denn da stellen Produzenten aus Berlin, Brandenburg und Europa ihre handwerklich hergestellten Produkte vor. Zu probieren gibt es die Wurst in all ihren Facetten, das Bier kommt von Brauern wie der Vagabund Brauerei, von Buddelship und von Brlo. Hier gibt es die Details zu der Veranstaltung. Jetzt gehen wir über zur Inventur, die in dieser Woche etwas knapper ausfällt, da die Wogen der flüssigen Industrie wohl nicht besonders hoch schlugen.

1) Absolut Elyx in München: der Royale Cocktailwettbewerb

Das Leonardo Royal Hotel Munich begeht auch in diesem Jahr die Tradition des jährlichen Cocktailwettbewerbs, dessen Finale bereits die letzten Jahre in dem Münchner Hotel stattfand. In den letzten Runden standen zunächst der Champagner, dann Rum und zuletzte Cognac im Mittelpunkt der Competition. Jetzt geht es auf ein Neues, und 2016 soll es sich um den Vodka drehen. Genauer: um Absolut Elyx. Zusammen mit Pernod Ricard ruft das Münchner Hotel professionelle und kreative Bartender dazu auf, sich mit einer Cocktailrezeptur bis zum 19. Februar 2016 für das Finale des Wettbewers zu bewerben. Am 14. März 2016 findet dann die Competition in der „Leo90 Lounge“ des Leonardo Hotels in München statt.

Zu gewinnen gibt es für den Erstplatzierten eine Reise in die Heimat von Absolut Vodka, das schwedische Ahus. Der Zweitplatzierte darf sich über zwei Nächte in einem Leonardo Royal Hotel seiner Wahl freuen, und der Drittplatzierte nimmt immerhin noch eine 1,5-Liter Flasche Absolut Elyx mit nach Hause. Mehr rund um den Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen gibt es hier.

2) World’s 50 Best Bars: Die Klassenbesten

Die Kollegen von World’s 50 Best Bars haben ihren jährlichen Produkt-Report veröffentlicht. Der besteht aus zwei Rankings: Einerseits geht es um die jeweils 10 in Bars am meisten verkauften Produkte in verschiedenen Kategorien, wie etwa Champagner, Tequila und Tonics. W50BB kommt nach eigenen Angaben auf diese Zahlen, indem Head Bartender und Barbesitzer aus einem Pool von insgesamt 250 Top-Bars rund um die Welt befragt werden, was die meistverkauften Produkte des vergangenen Jahres waren. Von den befragten Bartendern der jeweiligen Bars haben ganze 100 einen komplett ausgefüllten Fragebogen wieder zurückgesendet – die Basis für diese Top Listen.

Die zweite Top-Liste beschäftigt sich mit den „Top Trending“-Produkten. Und jetzt wird es schwammig, denn das sind die Produkte, “nach denen am meisten gefragt wurde” – was sich natürlich wesentlich uneindeutiger feststellen lässt als die kalten, harten Zahlen verkaufter Flaschen. Hier zählt es, ob eine Marke unter den Trending-Themen bei Twitter war, und es geht um die Angaben von Bartendern, wonach ihre Gäste im vergangenen Jahre gefragt haben. Die Liste ist also eher mit Vorsicht zu genießen. Werfen wir einen Blick: beim Champagner räumt Moët & Chandon als meistverkaufter ab, bei den Tonics Fever Tree und in Sachen Gin findet sich der alte W50BB-Platzhirsch Tanqueray auf Platz eins. Drinks International, das Dach-Organ der World’s 50 Best Bars, versammelt sämtliche Ergebnisse.

3) Keeping it „Craft“

Das Bloomberg Magazin hat sich vergangene Woche mit den fallenden Verkaufszahlen verschiedener Vodkamarken auseinander gesetzt. Die „Millenial“-Generation scheint das Interesse an an den großen Vodkamarken verloren zu haben, einzig Absolut Vodka kann auf steigende Zahlen blicken. Warum das? Es geht um die Authentizität. Absolut wird ausschließlich in Ahus hergestellt und kann den Begriff “Craft” insgesamt deutlich glaubwürdiger als die Konkurrenz vermarkten, wie es in dem Artikel heißt. Die unübersichtliche Herkunftsgeschichte etwa von Smirnoff Vodka hingegen, der sowohl in Indien als auch in Europa hergestellt wird, scheint eher uninteressant zu wirken, wenn es um die Kaufentscheidung bei den jüngeren amerikanischen Trinkern geht. Ein lesenswerter Bericht mit Ideen für die Zukunft, wie es weitergehen wird und warum das Wort “Craft” Gold wert zu sein scheint.

4) Das Erbe des Sasha Petraske

Und schon ist es knapp ein halbes Jahr her, seit der erst 42-jährige Bartender und Unternehmer Sasha Petraske im August 2015 völlig unerwartet in seiner Teilzeit-Heimat New York verstorben ist. Damals überschlugen sich die Kondolenzen in den Sozialen Medien: Petraske – um den es ansonsten relativ still geworden war – wurde als Initiator der eigentlichen Bar-Renaissance ausgerufen und gefeiert, und sogar eine weltweite Daiquiri-Stunde wurde zum Gedenken an den eigenbrötlerischen Entrepreneur abgehalten, der mit seiner Bar Milk & Honey freilich einen Meilenstein zur Entwicklung der globalen Barkultur beigetragen hatte.

Dennoch blieb ein fader Beigeschmack in all dem Jubel, der sich überall nur wie kopiert und nicht durchdacht las. Umso schöner und spannender ist es daher, dass sich nun – eben mit der Distanz einiger Monate – Anfang Januar einige führende Akteure der US-Barszene und Wegbegleiter des Verstorbenen in New York zu einem ausgiebigen Gespräch über Petraske und sein Wirken getroffen haben, unter den Teilnehmern nicht nur US-Bar-Schwergewichte wie Simon Ford, Chad Solomon oder Eric Alperin, sondern auch Petraskes Witwe, die Journalistin Georgette Moger. Entstanden ist ein sensibler, respektvoller und vielseitiger Blick auf eine besondere Persönlichkeit, deren Arbeit bis heute das Selbstbild vieler Bars und Bartender mitbestimmt. Der Cocktail-Journalist und New York Times-Autor Robert Simonson hat das Gespräch für punchdrink.com transkribiert und festgehalten.

5) Ein Paukenschlag zum Schluss: Monkey 47 & Pernod Ricard

Kurz vor dem Wochenende kam die große Nachricht der Woche, aus deutscher Gin-Sicht vielleicht auch des Jahres: Pernod Ricard ist ab jetzt ein Mehrheitseigentümer beim Monkey 47 Schwarzwald Dry Gin. Am 28. Januar 2016 kam man in Berlin in Bezug auf die Details überein. Alexandre Ricard, der CEO des französischen Spirituosengiganten, David Haworth, Geschäftsführer der Deutschen Sparte von Pernod Ricard, und Monkey-Gründer Alexander Stein zeigen sich – wenig überraschend – äußerst erfreut über den Deal. Man wolle gemeinsam weltweit die Präsenz von Monkey 47 stärken. Einen Kommentar von MIXOLOGY-Chefredakteur Nils Wrage finden sie hier.

Credits

Foto: Zwei Männer via Shutterstock.

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