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Inventur

Inventur am 8. Januar 2023 – Brand in der Victoria Bar & Rückzug im Jigger & Spoon

Guten Tag, schon mittendrin im Dry January? Der „trockene Januar“, sprich der Januar ohne Alkoholkonsum, gewinnt Jahr für Jahr mehr an Gewicht für immer mehr Menschen. Manche verzichten auf gesundheitlichen Gründen auf Alkohol, manche aus moralischen, andere wiederum wollen sich mit dem Verzicht eine kleine Challenge auferlegen. Auch bei uns in der Redaktion wird der Dry January gepflegt, wenn auch nicht von allen. Matt Purple sieht zumindest keinen Grund, im Januar auf Alkohol zu verzichten, wie er in diesem kleinen, unterhaltsamen Text für den The Spectator schreibt. Er habe nichts gegen einen alkoholfreien Monat, aber warum müsse es ausgerechnet der kalte, dunkle Januar sein? Da hat er einen Punkt. Und somit steigen wir ein in unsere erste Inventur des neuen Jahres.

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Brand in der Victoria Bar in Berlin

Eine wahre Schocknachricht gab es noch vor Weihnachten in Berlin: In der bekannten Victoria Bar brach am 19. Dezember ein Feuer aus. 40 Löschkräfte waren laut Tageszeitung B.Z. vor Ort, um den Brand in Griff zu bekommen, der gegen 7 Uhr morgens ausgebrochen sein soll. Personenschaden ist nicht entstanden, der Schaden an der Bar allerdings ist immens und wird mehrere Monate Restaurationsarbeiten nach sich ziehen. Erst 2021 hatte die beliebte Bar in der Potsdamer Straße ihren 20. Geburtstag gefeiert (was wir mit einem ausführlichen Interview begleitet hatten), aber auch einen 22. Geburtstag wird es geben. Denn Stefan Weber, Beate Hindermann und Kerstin Ehmer geben sich kampfeslustig und haben auch ihren Humor nicht verloren. Über den Brand geben sie auf ihrer Homepage mit der Überschrift „Love is a burning thing“ Auskunft. Gute Vorzeichen. Wir wünschen alles Gute!

Eric Bergmann und Uwe Heine ziehen sich aus dem Jigger & Spoon zurück

Ein weiterer Paukenschlag, zum Glück aber ohne Feuer, kommt aus Stuttgart. Dort ziehen sich Eric Bergmann und sein Partner Uwe Heine aus dem gefeierten Jigger & Spoon zurück. Somit geht die sechsjährige Erfolgsgeschichte der beiden in ihrer beliebten Tresor-Bar im Keller, Gewinner von zahlreichen Preisen, zu Ende – oder zumindest in ein anderes Kapitel über. Laut eigener Aussage wird Eric Bergmann, der per 28.2. 2023 final ausscheidet, der Bar weiterhin mit Rat zur Seite stehen, aktiv aber nicht mehr in das Tagesgeschäft eingreifen und sich neuen Herausforderungen widmen, die jedoch nichts mit einer stationären Gastronomie zu tun haben. Die Bar-Geschicke im Jigger & Spoon werden in die Hände von Tobias Lindner und Tim Mayer gelegt, beides langjährige Mitarbeiter und in der Szene natürlich bestens bekannt.

Gibt es noch echte Whisky-Kritiker:innen?

Das ist alles nur gekauft? In einem scharfzüngigen Text für Master of Malt prangert Nicholas Morgan die vermeintliche Tatsache an, dass es so gut wie keinen unabhängigen Whisky-Journalismus mehr gäbe. Ein Essay darüber, dass durch die Pandemie allen Restaurants, Kinos und Theatern nur noch mit Wohlwollen begegnet würde, hätte ihn dazu veranlasst, darüber nachzudenken, ob es auch im Whisky-Business noch echte Kritiker:innen gäbe – oder ob nicht alle Journalist:innen, manche enger und manche weiter, mit der Industrie verbandelt seien.

Der Text besticht durch fachkundige Analyse, einen zügigen Verve und hohe Fachkenntnis, hat aber auch ein Damoklesschwert über sich schweben, wie manche Kommentare demonstrieren: seine eigene, langjährige Tätigkeit im Marketing, etwa für Diageo, sei genau für die Geburt jener Form des Whisky-Journalismus verantwortlich gewesen, die er nun verteufele. Oder wie es ein Leser formuliert: „Ist es möglich, mit dem, was der Autor sagt, einverstanden zu sein, aber auch wütend darüber zu sein, wer es sagt?“. Ein lesenswerter Text allemal.

Fünf Trends für 2023

Keine Inventur Anfang des Jahres ohne den berühmten Blick in die Kristallkugel: Was wird uns erwarten? Welche Trends werden das kommende Jahr bestimmen? Auch SevenFiftyDaily prognostiziert fünf Entwicklungen für 2023, die an Gewicht gewinnen werden. Zum einen werden sich alkoholfreie Destillate bzw. alkoholfreie Produkte weiter von ihren alkoholischen Ahnen emanzipieren, während Ready-to-Drink-Cocktails die Seltzer-Kategorie überholen werden – und das auch mit Premium-Bottled Cocktails im hochpreisigen Segment. Destillerien werden ihre Vor-Ort-Gastronomien ausbauen, um ihren Gästen einen ganzheitlichen Erlebnis- (und natürlich Verkaufs-)Ansatz bieten zu können, und Transparenz in allen Bereichen der Herstellung, ohnehin schon wichtig, wird noch wichtiger werden. Aber lesen Sie selbst!

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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