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Justin Timberlakes Tequila 901. Her mit den Margaritas.

Man mag von Justin Timberlakes Schnulzen halten was man will. Mit Spirituosen würde man den perfekten Schwiegersohn auch nicht unbedingt in Verbindung bringen. Eines muss man dem 32jährigen Superstar aus Memphis fairerweise zugestehen: Seine Musik ist sauber produziert und tanzen kann er auch.
So ist es also nicht verwunderlich, dass er dieses Erfolgsrezept auch bei seiner eigenen Tequilamarke nicht außer Acht lässt: sein Agavensaft 901, benannt nach der Vorwahl seiner Heimatstadt Memphis, ist ein sauberes Tröpfchen. Hergestellt wird es in der mexikanischen Destillerie Santa Lucia nach einem 70 Jahre alten Rezept aus 100% blauen Agaven.
Ein bisschen Geschichte
Circa 80% des Tequilas wird im mexikanischen Bundesstaat Jalisco produziert. Pulque, also Agavenbier, war schon bei den indianischen Ureinwohnern ein beliebtes Getränk und wurde wahrscheinlich von den Spaniern erstmals zu Tequila gebrannt.
Man unterscheidet zwischen fünf verschiedenen Kategorien: Silver, das ist ein junger nicht fassgelagerter Brand, Gold, ein Blend aus jungem und fassgereiftem Tequila, dann den zwei Monate gereiften Reposado. Añejo ist ein Jahr im Fass und Extra Añejo lagert mindestens drei Jahre. Der Herstellungsprozess variiert von Destille zu Destille. Naturgemäß ist die hohe Qualität der Agave ausschlaggebend für das Resultat. Timberlake bringt drei Qualitäten auf den Markt: Silver, Reposado und Añejo.
Nicht wenige haben mit Tequila schon ihren schlimmsten Rausch erlebt. Das hat mit der ungewohnt hohen Methanolproduktion zu tun, die bei der Herstellung anfällt und mit unsauberer Abtrennung der Fuselalkohole. Früher, um die Qualität des Brands zu prüfen, wurde eine Raupe in die Flasche gelegt. Konservierte sie, galt der Tequila als rein, löste sie sich auf, war vom Genuss abzuraten. Inzwischen explodiert der Markt, national wie international. Es erscheinen immer mehr und auch bessere Qualitäten und Tequila hat längst sein Schmuddelimage abgelegt.
Timberlake, der schon den einen oder anderen Margarita gezwitschert hat, war auf der Suche nach hochqualitativem Tequila und wurde nicht fündig. Er entschied sich kurzer Hand einen seinen Qualitätsansprüchen entsprechenden Agavenbrand herstellen zu lassen. Bleibt natürlich die Frage warum muss sich jetzt noch jemand aus der Musikbranche mit Spirituosen umgeben? Vermutlich ist er einfach ein Liebhaber und so, wie sich andere Weinberge kaufen, produziert er eben Tequila. Ist ja auch heißer Stoff.
Timberlakes Rezept
Die Früchte werden gewaschen, geschnitten und in Edelstahltanks bei 110 Grad Celsius für 12 Stunden langsam gekocht. Der Most wird dann für circa 72 Stunden fermentiert bis der Restzucker 0,5 Prozent auf der Brixskala anzeigt.
Der hohe Methanolgehalt, der einem ganz schöne Kopfschmerzen bereiten kann, scheint im 901 gering zu sein, da dieser dreimal und nicht wie meist üblich zweimal destilliert wird. Dementsprechend geschmacksneutral und weich oder wie die Amerikaner sagen ’smooth‘ ist auch das Endergebnis: Ziemlich geschmacklos in der Nase und leicht fruchtig am Gaumen, flach im Abgang aber eben auch sauber. Er wird vorher noch über Aktivkohle filtriert und auf 40 %Vol. eingestellt.
Man mag ihn durchaus pur trinken oder im Margarita. Aufgrund seines Zitronen(gras)aromas kann auf die Limette verzichtet werden. Auf der Website finden sich auch zahlreiche Signature Cocktails und eine sympathische Offenlegung der Produktionsschritte. Die Flasche hat etwas aztekisches, ist aus hochwertigem fünfeckigem Glas, und passt eigentlich in jedes Speedrack. Bei Kosten von um die 54 Euro für einen dreiviertel Liter wird sie da aber nie hingelangen. Ein stolzer und dennoch gerechtfertigter Preis, der sich an Liebhaber und Connaisseurs richtet. Erhältlich ist sein Tequila vor allem an der amerikanischen Ostküste, natürlich in Memphis und in Timberlakes zahlreichen Restaurants. Ein raffinierter Zug, ihn nach seiner Heimatstadt zu benennen. In Europa bekommt man ihn bis dato vor allem online. Timberlakes Händchen lag mit dem 901 wieder ziemlich richtig.

Credits

Foto: Timberlake via Shutterstock

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