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Inventur

Inventur am 31. März 2024 – Tequila Matchmacker gestürmt & Ada Coleman Project lanciert

Heute ist Ostersonntag, aber das muss man natürlich kaum jemanden erklären. Landauf, landab liegen seit Wochen bunte Eier prominent am Verkaufstresen oder heute verborgen in Verstecken (und manchmal auch beides). Auch in der Bar geht es gerne bunt zu, und das natürlich auch in Gläsern. Denkt man an bunte Spirituosen, kommt zuallererst der grüne Kräuterlikör Chartreuse in den Sinn, eine der großen Bartender:innen-Lieblinge überhaupt. Und um diesen gibt es auch Neuigkeiten: Denn nachdem vor einem Jahr die Meldung die Runde machte, dass die Produktion des legendären Kartauser-Elixiers – entgegen aller kapitalistischen Regeln – runtergefahren würde und der Vertrieb nicht mehr bei Borco (das mittlerweile in Stock Spirits aufgegangen ist) liegt, haben sich die Zeichen verändert: Veritable bringt Chartreuse ab nun nach Deutschland – und wie wir bei einem Interview erfahren haben, sind das vor allem gute Neuigkeiten für Bars! Und somit springen wir rein in unsere wöchentliche Inventur.

Guide Michelin 2024: Erneuter Rekord gemeldet

Der wichtigste Termin der deutschen Spitzengastronomie liegt stets in der zweiten März-Hälfte, wenn die neue Ausgabe des Guide Michelin veröffentlicht wird und damit die begehrten Sterne verliehen werden. Dienstag dieser Woche war Showdown in Hamburg. Das wichtigste Statement des deutschen Guide: Mit insgesamt 340 „besternten“ Restaurants in Deutschland erreicht die hiesige Gastronomie abermals einen neuen Höchstwert.

Das größte Augenmerk fällt dabei natürlich auf die ganz hohe Oberklasse, wo es diesmal einen Neuzugang gibt: Das Restaurant Es.Senz aus dem bayerischen Grassau erklimmt den Olymp der Drei-Sterner, es ist damit das zehnte deutsche Restaurant, das die Höchstwertung erreicht. Bemerkenswert auch die Platzierung des Komu in München, das direkt nach seiner Eröffnung mit zwei Sternen ausgezeichnet wurde. Die komplette Liste, die natürlich in Fachkreisen auch dieses Jahr für wilde Diskussionen sorgt, findet sich hier.

„Ada Coleman Project“ will für mehr Diversität sorgen

Die Rufe nach mehr Diversität und Gender-Balance in der internationalen Barszene werden nicht leiser. Und das zurecht, noch immer ist die Branche in ihrer Breite und auch an der Spitze ihrer Prominenz überwiegend männlich geprägt. Zwar nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Jahren, aber eben immer noch. Das neu gegründete Netzwerk-Plattform The Ada Coleman Project möchte genau an dieser Stelle ansetzen. Das berichtete am Montag Hamish Smith, Chefredakteur des Class Magazine. Die von den beiden Unternehmerinnen Kaitlin Wilkes und Kristine Bocchino ins Leben gerufene Initiative versteht sich als Forum, das sich aktiv darum kümmern will, dass mehr weibliche Akteurinnen dort in Erscheinung treten, wo viel Aufmerksamkeit in der internationalen Szene entsteht, also etwa in den Jurys großer Competitions, bei Gastschichten oder in Podiumsdiskussionen der bekannten Bar-Shows. Benannt ist die Initiative nach Ada Coleman, der ersten weiblichen Headbartenderin der American Bar im Londoner Savoy Hotel, die den Posten von 1903 bis 1926 innehatte

Ist Hard Seltzer Bier oder kein Bier? Langer Rechtsstreit in den USA geht weiter

Eine epische gerichtliche Auseinandersetzung in den USA geht demnächst in ihr viertes Jahr. Seit Anfang 2021 nämlich streiten sich der weltgrößte Bierkonzern AB InBev und die amerikanische Firma Constellation Brands sozusagen darüber, was Bier ist – und was nicht. Nun gab ein US-Berufungsgericht der Sichtweise von Constellation recht und bestätigte damit ein Urteil aus dem letzten Jahr.
Der Hintergrund: Constellation hatte vor Jahren von AB Inbev die Herstellungs- und Vertriebslizenzen der beiden mexikanischen Biermarken „Corona“ und „Modelo“ für den US-Markt erhalten. Der geschlossene Vertrag gestattet es Constellation, unter den beiden geschützten Marken Bier in den Vereinigten Staaten zu produzieren und zu vermarkten. 2020 lancierte Constellation unter den beiden Brands jeweils eine Range an Hard Seltzers. Dagegen hatte AB Inbev geklagt, da es sich bei den Produkten nicht um Bier und somit eine Markenrechtsverletzung vorliege. Das sehen die Gerichte anders: Sie geben der Argumentation von Constellation recht, wonach es sich bei Hard Seltzer technisch gesehen um Bier handele. Die Kolleg:innen vom Magazin VinePair geben einen Überblick über den bisherigen Verlauf des kuriosen Streits, der sicherlich noch nicht am Ende angekommen ist.

Tequila Matchmaker von mexikanischen Behörden gestürmt

Wer sich ernsthaft mit Tequila auseinandersetzt, hat in den letzten Jahren von Tequila Matchmaker gehört. Die Plattform wurde vom Ehepaar Scarlet und Grover Sanschagrin gegründet und gilt heute als eine der wichtigsten Stimmen, die Transparenz und Qualität von Tequila bewertet, wobei vor allem ein Fokus auf Tequilas ohne Zusatzstoffe liegt. Und hier scheint auch der Grund für die Nachricht zu liegen, dass das Headquarter von Tequila Matchmaker von mexikanischen Behörden –  offenbar Beamte der nationalen Anti-Kidnapping-Koordination, der Generalstaatsanwaltschaft sowie des Tequila-Regulierungsrats Consejo Regulador del Tequila – gestürmt wurde. Diesem Bericht auf Tequila Raiders zufolge sogar mit einem Rammbock.

Als offizieller Grund wurde angegeben, dass das Haus – in der Gemeinde als Casa Lotecito bekannt – als “gepanschte Tequila-Fabrik” genutzt wurde. Wir wollen uns nicht in Spekulation ergeben, aber es hat doch den Anschein, als gehe es zu einem gewichtigen Teil darum, dass die Plattform im Vorjahr als „Addidive Free-Alliance“ einen Sticker herausgegeben hat, der als eine Art Gütesiegel für Tequilas ohne Zusatzstoffe funktioniert – ein Vorgehen, das beim mächtigen Consejo Regulador del Tequila (CRT) auf wenig Gegenliebe stößt, zumal dieser laut Bericht offenbar selbst eine Verifikation dieser Art lancieren will. Weder auf der Website noch auf dem Instagram-Account von Tequila Matchmaker ist bislang etwas zu den Ereignissen zu finden.

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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