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Inventur

Inventur am 9. Dezember 2018

Wie üblich blicken wir auch an diesem Sonntag und vielleicht für viele freien Tag auf die Themen der Woche. Wir wünschen Ihnen allen an dieser Stelle einen Adventstag, an dem zweite Kerze am Kranz entzündet wird. Wer oder was sonst noch brennt, dem widmen wir uns im Folgenden. 

„Die Rigaer Straße ist nicht weit weg von uns, dort, wo manchmal ein Auto brennt …“, sagt Lutz Rau in einem Interview mit rbb-online, das der Booze Bar als „Leuchtturm der Cocktail-Kultur“ in der Boxhagener Straße in Friedrichshain einen Besuch abgestattet hat. Barflys, Connaisseurs sowie die unmittelbare und ferne Nachbarschaft schätzen die trinktechnische Kreativschmiede nach dem barkartefreien Motto „Sag‘ mir, was du willst, und ich gebe dir, was du brauchst“ schon längst. Nach einem verheerenden Brand musste die Booze Bar Monate lang von Grund auf renoviert werden und geschlossen bleiben. Das Team, das bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2015 zum „Barteam des Jahres“ gekürt worden ist, hat zusammengehalten. „Ich will, dass es wieder so wird wie früher“, hat Lutz Rau in einem Interview mit nomyblog vor zwei Jahren gesagt. Das hat geklappt. Es geht weiter mit dem „Personalisierten Trinken“ von erstklassigen Cocktails, für die das gleiche Team verantwortlich zeichnet wie vor dem Brand.    

Die Agaven werden knapp: Beam stellt Sauza auf dem Deutschen Markt ein

Tequila gerät in Bedrängnis. Folglich die Bauern, Hersteller wie auch Konsumenten. Tequila wird aus der bis zu acht Jahre lang reifenden Blauen Weber-Agave hergestellt. Aufgrund der weltweit gestiegenen Nachfrage nach dem beliebten Shot und Cocktail-Kompagnon kommen die Hersteller mit der Agaven-Zucht nicht nach, um das steigende Interesse an Tequila ausreichend zu befriedigen. Die marktwirtschaftliche Konsequenz daraus ist, dass die Preise für Tequila steigen und sich auf den Endverbraucher auswirken. Vor Ort jedoch bangen mexikanische Bauern und Hersteller um ihren Agavenbestand, der ins Visier des organisierten Verbrechens gelangt ist. 
Beam-Suntory Deutschland hat sich nun etwa aufgrund der eingeschränkten Agavenversorgung dazu veranlasst gefühlt, den Vertrieb von Sauza Tequila-Produkten ab 1. Januar 2019 auf dem deutschen Markt vorerst einzustellen. Die Begründung: „Neben steigenden Produktionskosten besteht die Problematik, dass die zur Verfügung stehende Tequila-Menge die globale Nachfrage nicht mehr abdecken kann, und wir als Hersteller gezwungen sind, schwierige Entscheidungen über die Zuteilung des bestehenden Vorrates zu treffen“. Der derzeitige Hausbestand wird laut Händlermitteilung voraussichtlich noch den Bedarf bis Jahresende abdecken. 

Sind Bars die neuen Universitäten?

Molly Wellmann ist nicht nur die leidenschaftliche Betreiberin der beiden Bars Myrtle’s Punch House und Japp’s in Cincinnati, sondern eine ebensolche Gastgeberin in ihren Etablissements. Zudem bezeichnet sich die Autorin des Buches „Handcrafted Cocktails: The Mixologist’s Guide to Classic Drinks for Morning, Noon & Night“ selbst als „National Police Gazette Junkie“. In ihrer Freizeit nämlich trifft man sie in öffentlichen oder der Cincinnati Mercantile Bibliothek, wo sie Lokal-Geschichten und solchen rund um ehemalige Bars und Bartender ihrer Stadt hinterherjagt. Diese Passion teilt sie nicht nur mit Kevin Grace, Archivar der Universität Cincinnati, und dem Geschichtsfan wie Schriftsteller Greg Hand, sondern mit einer Schar an Interessenten, die zu gegebener Zeit ihr Myrtle’s Punch House stürmen. Wenn das Trio zur „Stand-Up History“ mit einer Gesprächsreihe über die lokale Trinkgeschichte dreier Jahrhunderte lädt.  

S.W.A. billigt Brexit-Deal

Das Votum der Briten liegt mehr als zwei Jahre zurück. Das Thema ist tonangebend und spaltet das Vereinigte Königreich: Am 29. März 2019 wird sich Großbritannien von der Europäischen Union (EU) trennen. Der erste Entwurf des „Scheidungsabkommens“ zwischen UK und EU bedarf der Zustimmung des Parlaments und beinhaltet eine Übergangszeit bis Dezember 2020 mit einer möglichen Verlängerung bis 2022. „Unerlässlich“ sei diese für die Scotch Whisky Association (SWA), um genügend Vorbereitungszeit für die zukünftigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in- wie auch außerhalb des Königreiches zu erlangen. 
Gegenüber The Spirits Business kündigte die SWA ihren Support des Brexit-Deals von Premierministerin Theresa May an, obwohl der Entwurf zu den künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU im Widerspruch zu den Prioritäten der schottischen Whiskyindustrie stehe. Aus Verbandssicht wäre die Unsicherheit für die Whisky-Branche im Falle des Scheiterns der Vereinbarungen zu groß und würde die Möglichkeit eines No-Deal-Brexit im März erhöhen.  

Was macht eigentlich Dirk Verpoorten? 

Das verrät uns Autor Stephan Knieps, der sich mit dem ehemaligen Marketingleiter und gegenwärtigen Anteilseigner bei Verpoorten unterhalten hat. An dieser Stelle sei verraten, dass Dirk Verpoorten sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen hat, seine Freizeit gerne in der Natur verbringt und den Pferdestall lieber gegen eine Sauna getauscht hat. Was Verpoorten sonst umtreibt, erfahren wir in Knieps Beitrag in der Welt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und ein gutes Wochenende. 

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Foto: Shutterstock

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