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Von doppelten Fässern in der Fantom Bar

Jim Beam hat einen neuen Whiskey auf den Markt gebracht. Das ist Grund genug, zu feiern. Nach dem „double aged“ ist dieser doppelt gelagert. Und er trägt auch in puncto Design doppelt auf.

Die Woche startet in dieser Woche in der Münchner Fantom Bar. Das passt zum fantastischen Drumherum. Mit dem Passwort „Double Oak“ manövrieren die Taxis der Stadt Bartender und Bourbonliebhaber durch die Stadt ohne Hochhäuser in eine Bar, die seit bald zwei Jahren den Maximiliansplatz ziert. Aus Hamburg, Berlin und München ist man Jim Beams Rufen gefolgt um, gemeinsam zu verkosten und einer Marke beim Marketing zuzusehen.

Design mit Geschmack

Geöffnet wird mit schwarzem Vorhang und einem Hausdrink, der auf eine beruhigende Weise langweilig schmeckt. Das schenkt Zeit für einen lohnenswerten Blick durch die Bar, deren Raum von 46 Sechzigerjahrelampen aus Muranoglas durchzogen ist. Die Wände sind holzvertäfelt und braune Ledercouches geben der Bar einen Herrenzimmer-Charme, der von Henning von den Shoe Shine Boys und einem Barber nur unterstrichen wird. Der Bartresen windet sich durch den Raum und ist geziert von Kristallkaraffen und Jim Beam-Flaschen. Und sagt einiges, dass Jim Beam zur Einrichtung der Fantom Bar passen und sogar als Deko herhalten. Das muss etwas heißen – denn unter ästhetischen Aspekten ist Jim Beam nun nicht gerade ein Whiskey, der sich beim Gedanken an geschmackvolle Gestaltung aufdrängt. Im Zuge der weltweiten Einführung eines einheitlichen Verpackungsdesigns, kommt nun auch der Double Oak in schnittiger Kontur mit Gravur und Prägung. Seine 23 Euro sieht man ihm nicht an, immerhin. Schmeckt man sie allerdings?

Einen Double Oak – Fashioned, bitte!

Vergleichbar mit dem „Devil’s Cut“, hat auch der Double Oak kräftige Holznoten. Das sollte er mit diesem Namen auch – reifte er doch zweimal in ausgebrannten Fässern amerikanischer Eiche. Mit deutlich weniger Pfefferwürze, dafür mehr Vanille- und Toffeenoten ist der „Double Oak“ ein solider Whiskey, der durch sein besonderes Herstellungsverfahren ein preiswerter Einstieg ist in die kaum fassbare Welt der Fasslagerungen von Whiskey. Wohingegen man für einen im Portweinfass gelagerten Schotten kaum die 50 Euro unterschreitet, ist dieser eine erschwingliche Möglichkeit, erste Unterschiede zu schmecken. Oder man lässt die Sache mit den Unterscheiden und mischt. Im Old-Fashioned beispielsweise ist der „Double Oak“ eine ausgewogene Bereicherung. Mit 6cl Jim Beam Double Oak, 4 Dashes Cocktail Bitters, 2 Zuckerwürfeln, einer Orange und einer Zitrone beweisen das die Jungs von Michael Faltenbacher und Dimitri Tzapos den ganzen Abend – alternativ auch im Whiskey Smash oder im Whiskey Sour. Verköstigt wird mit Beluga-Linsensalat, Quiche, Caprese, Tatar, Burger und Cheesecake – und man wünscht sich fast, man hätte den Double Oak auch hierfür verwendet. Weniger für die Suche nach flüssigen Ergüssen in aromatischer Komplexität geeignet, kann man sich mit ihm vermutlich auf einen Sommer köstlicher Barbecue-Saucen, Marinaden und einem Dutzend runder Cocktail Classics freuen. Und es muss ja nicht immer phänomenal sein. Denn dafür sind vielleicht Fantom Bars da, eine liebevoll gestaltete Veranstaltung und einer Idee, wie das nächste Steak eingelegt werden könnte.

Mit blitzenden Schuhen, gestutzten Bärten, doppelt gereiftem Whiskey im Bauch und einem doppelten Blick endet der Abend und ein letztes Mal öffnet das Zauberwort Türen und Wege: „Double Oak“.

Credits

Foto: Alle Fotos via Klaus D. Wolf.

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