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Inventur

Inventur am 6. Juni 2021 – Fawn Weaver und ihr American Whiskey von einer Woman of Color

Ein frohes erstes Juni-Wochenende! Wir müssen ganz selbstbezogen zugeben: Für uns war es eine tolle Woche. Denn am Dienstag, dem 1. Juni, endete die Bewerbungsphase für die neunte Made in GSA Competition, MIXOLOGYs eigener Cocktailwettbewerb mit einem Fokus auf heimische Produkte. Mit Freude und ein wenig Stolz dürfen wir verkünden, dass sich dieses Jahr sage und schreibe 124 Kandidatinnen und Kandidaten für das Finale am 15. September auf Schloss Elmau beworben haben – eine Bewerbung kam dabei sogar aus London! Wir sagen auch an dieser Stelle herzlichen Dank, sowohl an die vielen Teilnehmer als auch die unsere zahlreichen Partner, mit deren Unterstützung ein Event wie Made in GSA überhaupt erst möglich wird. In den kommenden Wochen sichtet und bewertet die dreiköpfige Jury alle Rezepte in anonymisierter Form und wählt die zehn Glücklichen, die ins Finale eingeladen werden. Schauen wir nun aber von der Heimat weg und lesen, was sich diese Woche so in der Welt von Bars und Spirituosen getan hat.

Fawn Weaver und die Veränderung des American Whiskey

Es ist eine besondere Geschichte, die das Punch Magazine diese Woche erzählt: Die Geschichte der erfolgreichen Schriftstellerin und Bestseller-Autorin Fawn Weaver und ihres Weges zum American Whiskey. Weaver, eine Woman of Color und politische Aktivistin, wurde vor einigen Jahren aufmerksam auf die Geschichte des ebenfalls schwarzen Nathan „Nearest“ Green – jenes Mannes also, der einst einem gewissen Weißen namens Jasper „Jack“ Daniel das Destillieren beigebracht haben soll und sein Leben lang ein enger Vertrauter des Unternehmers aus Tennessee blieb.

Gepackt von den Ergebnissen ihrer Recherchen, zog Weaver nach Tennessee um sich enger mit der Geschichte von Green und der lokalen Whiskeykultur auseinanderzusetzen – mit der Gründung von „Uncle Nearest“ als erster größerer American-Whiskey-Marke im Besitz einer weiblichen Person of Color als Folge. Der Artikel von Megan Lloyd erzählt, wie sich Uncle Nearest seither zu einem Modellunternehmen entwickelt hat, in dem eine diverse, komplett weibliche Belegschaft dazu beiträgt, das noch immer von Konservatismus geprägte Konstrukt American Whiskey weiter zu modernisieren. Unbedingt reinlesen!

London Cocktail Week erstmals mit Warm-Up im Juli

Der Schritt ist ein wichtiges Signal dafür, dass es um das Gastgewerbe in Großbritannien bereits wieder besser bestellt ist als z.B. in Deutschland: Die „London Cocktail Week“ bekommt dieses Jahr erstmals ein offizielles sommerliches Warm-Up, das teilten die Organisatoren Anfang dieser Woche mit. Vom 5. bis 11. Juli 2021 können Barflys, die vorab ein Teilnahme-Armband für 15 Pfund erwerben, in insgesamt 30 der bekanntesten Londoner Bars für je nur 7 Pfund pro ausgewähltem Cocktail auf ausgiebige Bartour gehen.

Die London Cocktail Week ist das größte derartige Festival der Welt. Das Main-Event findet im Oktober statt, diesmal (wie schon 2020) den gesamten Monat lang. Das Warm-up kommt 2021 neu hinzu. Zu den teilnehmenden Bars gehören u.a. Schwergewichte wie Oriole, Coupette, Callooh Callay, Swift, Happiness Forgets und Satan’s Whiskers. Wer vielleicht schon geimpft ist und für den Termin einen Trip nach London plant, findet hier weitere Infos und das Armband zum aktuellen Vorzugspreis.

Das historische, besondere Alkoholproblem der USA

Achtung, Überlänge: Ein echtes Highlight unserer Woche war ein Artikel der Journalistin Kate Julian für das berühmte amerikanische Magazin The Atlantic. In ihrem detailreich recherchierten, extrem umfangreichen Dossier zeichnet die Autorin ein Phänomen auf, das offenbar noch immer starke Relevanz besitzt, aber zu wenig Sichtbarkeit bekommt: Julian spricht das ur-amerikanische Alkoholproblem an.

Mit beeindruckender historischer Tiefe und starker Analyse stellt die Autorin den Weg der USA zu einer Nation dar, in der Alkohol von Beginn an eine andere Rolle eingenommen hat als im parallelen europäischen Kontext. Auch die soziale Funktion, die dem Alkohol früh zugeschrieben wurde, wird betrachtet, ebenso die Prohibition als schlüssige Konsequenz der Zeit davor. Ja, dafür muss man sich Zeit nehmen, denn das ist wirklich ein Brocken von Text. Aber es ist ja Sonntag. Also los!

Weltweite Alkoholverkäufe wieder im Aufwind

Erst kürzlich hatten wir an dieser Stelle darüber berichtet, dass die weltweiten Alkoholverkäufe im Jahr 2020, mutmaßlich primär aufgrund der Corona-Pandemie, um ca. 6% gesunken waren. Laut dem renommierten Marktanalyse-Institut IWSR wird dieser Knick in den kommenden Jahren aber wohl wieder wettgemacht.

Wie das IWSR in einer umfassenden Studie darlegt, werden sich die Verkäufe alkoholischer Produkte im Jahr 2021 mit einem Plus von rund 1,5% wieder nach oben bewegen, bis zur Jahresmitte 2022 wird dann mit einer Stabilisierung auf Prä-Covid-Niveau gerechnet. Das IWSR geht dabei auch auf einzelne Getränkegattungen und Spirituosenkategorien ein. Klar, viele kalte Zahlen und Daten – aber durchaus spannend.

Credits

Foto: Everett Collection – shutterstock.com

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