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Inventur 11. August 2019

Inventur am 5. April 2020 – Damien Guichard wird BCB-Markenbotschafter & Lillebräu aus Kiel mit Hilfsbier

Noch ziemlich exakt ein halbes Jahr dauert es, dann geht in Berlin, so momentan der Plan, der nächste Bar Convent Berlin über die Bühne – erstmals auf dem Berliner Messegelände. Und erstmals bekommt die weltweite Leitmesse für die Bar- und Spirituosenbranche jetzt auch einen Markenbotschafter: Damien Guichard, Barchef im Truffle Pig und als Moderator der MIXOLOGY Bar Awards 2020 auch unserem Team ein guter Vertrauter, ist ab sofort das Gesicht des BCB.

„Für uns Berliner Bartender ist der BCB in der eigenen Stadt etwas ganz Besonderes. Die Messe verbindet uns mit unseren Kollegen und Brands auf der ganzen Welt, daher freue ich mich umso mehr dieser Veranstaltung mein Gesicht zu geben“, so der Franzose, der die hauptstädtische Szene seit 2012 mitprägt. Da es bis Oktober aber noch ein wenig dauert, schauen wir gewohnt auf die News der Woche. Natürlich auch diesmal wieder sehr coronadominiert.

Lille Bräu startet mit „Kiel hilft Kiel“ ein tolles Hilfsprojekt

Max Kühl und Florian Scheske gehören mit ihrer noch vergleichsweise jungen Brauerei „Lillebräu“ zu jenen vielen gefährdeten Brauern, denen die Corona-Krise nun zu schaffen macht: Einen erheblichen Teil ihres Ausstoßes generieren die beiden über die Gastronomie, die bereits seit Wochen geschlossen ist.

Statt sich zu verkriechen, haben die beiden Gründer lieber eine Initiative gestartet, die sowohl der Brauerei zugute kommt, aber auch den vielen Kieler Gastronomen, die normalerweise Lille-Bier ausschenken: Unter dem Motto „Kiel hilft Kiel“ wurde ein Zwickel gebraut, das vorbestellt werden konnte und dessen Erlöse nicht nur der Brauerei, sondern auch allen Partner-Gastronomen zufließen. „Klar, das sind keine riesigen Beträge für den einzelnen Laden, aber gerade zählt ja jeder Euro“, so Kühl gegenüber MIXOLOGY. Mit der ersten Charge, die innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, wurden € 10.000 generiert, die nächsten Sude werden so schnell wie möglich gebraut. Ein tolles, symbiotisches Modell, das schnell an vielen anderen Orten Schule machen könnte – und sollte!

Wie die Corona-Krise die Gastronomie verändern könnte

Ob es eine Traumwelt ist, die Wolfgang Fassbender für die NZZ zeichnet? Oder eher eine Wunschvorstellung? Vielleicht ist es auch einfach noch zu früh für eine solche tiefgreifende Schau in die Zukunft, wie der Gastrokritiker es diese Woche getan hat.

Dennoch sind viele seiner Punkte reizvoll und nachvollziehbar. Denn der Autor reflektiert, inwiefern die jetzigen Anforderungen im Zuge der Corona-Krise eventuell auch langfristige, positive Auswirkungen auf das Gastgewerbe haben könnten. Dabei geht es nicht einfach nur darum, dass vielleicht ein paar Restaurants ihre Lieferdienste beibehalten. Sondern Fassbender spricht interessante Bereiche an: Regen uns die jetzt geschlossenen Grenzen vielleicht zum Nachdenken über negative Aspekte der Globalisierung an? Warum sind Karotten plötzlich teurer? Müssen fünf Sorten Fisch vorrätig sein? Aber auch ganz schlicht: Die Gäste werden einen neuen Blick entwickeln müssen! Eine schöne Glosse, die spannende Gedanken in sich trägt.

Coronavirus fordert auch die Brauereien heraus

Wie hart Covid-19 die deutsche Wirtschaft trifft, hat diese Woche auch der Deutsche Brauer-Bund bekanntgegeben: Laut dem Dachverband der hiesigen Bierindustrie rechnen knapp 90% aller Mitgliedsunternehmen mit der Einführung von Kurzarbeit, nahezu ein Fünftel geht davon aus, Personal entlassen zu müssen.

Die Gründe und Herausforderungen sind vielfältig: Mit China und Italien sind rasch zwei sehr große Exportmärkte weggebrochen, hinzu kommt natürlich die Schließung der heimischen Gastronomien mit drastischen Absatzrückgängen. Da wirken die ca. 4% Minus, die bislang im Einzelhandel verzeichnet werden, beinahe wie Peanuts. Aufgrund der vielen geschlossenen Betriebe und Hortungen werden außerdem Engpässe beim Leergut befürchtet. Und mit der Fußball-Europameisterschaft fällt ein Mega-Event weg, mit dem Brauer und Gastwirte alle zwei Jahre planen. Insgesamt also eher verhaltene Aussichten im Land des Reinheitsgebotes.

Der #Quarantini und seine tausend Gesichter

Es ging damit los, dass Menschen auf Instagram Fotos von Martinis posteten, die sie allein bei sich zuhause anstatt in einer Bar tranken. Der Hashtag dazu war schnell gefunden: #Quarantini als sogenanntes Kofferwort aus „Quarantine“ und „Martini“. Seit auch in den USA Ausgangsbeschränkungen aktiv sind und die Menschen immer mehr daheim Drinks nehmen, ist daraus ein wahres Lauffeuer geworden:

Innerhalb von rund drei Wochen gab es mehr als 25.000 Posts, die den Hashtag verwenden. Dabei geht es freilich längst nicht mehr nur um den Martini Cocktail, sondern um mehr oder weniger jeden Drink, den man sich zuhause selbst mixt und genehmigt. Das zeigen auch die Kollegen vom Punch Magazine mit ihrem launischen Überblick: Der Quarantini ist immer genau das, was Sie sich gerade wünschen. Und so ein wenig sprachliches Zusammengehörigkeitsgefühl ist ja in still und leise daheim verlebten Tagen nicht das Schlechteste.

Credits

Foto: katalinks/Shutterstock.com

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