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Karussell der Nacht | Mixology — Magazin für Barkultur - Cordula Langer

Karussell der Nacht XXXII

CCordula Langer verlässt nach vielen Jahren ihre alte Berliner Wirkungsstätte, anderswo in Berlin gibt es wiederum prominenten Zuwachs. Und auch in Hamburg tut sich etwas.

Auf eine Sache ist Verlass: Das Karussell an Personalien kommt in der Bar- und Spirituosenwelt nie zum Stillstand. So auch in Wolfenbüttel, wo man im Hause Jägermeister seit 1. November prominente Verstärkung erhalten hat: Mit Kathleen Schied, die zuvor lange Jahre das Marketing bei Campari Deutschland mitprägte, kommt ein „Eigengewächs“ von Jägermeister quasi zurück – als Head of Marketing (Consumer) wird Schied ab sofort die strategische und operative Markenführung in Deutschland leiten und direkt der Geschäftsführung unterstellt sein. Wir wünschen der 41-jährigen Kathleen Schied dabei viel Erfolg und wenden nun den Blick auf die aktuellen wichtigen Bar-Jobwechsel in Hamburg, München und natürlich Berlin.

Simon Köster: Back To North

Eines der bekanntesten Münchener Bar-Gesichter hat es nach knapp einem Jahrzehnt im Süden zurück in die norddeutsche Heimat verschlagen: Simon Köster ist seit Juli bei der Agentur About Brand Communication (ABC) für den Bereich Events & Produktion zuständig. „Ich wollte immer, bevor ich 30 bin, aus der Nachtarbeit raus, aber auch schon seit geraumer Zeit zurück in den Norden. Da meine Verlobte hier lebt, war der Anreiz umso größer“, erläutert der Bar-Reichenbach-Veteran, der in den vergangenen Jahren u.a. das Lausa (Rosenheim) sowie das Ory und das Zephyr in München als Partner mitbetrieben hat (im Zephyr zudem bis zuletzt als aktiver Barchef).

Der Weg auf die Agenturseite ist indes organisch gewachsen und hat sich mit der Zeit entwickelt: „Ich war immer wieder mit Joscha Henningsen in Kontakt und fand es spannend, was er mit ABC auf die Beine stellt“, gibt der gebürtige Wiesbadener und studierte Betriebswirt Köster zu Protokoll. Der Bar bleibt er durch die neue Tätigkeit ohnehin verbunden, da ABC einen klaren Fokus auf Kunden aus dem Spirituosen- und Getränkebereich hat. „Ich wollte die Bar- und Spirituosenwelt mit all ihren Facetten kennenlernen, auch von der anderen Seite. Der Schritt war also logisch“, meint Simon Köster und weiß außerdem: „Dank einiger toller Kontakte hier in Hamburg bleibe ich dem Tresen auch in aktiver Weise treu.“ Einen Drink aus Kösters fachkundigen Händen gibt es somit in loser Folge auch immer mal wieder. Jetzt nur eben an der Elbe.

Cordula Langer verlässt Bryk Bar

Nach vier Jahren kehrt Cordula Langer der Berliner Bryk Bar den Rücken. Bereits seit 1. Oktober hat sie sich aus der Bar im Prenzlauer Berg zurück gezogen und plant für die Zukunft. „Der Grund ist einfach, dass der nächste Schritt meiner Karriere auf mich wartet“, erklärt Cordula Langer. Dieser ist nicht die nächste – oder eigene – Bar oder Stelle als Barchefin, sondern ein anvisierter Wechsel in die Hotellerie. „Ich möchte in das F&B Management wechseln und werde jetzt erstmal Kurse zur Fortbildung machen“, erklärt die 35-jährige Berlinerin, deren Stationen auch Bars wie das Becketts KopfLebensstern oder Monkey Bar umfasst haben. „Ich habe gespürt, dass die Phase, Vollzeit hinter der Bar zu arbeiten, für mich vorbei ist. Ich möchte dann später in meiner neuen Rolle natürlich weiterhin am kreativen Prozess beteiligt sein und daran Spaß haben, aber nicht mehr hinter dem Tresen stehen.“

Die Umorientierung will sie erstmal in Ruhe angehen, „Step by Step“, wie sie gerne sagt. Zwar habe sie als langjährige Barchefin viel Erfahrung, aber im F&B würden doch andere Herausforderungen warten, und diese will sie sich genau ansehen. „Ich arbeite auch zu gründlich, um einfach zu sagen, ich könne das, ohne den genauen Background zu haben“, erklärt Cordula Langer, die zumindest Gastschichten in Bars weiterhin nicht ausschließt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass wir bald wieder von ihr hören werden.

Von London nach Berlin: Sam Orrock verstärkt das Truffle Pig

Seit Juni hat Damien Guichard als Barchef die Leitung des Truffle Pig in Neukölln inne. Nun hat der Franzose, der in diesem Jahr auch sein Moderatoren-Talent als Host der MIXOLOGY Bar Awards eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, prominente Verstärkung bekommen: An seiner Seite wirkt ab sofort Sam Orrock. Dieser wiederum ist kein Neuling in der deutschen Hauptstadt. Vor einigen Jahren war der gebürtige Brite bereits u.a. in der Schwarzen Traube von Atalay Aktaş tätig. Dann hat es ihn nach London gezogen, wo er u.a. Barchef in renommierten Adressen wie dem Peg + Patriot sowie im Scout von Matt Whiley war – gemeinhin bekannt als Talented Mr. Fox.

Es war auch nicht die mangelnde Kreativität, die ihn nach Berlin zurück gebracht hat. „Was das anbelangt, kann man sich in London austoben, auch an Kontakten auf globalem Level mangelt es nicht“, so Sam Orrock. „Aber der Preis, den man dafür zahlt, ist seine Freizeit. Man arbeitet die ganze Zeit, London ist extrem stressig und teuer. Ich bin nach Berlin zurück gekommen, weil hier die Work-Life-Balance besser ist. Ich wollte auch wieder in einer kleineren Bar in einem kleineren Team arbeiten.“ Damien Guichard hat das Truffle Pig in eine neue Ära gehievt. Mit seinem langjährigen Freund Sam Orrock wird die Speakeasy-Bar, ohnehin schon eine der spannendsten Adressen der Stadt, nun noch aufregender.

Gianluca Accardi landet in der Stairs Bar

Beinahe nach London wiederum verschlagen hätte es Gianulca Accardi. Es ist dann aber doch Berlin geworden für den gebürtigen Mailänder, der die letzten Jahre in Australien gearbeitet hat. Dem Bar Convent Berlin sei Dank: Dort nämlich traf der 28-jährige seinen zukünftigen Arbeitgeber Konstantin Hennrich aus der Stairs Bar.

„Ich war eigentlich schon auf dem Weg nach draußen und bin dann aus einer Laune heraus beim Stand von Bombay Sapphire stehen geblieben. Dort bin ich mit Konstantin ins Gespräch gekommen“, so Gianluca Accardi. Der Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Seine wird der 28-jährige, der lediglich seine einjährige Tätigkeit bei Dolce & Gabbana in Mailand als negativ beschreibt, nun in Berlin weiter schreiben. „Ich habe Freunde und Kontakte in London und es war eigentlich auch mein Plan, da hinzugehen. Aber London ist gesättigt. Ich habe das Gefühl, in Berlin kann man noch was Neues für die Stadt machen. Ich habe auch keinen Job gesucht, sondern ein Konzept. Das habe ich in der Stairs Bar gefunden.“ In Australien war Gianluca Accardi vor allem im Bar-Restaurant-Bereich tätig, etwa bei Merivale (Sydney) und Grossi Restaurants (Melbourne). In der Stairs Bar kann er nun seiner Leidenschaft frönen: „Minimalistische Rezepturen mit einem Fokus auf gerührte Cocktails“, so Gianluca, der – Weltenbummler hin oder her – eben doch Italiener ist. „Und ich versuche, vermehrt mit italienischen Produkten zu arbeiten.“

Credits

Foto: Foto: Illustration ©Inga Israel

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